Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Levanah » 13. Februar 2015, 23:04

ich zitiere aus der email von avaaz

Der Urner Pfarrer Wendelin Bucheli hat enormen Mut und Toleranz bewiesen als er im Oktober letzten Jahres ein lesbisches Paar gesegnet hat. Doch nun soll er deshalb seine Koffer packen -- die ganze Schweiz ist entsetzt und gemeinsam können wir jetzt dafür sorgen, dass er bleiben darf!

Der Bischof von Chur findet die Geste des Pfarrers inakzeptabel, da sie über Landesgrenzen hinweg Ärgernis bei Gläubigen ausgelöst hat. Doch 94% der Schweizer finden laut einer 20-Minuten-Umfrage, dass „jeder Mensch Gottes Segen verdient habe, unabhängig seiner sexuellen Orientierung”. Der Bischof steht also ziemlich alleine da, denn auch Pfarrer Buchelis Dorf und selbst der Kirchenrat stärken ihm den Rücken -- doch um wirklich etwas zu bewegen, braucht er breite Unterstützung aus der gesamten Schweiz!

Unterzeichnen Sie jetzt die Petition und teilen sie mit all Ihren Schweizer Freunden. Gemeinsam können wir diesen mutigen, weltoffenen Pfarrer vor seiner Versetzung retten und ein Zeichen für eine tolerante Kirche in der Schweiz setzen


wendelin bucheli ist pfarrer von bürglen im innerschweizer kanton uri. dort stehen alle hinter ihm. und hier findet ihr die bürgerpetition dazu auf avaaz, falls ihr mitunterstützen wollt. bis jetzt haben knapp 30'000 unterzeichnet.

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Elviera » 14. Februar 2015, 01:51

Hab ich mal gleich gemacht!
Aber mal ne Frage hier in Deutschland ist die Segnung gleichgeschlechtlicher Paar schon lange Álltag, und inzwische findet auch niemand mehr was dabei.
Wie ist das eigentlich in der Schweiz Ist das der Einzelfall eines ewig gestrigen Priesters?

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Levanah » 14. Februar 2015, 09:43

auf stufe bischof/kardinal ist das kein einzelfall, und noch so mancher katholische pfarrer ist bei uns noch im mittelalter stecken geblieben. da tickt noch so mancher althergebracht. auch in evangelikalen und freikirchlichen kreisen lebt dieser altvordere geist noch immer.

das muss aber auch nicht wundern. entgegen mehrfachen empfehlungen des rates für menschenrechte ist die sexuelle orientierung der offiziellen schweiz immer noch keinen expliziten schutz vor diskriminierung wert. und das obwohl heute eine ansehliche mehrheit im volk gegenüber lgtbi eine sehr viel höhere sach- und sozialkompetenz aufweist als ein bischof huonder und konsorten.

geschiedene heteros werden ja auch noch diskriminiert. keine kirchliche trauung mehr. und es gibt sogar welche, die sich weigern eine religöse mischehe (kath./ref.) zu trauen. wenigstens darf man solche denke auch immer noch ungestraft als krank bezeichnen ;)

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Goldmarie » 14. Februar 2015, 14:57

Habe unterzeichnet.
Inzwischen sind es 31141.

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Levanah » 15. Februar 2015, 22:27

kleines update. das hier stand heute im teletext des schweizer fernsehens

klick zum ansehen: Bild



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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Elviera » 16. Februar 2015, 01:40

Da tut man doch gerade so als ob es um eine Eheschliessung ginge.
Das geht natürlich nicht nach der katholischen Religionsauffassung und dem heiligen Stand der Ehe auch bei uns nicht. Stellen wir uns vor man kommt in den Himmel und hat wieviele Frauen respektive Männer?
Klar das so was nicht geht bei den Katholischen.
Und deshalb ist es ja ne Segnung und keine Eheschliessung. Und segnen kann man doch so gut wie alles, selbst so was wie Waffen segnet man vor der Schlacht und hat dabei nicht den geringsten Gedanken das dies dem Lieben Gott vielleicht auch nicht wohlgefällig sein könnte. Immerhin gilt ja noch: Du sollst nicht töten. Und so was segnet man dann auch noch im Namen Gottes ab und eine Verbindung zweier Menschen hingegen nicht weils grad nicht in die herkömmliche Genkschablone passt?
Nun mit ner Waffe in der Hand, gesegnet oder nicht, auf Menschen loszugehen passt auch nicht in meine Denkschablone.
Also das würde ich mir doch zu gerne mal etwas genauer erklären lassen wie das mit der Zulässigkeit der Segnung von Waffen, und mit der nicht zulässigen Segnung von Menschen ist.

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Levanah » 16. Februar 2015, 10:47

nach der lutherbibel und jesus christus geht das segnen von waffen schon mal gar nicht:

Mt 5:44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen;


interessant, was man zum thema so findet, wie z.b. hier in dieser bibel-wiki

Was tat Jesus beim Segnen? Er blickte zum Himmel und segnete das Volk (Mt 14:19).


wetten, dass da im volk auch welche von unserer art dabei waren, und noch weitere 'sorten von menschen', die ein katholischer bischof niemals segnen würde/dürfte ;)

man muss auch eine ausgereifte person sein, um das segnen in manchen situationen auch wirklich zu können

1Petr 3:9 - und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, daß ihr Segen erbt!


damit wird auch dem prinzip 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' deutlich entgegen gehalten und eine klare absage erteilt. und der churer bischoft wirkt auf mich als spirituell unausgereifter charakter.

man muss auch drüber nachdenken was es heisst, bestimmten menschen den segen zu verweigern.

die katholische kirche schwächt sich mit einer segensverweigerung selbst, weil sie nicht alle segnet. sie schlägt damit das bei petrus erwähnte segen-erbe eigentlich aus.

in diesem sinne segne ich dich, vitus huonder, kraft meiner liebe im namen des göttlichen, lebendigen 'îch bin', das mich so geschaffen hat wie ich bin. mögest du segen weitergeben, an alle und alles, auf dass du selbst dein eigenes segen-erbe antreten kannst.

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Goldmarie » 16. Februar 2015, 23:36

Elviera hat geschrieben:Stellen wir uns vor man kommt in den Himmel und hat wieviele Frauen respektive Männer?

Gar keine, siehe z. B. Lukas 20,28-36.

Allerdings frage ich mich, wenn es im Himmel keine Ehe gibt, warum macht man dann so ein Brimborium um diese Institution?

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Charon » 17. Februar 2015, 01:14

Goldmarie hat geschrieben:Allerdings frage ich mich, wenn es im Himmel keine Ehe gibt, warum macht man dann so ein Brimborium um diese Institution?


Dieses Brimborium ist schon viel älter als das Christentum und es ist in irgendeiner Form (teils monogam, teils polygam) bei allen Kulturen vorhanden, auch bei Naturvölkern. Und vollkommen unabhängig von der Religion wird überall die irdische Verbindung zwischen den Eheleuten irgendwie gesegnet, d.h. es wird ihr etwas Göttliches zuteil. Das stärkt natürlich die Verbindung, sofern die Leute gläubig sind.

Die Gründe dafür dürften recht irdisch sein, nämlich Arterhaltung bzw. das Hervorbringen einer starken und gesunden Sippe bzw. Kultur. Und dafür reichts eben nicht, die Kinder nur zu zeugen, sondern die sollten auch in stabilen Strukturen aufwachsen, um brauchbare Sippenmitglieder werden zu können.

lg,

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Goldmarie » 18. Februar 2015, 01:57

Ich meine mich zu erinnern, mal von einem Naturvolk gelesen zu haben, wo Männer sich überhaupt nicht um Mutter und Kinder kümmern und die Kinder von einer Gruppe Frauen gemeinsam erzogen werden. Ich habe jetzt mal gegoogelt, aber keine Bestätigung gefunden. Tatsächlich scheint die Einehe am Beginn der Entwicklung gestanden zu haben. Eine interessante Seite:

http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/Lexikon/php/suche_db.php?suchname=Ehe_der_Naturv%F6lker

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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Levanah » 29. April 2015, 09:04

hier ein semi-positives resultat aus bürglen

der pfarrer darf bleiben, aber...

Bild

die lehre der kirche sorgt für die leere der kirche


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Re: Unterstützung für Pfarrer Bucheli

Beitragvon Elviera » 29. April 2015, 09:58

Immerhin!
Ich glaube bei derart starren Strukturen geht das nur in ganz kleinen Schritten mit viel Geduld und Spucke.
Aber immerhin ist ein Anfang gemacht wurde, so bescheiden er auch aussehen mag, ist es doch ein Anfang meine ich.

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