Transgender-Mann von Papst empfangen

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Beitragvon Minka » 1. Februar 2015, 02:49

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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Bianca » 1. Februar 2015, 10:09

Moin,

finde ich gut.Geht um diesen Spanier,nicht? Ich meine,davon schon auf FB gelesen zu haben.Ist auf jeden Fall ein vorsichtiger Schritt in die richtige Richtung.Ob der Papst noch mehr Überraschungen auf der Pfanne hat??

LG Bianca

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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Charon » 2. Februar 2015, 01:12

Definitiv ein erster Schritt, um den Dialog zu suchen !

Ich hoffe nur, die TS-Szene hält sich hier ausnahmsweise mal dezent zurück. Der Artikel auf dieser Katholikenseite enthält nämlich wieder ordentlich Sprengstoff, der die TS-Szene sofort wieder in einen wutschnaubenden Mob verwandeln könnte: Es werden im Artikel konsequent falsche Pronomen benutzt, d.h. der TM wird hier knallhart als Frau gesehen. Und dies ist hier definitiv kein Versehen, sondern volle Absicht.

So ist sie nunmal noch, die katholische Kirche.....sie weigert sich, TS in ihrem seelischen Geschlecht anzuerkennen. Aber aggressives Gekrähe seitens der TS wäre hier total fehl am Platze, denn das würde das zarte Pflänzchen der Annäherung, das diese Papst-Audienz darstellt, sofort wieder zertrampeln. Diplomatie braucht eben Zeit und hat gerade dann, wenn sich zwei völlig unterschiedliche Gedankenwelten treffen, in kleinen Schritten zu erfolgen.

Mir wäre hier sowieso viel wohler, wenn "transerfahrene" Nichtbetroffene (z.B. die Therapeuten) den diplomatischen Diskurs in Sachen kath. Kirche suchen würden, denn von den Betroffenen sind hier die Allerwenigsten cool genug.

lg,

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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Goldmarie » 4. Februar 2015, 00:18

Top, Sharon, volle Zustimmung! :top:

Wir sollten diesem Papst Zeit lassen... Er kann nicht von heute auf morgen die katholische Kirche auf den Kopf stellen. Ich finde, er macht das sehr gut, immer schön in kleinen Schritten, ob es nun um Korruption, Pädophilie oder sonstige kriminelle Machenschaften geht, die nun *Gott sei Dank* nach und nach ans Licht der Öffentlichkeit kommen, oder die Einstellung zu bisher von der Kirche verteufelten Randgruppen (das sind ja nicht nur Homosexuelle und Transsexuelle, sondern z. B. auch wiederverheiratete Geschiedene, denen der Zugang zu den Sakramenten verweigert wird), dieser Papst ist ein Geschenk des Himmels! Nach Jahrhunderten der Arroganz und Ignoranz sitzt da endlich ein Mensch auf dem Stuhl Petri. Wünschen wir ihm Gottes Segen!

LG
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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Charon » 4. Februar 2015, 01:52

Dieser Papst verfügt definitiv über einen gesunden Hausverstand, hier haben wir keinen verquasten Elfenbeinturm-Theologen vor uns, der null Ahnung davon hat, was in den Köpfen der Menschen vor sich geht.

Von daher denke ich weiß er, dass reformiert werden muss. Denn wenn die kath. Kirche sich nach wie vor ewig gestrig gibt, verliert sie noch mehr Mitglieder, versinkt bald in der völligen Bedeutungslosigkeit und mutiert zum Trachtenverein.

Ihm ist aber auch klar, dass er angesichts der konservativen Hardliner im Vatikan und deren Anhängerschaft nicht ne Hau-Ruck-Revolution vom Zaun brechen kann, denn das könnte - wie wir aus der Geschichte wissen - zu einer Kirchenspaltung führen. Und eine weitere Spaltung würde die kath. Kirche nicht mehr verkraften, d.h. es würden zwei neue Gruppen entstehen, die alleine einfach zu klein und unbedeutend sind; ferner führt so eine erneute Spaltung auch generell zu einem Verlust an Glaubwürdigkeit.

Er steht also vor der schwierigen Aufgabe, die Kirche durchgreifend reformieren zu müssen, ohne dass der Laden wie damals bei Luther auseinanderbricht. Und das ist eine Lebensaufgabe.

Von daher darf man ihm auch nicht böse sein, wenn er zwischendurch auch mal wieder was Ultrakonservatives vom Stapel läßt, wie z.B. vor Kurzem die Ablehnung künstlicher Verhütungsmittel. Das mag zwar schizophren wirken, hat aber m.E. Methode: Er kann nicht von heute auf morgen alle ewig Gestrigen aus dem Vatikan werfen, sondern er muss die Erneuerung beim Personal auch per Salami-Taktik durchführen. Deshalb muss er diesen Hardlinern auch ab und an mal ein Zuckerl hinwerfen um sie zu besänftigen.

Ich wünsche ihm auf jeden Fall gutes Gelingen !

lg,

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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Elviera » 4. Februar 2015, 01:54

Eben, Strukturen die sich langsam über die letzten 2 Jahrtausende gebildet haben die kann man nicht mal eben so ändern.
Ich meine auch dass wir alle, auch die Evangelen wie ich einer bin, haben es mit Franziskus gut getroffen haben.
Er steht im Hier und Jetzt, und zwar mit beiden Beinen, was man von Papa Razi mit seiner Pius Bruderschaft und dergleichen nicht wirklich sagen konnte.

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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Goldmarie » 4. Februar 2015, 03:06

Charon hat geschrieben:... das könnte - wie wir aus der Geschichte wissen - zu einer Kirchenspaltung führen.

Ich habe das dumme Gefühl, dass wir "latent" diese Kirchenspaltung schon haben. Einerseits wird massiv auf Reformen gedrängt - Kirche von unten, Dialogprozess - andererseits werden auch die Konservativen immer lauter. Das Gute dabei ist: Die Reformwilligen wollen auch die "alte" Kirchenspaltung überwinden. Ökumene ist angesagt. Hoffen wir, dass sie schneller realisiert wird als die erneute Spaltung!
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Re: Transgender-Mann von Papst empfangen

Beitragvon Charon » 5. Februar 2015, 00:38

Goldmarie hat geschrieben: Das Gute dabei ist: Die Reformwilligen wollen auch die "alte" Kirchenspaltung überwinden. Ökumene ist angesagt. Hoffen wir, dass sie schneller realisiert wird als die erneute Spaltung!


Das hoffe ich insgeheim auch. ;)

Ich finde, Papst Franziskus macht als "Friedens-Papst" auch keine schlechte Figur: Er labert nicht nur von Friedfertigkeit und betet für den Weltfrieden, sondern er geht auch hier klar handelnd mit gutem Beispiel voran. Er hat nämlich vor, die Schweizer Garde zu reformieren und signifikant zu verkleinern. Er entmilitarisiert den Vatikan also massiv. Abrüstung, und das in unserer Zeit der vielen Krisenherde, der tobenden Bürgerkriege und einer instabilen weltpolitischen Lage ! Schon ein mutiges Statement.

lg,

Charon
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