Papst lockert Dogmen...

Papst lockert Dogmen...

Beitragvon Elviera » 10. April 2016, 02:16

.... und natürlich mault der LSVD wieder rum, offensichtlich aber ohne überlegt zu haben.

http://www.lsvd.de/newsletters/newsletter-2016/papst-keine-freude-der-liebe-fuer-lesben-und-schwule.html

Natürlich habe ich mir das ganze Papier auch nicht durchgelesen, aber ich möchte Folgendes zu bedenken geben: Uralte Dogmen kann man nicht so ohne weiteres von heute auf Morgen auflösen, und im Falle der katholischen Kirche auch weder sinnvoll noch machbar. Aber die scheinbare Rückständigkeit dieser Dogmen sind das geringste Problem. Ich will versuchen es zu begründen. Der Papst ist der Oberhirte für die Schäfchen In Ostasien, Europa, Amerika und Australien genau so wie für viele afrikanische kath. Christen in völlig rückständigen Gegenden. Schlimmer noch irgendwo im südamerikanischen Urwald oder auf Borneo wo die Leute noch vor wenigen Jahrzehnten Kopfjäger waren. Und für alle diese unterschiedlichen kulturellen und ethnischen Gruppen muss er ein allgemeingültiges Papier entwickeln. dagegen ist die Quadratur des Kreises ein Klacks würde ich meinen, und dafür das es eigentlich ne Unmöglichkeit ist hat er es verdammt gut gelöst. Dabei hat er auch gleichzeitig den Realkatholizismus legitimisiert, d. h. der Priester hat vor Ort mehr Spielraum in der Praxis seiner Gemeindearbeit und kann dem auch Rechnung tragen ohne befürchten zu müssen Ärger zu bekommen. Und das hat natürlich auch Gültigkeit für die Lesben, Schwulen Transen und was es sonst noch so alles gibt in der Gemeinde.

Also ich finde das der LSVD entweder nicht wirklich drüber nachgedacht hat wovon er redet, oder aber nur wieder mal die Leute heiss machen will die nicht nachdenken und jedem lärmmachenden Fahnenschwenker hinterherlaufen Und der Papst? Ich meine er hat seine Aufgabe hervorragend gelöst.

Elviera Werners evangelische und selbst denkende Christin, die nicht gleich jeder Parole hinterherläuft sondern erst nachdenkt.
Schuft euch durch Strombart über Glenz,
sonat mekelt hartes Lechem ihr.
Benutzeravatar
Elviera
 
Beiträge: 3570
Registriert: 16. Oktober 2010, 00:14
Geschlecht: weiblich

Re: Papst lockert Dogmen...

Beitragvon Goldmarie » 10. April 2016, 21:11

Hi Elviera,

soll ich meinen Text von Facebook hier rein kopieren? Ist glaube ich nicht nötig, ist ja allgemein bekannt, dass ich eine kritische Katholikin bin. Ich finde Papst Franziskus gut, erwarte aber keine Sensationen von ihm. Immerhin verändert er was...

LG
Maria
Es soll sich regen, schaffend handeln, / Erst sich gestalten, dann verwandeln; / Nur scheinbar stehts Momente still.
Das Ewige regt sich fort in allen: / Denn alles muß in Nichts zerfallen, / Wenn es im Sein beharren will.

Johann Wolfgang von Goethe
Benutzeravatar
Goldmarie
Stammuser
Stammuser
 
Beiträge: 1209
Registriert: 17. Oktober 2010, 02:14
Plz/Ort: 46049 Oberhausen
Länderflagge: Germany (de)
Geschlecht: weiblich

Re: Papst lockert Dogmen...

Beitragvon Elviera » 11. April 2016, 00:27

Hallo Maria, natürlich darfst Du.
wir haben hier auch noch ein paar User denen Fb doch zu..... was weis ich was ist und deshalb dort nicht schreiben. Das Thema auch mal vernünftig zu diskutieren wäre schön.

Ich selber weiche nur dem Druck der Tatsache das sich Fb so langsam ausbreitet wie ein Krake und fast schon die Foren zu einem Auslaufmodell geworden sind. Die Probleme die wir hier haben die haben so gut wie alle Foren.
Ansonsten ist es mir dort bei FB zu unprofessionell. Es herrscht eine zu aggressive Grundstimmung, zu viele selbsternannte Fachleute die nur um Recht zu behalten den Ts-typischen Kampf bis aufs Messer führen, auch dann wenn ihre Argumentation bereits in die völlige Absurdität abgeglitten ist. Vernünftige Diskussionen sind dort nicht zu führen, und das nicht nur wegen der Mängel die die Technik dort aufweist.
Einzig das mit Bildchen funktioniert einwandfrei.
Aber das genügt den meissten wohl für ihre Transition als Informationsquelle. FB richtet viel Unheil an, aber jeder ist selbst seines Glückes Schmied und ich habe mein Leben im Griff. Folglich- sollte ich mich dafür interessieren? Und wenn ja wo ist der Sinn das auch ich dort Sinnfreies beitrage? Was anderes kommt dort nicht gut.
Das ich auch dort vertreten ist hat nur einen einzigen Grund, nämlich den Kontakt zu Euch und vielen der ganz alten User nicht zu verlieren. Ansonsten ist es wie die Bildzeitung, für mich hat es nicht mal Unterhaltungswert und eine vernünftige Beratung will dort ohnehin niemand.

Um das Gleiche Thema noch mal zur Diskussion zu stellen, ohne dass sich da irgendwelche Leute die mal richtig Ahnung davon haben wie das Leben funktioniert sich da einmischen habe ich es hier noch mal gepostet.

OT ende und weiter im Thema es sei es besteht näheres Interesse. Dann aber machen wir einen neuen Strang auf.


L.G. Elviera
Schuft euch durch Strombart über Glenz,
sonat mekelt hartes Lechem ihr.
Benutzeravatar
Elviera
 
Beiträge: 3570
Registriert: 16. Oktober 2010, 00:14
Geschlecht: weiblich

Re: Papst lockert Dogmen...

Beitragvon Goldmarie » 12. April 2016, 00:01

Hallo Elviera,

> "...und eine vernünftige Beratung will dort ohnehin niemand."
Doch, denke ich schon, dass da einige sind, die glauben eine vernünftige Beratung zu bekommen, und es gibt ja auch ein paar Leute, die sich echt Mühe geben. Nun ja, sei's drum...

Was ich in FB zum Papst geschrieben habe, ist in einem Satz gesagt: Der LSVD lästert, dass sich nichts wirklich ändert, die konservativen Katholiken reden von einer "Revolution", und der Papst tut gut daran, sehr vorsichtig vorzugehen, damit er es sich nicht mit seiner eigenen Schafherde verdirbt. Um das mal zu konkretisieren: Ich glaube, dass er sehr viel mehr ändern wollen würde, dass er aber Rücksichten nehmen muss, schon aus Selbsterhaltungstrieb. Es hat ja schon Attentate auf Päpste gegeben, und angesichts der Tatsache, dass Franziskus keine Scheu hat, offen auf Menschen zuzugehen, macht er es ja auch potentiellen Attentätern leicht. Und wenn ich mir so meine Glaubensbrüder anschaue... Ich kenne Leute, die sich schon darüber aufregen, dass er die roten Schuhe nicht anziehen will. Die sind der Meinung (echt!!), dass Prunk und Pomp zum Papsttum dazugehören. Ich sage immer: Jesus würde sich im Grabe umdrehen, wenn er denn noch darin läge.

Da wir gerade beim Thema sind: Begriffe wie der "Heilige Stuhl" finde ich schlicht zum Kotzen. Wie kann ein Stuhl heilig sein? Und dass der Papst mit "Heiliger Vater" angeredet wird, ist in meinen Augen Blasphemie. Er ist weder heilig noch ein Vater. Jesus hat gesagt, dass wir Kinder Gottes sind, also ist Gott unser Vater und Jesus unser Bruder. Auch wenn sich ein Papst die Hand (oder den Fischerring) küssen lässt, finde ich das zum Kotzen. Jesus hat es uns vorgemacht: Er hat den Jüngern die Füße gewaschen. "Wer unter euch der Größte sein will, der sei euer aller Diener" oder so ähnlich. Habe jetzt keine Lust, es nachzublättern, sinngemäß stimmt es. Auch die Päpste haben am Gründonnerstag in dieser Tradition Leuten die Füße "gewaschen" (etwas Wasser drauf geträufelt würde eher stimmen), diese Leute waren kirchliche Würdenträger. Erstmals hat Franziskus wirklich Leuten die Füße gewaschen, sogar muslimische (!) Frauen (!) waren dabei! Sensation? Revolution? Erstmals hat ein Papst die Lehre Jesu verstanden, so sehe ich das!

LG
Maria
Es soll sich regen, schaffend handeln, / Erst sich gestalten, dann verwandeln; / Nur scheinbar stehts Momente still.
Das Ewige regt sich fort in allen: / Denn alles muß in Nichts zerfallen, / Wenn es im Sein beharren will.

Johann Wolfgang von Goethe
Benutzeravatar
Goldmarie
Stammuser
Stammuser
 
Beiträge: 1209
Registriert: 17. Oktober 2010, 02:14
Plz/Ort: 46049 Oberhausen
Länderflagge: Germany (de)
Geschlecht: weiblich

Re: Papst lockert Dogmen...

Beitragvon Elviera » 12. April 2016, 00:42

Hallo Maria,
das sind ja genau die Punkte die Martin Luther auch angeprangert hat. Natürlich auch noch einige mehr, aber im wesentlichen, d.h. den Papst pers. betreffend war es das im Wesentlichen. Ich kann mir gut vorstellen dass Du Dir damit nicht nur Freunde machst.

Ich sehe da bei Fb nur Heissmache und Brechstangenmethoden wo`s letztlich nur jede Menge blutige Köpfe gibt. Die Transition bei so einem Verhalten so verbracht, das geht nicht spurlos an einem vorüber. Ich denke die meissten werden mit Verhaltensäderungen leben müssen die sie nie wieder los werden.
Und Mühe geben sich da schon einige, aber was ich so erlebt habe da ist ne Falschauskunft und Aufforderung für jeden Scheiss zu klagen noch das kleinere Übel.
Ich habe da so einiges Dokumentiert von den Leuten die sich Mühe geben und sich nicht mal für offenes Cybermobbing zu schade sind. Namen offen zu nennen verbietet mir die Kinderstube, das ist allerunterstes Niveau. Aber dort ist man in diesen Dingen weniger zimperlich. Da kriegste Auffälligkeiten beigebogen-Jungejunge.
Aber gut, wer sich in solchen Verhältnissen wohlfühlt der wird auch nichts vermissen, auch wenn ihm die Türe zur Gesellschaft letztlich verschlossen bleibt.
Und das ist dann das schöne neue Leben im Wunschgeschlecht? Wen wundert dann die Suizidquote? Bedenke wie viele von den Usern dort in 10 Jahren noch leben werden. Aktuell sind es bei TGG 2500 Mitglieder. Und keinesfalls ist es so dass die meissten Suizide vor Beginn der Transition von Erfolg gekrönt sind. Im Gegenteil, mir liegen da ganz andere Infos vor, aber aus einer zitierfähigen Quelle.
Und warum ist das so? ganz einfach. Leute die vor der Transition schlecht klarkamen kommen nach der Transition gar nicht mehr zurecht und sehen als einzigste verbeibende Möglichkeit nur noch die Finale Lösung.
L.G. Elviera
Schuft euch durch Strombart über Glenz,
sonat mekelt hartes Lechem ihr.
Benutzeravatar
Elviera
 
Beiträge: 3570
Registriert: 16. Oktober 2010, 00:14
Geschlecht: weiblich

Re: Papst lockert Dogmen...

Beitragvon Charon » 12. April 2016, 01:58

Also dieses Geschimpfe des LSVD beweist doch mal wieder, dass die Leutz dort wirklich im eigenen (Szene-)Saft kochen und deshalb nur noch mit Backröhrenblick herumlaufen. Man verkennt, dass es sich hier um eine WELTreligion handelt, die der Papst hier vertritt.

Der Papst weiß wohl sehr gut, dass man die Menschen dort abholen muss wo sie nunmal stehen. Überfordert man sie, gibts Krawall und man wendet sich von der Kirche ab. Die Katholiken auf der Welt stehen gesellschaftlich und religiös aber auf sehr unterschiedlichen Stufen, also kann der Papst gar kein Papier verfassen, das weltweit alle Gläubigen dort abholt, wo sie sind.

Bei den Katholiken in den von Elviera angesprochenen Ländern z.B. schimmert ganz sicher noch alter Aberglaube an Geister und Dämonen durch, und denen will man ein europäisch-aufgeklärtes Christentum von heute auf morgen verklickern ????? Leuten, die geistig womöglich noch nicht mal im Mittelalter angekommen sind, wie in Borneo ??????

Also hat sich der Papst entschieden, das Papier so zu verfassen, dass er mit seinen Weisungen die gröbste Not anprangert: Verfolgung, Inhaftierung oder sogar Tötung von Homosexuellen sowie "Korrektur-Vergewaltigungen" bei Lesben, und das alles im "Namen des Herrn", das ist in afrikanischen Ländern mit christlicher Mehrheit noch gang und gäbe ! Und genau sowas verurteilt der Papst in seinem Schreiben scharf indem er betont, dass man den Homosexuellen mit Respekt zu begegnen habe.

Dieses Schreiben ist für die Katholiken in diesen Ländern ein harter Brocken, der nicht leicht zu verdauen ist. Hätte der Papst hier gleich groß von kirchlicher Homo-Ehe rumgetrötet, wäre man in Afrika wohl der Meinung gewesen, der Papst wäre von bösen Geistern besessen, denn an sowat wie Besessenheit glaubt man da drüben noch. Was dat für Folgen für den Papst bei der nächsten Afrikareise haben könnte, das hat Maria schon anklingen lassen.......Dämonen muss man austreiben, und wenn sich dazu keine Gelegenheit bietet, dann bringt man den Besessenen besser gleich um die Ecke, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.

Was für ein Luxusproblem ist dagegen doch der kirchliche Homo-Ehe-Segen im Vergleich zu den Sorgen der Homosexuellen in vielen katholischen Ländern ! Das dachte sich wohl auch der Papst......und hat klugerweise die europäischen Feinheiten an die Priester delegiert, die er explizit zu mehr Eigeninitiative und Selberdenken aufgefordert hat.

Und vor lauter Tunnelblick hat man in der Szene noch glatt übersehen, dass der Papst im Endeffekt bereits an der Unauflösbarkeit der katholischen Ehe gerüttelt hat, indem er nach einer Einzelfallprüfung geschiedenen Katholiken die Teilnahme an der Kommunion nicht mehr verwehrt, d.h. die Kirche akzeptiert hier die Scheidung im Endeffekt als solche und läßt Spielraum für eine zweite Ehe nach der Scheidung auch für Katholiken. Eine kleine Revolution ist das, welche der gesellschaftlichen Realität (z.B. bei häuslicher Gewalt) Rechnung trägt. Aber das wird nicht mehr wahrgenommen, weils halt nur "die heterosexuelle Minderheit" betrifft........sorry für den etwas bösen Ton, aber manchmal kommts mir so vor, als ob gewisse Leute den Kontakt zur gesellschaftlichen Normalität völlig verloren haben. Und das auch noch in der derzeitigen politischen Situation hierzulande. Unvorstellbar.

lg,

Charon
"Tatsächlich sind Freiheit und Fähigkeit zum Ungehorsam nicht voneinander zu trennen. Daher kann kein gesellschaftliches,politisches oder religiöses System,das Freiheit proklamiert und Ungehorsam verteufelt,die Wahrheit sprechen."(Erich Fromm)
Benutzeravatar
Charon
Stammuser
Stammuser
 
Beiträge: 2324
Registriert: 19. Oktober 2010, 18:32
Plz/Ort: Bayern
Länderflagge: Netherlands (nl)
Geschlecht: männlich


Zurück zu Neues aus der Politik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast