Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

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Beitragvon Minka » 4. März 2015, 02:05

Urteil des Verwaltungsgerichts Amsberg bestimmt: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/klage-weiblicher-name-transvestit-ansbach-100.html
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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Charon » 5. März 2015, 01:20

Also welcher Teufel diesen Typen geritten hat, ist mir schleierhaft. So eine Änderung ist nicht mal in Argentinien möglich, das hätte er doch wissen müssen.

Er hätte aber versuchen können, den Namen "Maria" als zweiten Vornamen durchzubekommen, der scheint seltsamerweise als zweiter Vorname für Männer in DE zulässig zu sein, siehe Rainer Maria Woelki, der ja auch Röcke trägt, wenngleich es sich hier um Pfaffenröcke handelt. :lol: :lol:

lg,

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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Goldmarie » 5. März 2015, 18:40

Da fallen mir doch spontan ein:

Carl Maria von Weber
Christoph Maria Schlingensief (Oberhausener!)
Erich Maria Remarque
Guido Maria Kretschmer
Günther Maria Halmer
Klaus Maria Brandauer
Markus Maria Profitlich
Rainer Maria Rilke

http://www.focus.de/finanzen/recht/tid- ... 35750.html

Und der Transvestit sollte sich schlicht einen Künstlernamen zulegen.
So wie Mary und Gordy. Oder Conchita.

LG
Maria (!) :D
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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Elviera » 6. März 2015, 01:51

Bei einem Künstlernamen ist jedoch der amtliche Eintrag nicht möglich, das hat ein mir bekannter Transvestit vor einigen Jahren mal versucht.
Da war nix zu machen.

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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Bianca » 8. März 2015, 22:14

Moin,

auch auf die Gefahr hin,daß ich jetzt Prügel beziehe: Was spricht eigentlich dagegen,als Zweitnamen einen weiblichen Vornamen hinzu zu fügen? Wenn ich als Elternteil beim Standesamt einen Doppelnamen angebe,der einen weiblichen Teil hat,ist das völlig legitim,nur das eingetragene Geschlecht muß an dem Namen erkennbar sein.Warum soll das nicht auch nachträglich möglich sein?

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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Elviera » 9. März 2015, 00:43

Man würde z.B. der Kriminalität Tür und Tor öffbnen.Überlegen wir doch mal.

Der Name dient auch zur Identifikation einer Person uns sollte aus diesem Grunde mit einer Person untrennbar verbunden sein, es sei es gibt eine wichtigen Grund wie man so sagt. Ein wichtiger Grund im juristischen Sinne ist z.B. gegeben wenn sich aufgrund erwiesener Ts umbenennen will und zwar darum weil eine Personenstandsänderung ohne einen passenden Namen keinen Sinn machen würde.
Im Gegenzug was wäre wenn man diese Untrennbarkeit des Namens mit einer Person auflösen würde indem man die Möglichkeit hätte einfach so nach gutdünken seinen Namen ohne den sog. wichtigen Grund zu ändern?
Stellen wir uns doch mal vor: Man geht zum Einwohnermeldeamt und sagt: Ich hab` kein Bock mehr auf Karl, ich heisse ab jetzt Egon. Das vollzieht man dann so einige Male, immer in Verbindung mit einem Umzug und hat dadurch die Möglichkeit abzutauchen. Und sobald der Boden zu heiss wird macht mans wieder und die Suche geht von vorne los.
Also ich kann mir schon vorstellen das manche Personenkreise jubilieren würden wenn sie diese Möglichkeit hätten.

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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Charon » 9. März 2015, 01:29

Das sehe ich auch so, ganz ohne triftigen Grund sollte definitiv keine Namensänderung erlaubt sein, das würde nur zwielichtige Leute anziehen.

Aber trotzdem halte ich die Definition des sog. wichtigen Grundes für einen Gummi-§, dessen Auslegung meinem Rechtsempfinden manchmal widerspricht. Es gibt ja streckenweise Personen mit scheußlichem Namen, so war mir mal ein Mensch bekannt, der mit Nachnamen "Frauenschläger" hieß, kein Witz. Solche Personen dürfen ihren Namen ändern und zwar mit der Begründung, ihr Name würde ihnen Nachteile bringen bzw. zu Diskriminierung führen.

Aber was für "scheußliche Namen" erlaubt ist, gilt offenbar nicht für Deutsche mit ausländischen Wurzeln, wenn diese ihren fremd klingenden Namen loswerden und einen deutschen annehmen wollen, natürlich auch mit der Argumentation, der ausländische Name würde zu Nachteilen und Diskriminierung führen.

So eine Auslegung ist für mich nicht nachvollziehbar, denn das fühlt sich wirklich an, als gäbe es deutsche Staatsbürger erster und zweiter Klasse, oder derber gesagt: "Echte Deutsche" und "Passdeutsche". Und es fühlt sich so an, als wäre Integration hierzulande nicht wirklich gewollt, d.h. Ausländer sollen gefälligst Ausländer bleiben, auch wenn sie formell bereits die deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben.

lg,

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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Bianca » 9. März 2015, 20:25

Moin Ihrs,

eure Gedanken dazu sind auch die meinen,aber... man könnte doch die Steuernummer,die ja schon ein Kleinkind hat als unveränderbare Größe hernehmen.Wie die Sozialversicherungsnummer in USA. Die kriegt man dort mit der Geburt und behält die bis zum Tode. Möglich Alternative?
Und es ging ja hier auch nicht um den Wechsel des Namens,wie gesagt,da bin ich ganz eurer Meinung,daß das nicht geht,sondern um eine Ergänzung.Beispielsweise eine Marie oder was weiß ich als zweiten Vornamen hinzufügen? So daß die alte Identität erkennbar bleibt.

LG Bianca
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Re: Kein weiblicher Vorname für Transvestiten

Beitragvon Elviera » 10. März 2015, 01:00

Das Problem ist dass man da ein ganzes Arsenal an Zusatzgesetzen benötigen würde und unter dem Strich niemand wirklich mehr durchblicken würde.
Und wenn man das über die Steuernummer machen würde dann würde hinter dieser Steuernummer regeln würde dann müsste hinter der Nummer und dem neuen Namen auch noch der alte stehen damit die Person zugeordnet werden kann. Z.B. Klaus Meier alias Klaudia Meier. alias Hugo Meier, alias usw. Wie würde Dir das gefallen?
Um die Person aber zweifelsfrei zuordnen zu können würde man wohl auch das Offenbarungsverbot ersatzlos streichen müssen, da jede offizielle Stelle z.B. die Polizei, Strassenverkehrsamt, Kreditgeber, was weiss ich wer noch alles, sonst ja den Antrag für den Antrag eines Antragsformulars stellen müsste. Beabeitungszeit Tage oder Wochen bevor er Auskunft bekommt.
Das geht wohl nicht, denn jeder Missetäter hätte in dieser Zeit erneut die Möglichkein seinen Namen erneut zu wechseln was neue Anträge erforderlich macht. Nun wenns einem nichts ausmacht mit dem Koffer in der Hand zu leben? Könnte es dann aber nicht auch sein das es dann auch hier bei uns eine Brance geben wird die ín Amerika Alltag ist, hier bei uns jedoch nicht existiert? Nämlich Kopfgeld bzw. Kautionsjäger? Also wenn ich von jemandem ne grössere Summe Geld zu bekommen hätte, ich wäre da schon versucht so jemanden zu beauftragen.
Nee so was wie Namensänderung ohne den sog. wichtigen Grund? Das wirds wohl nicht geben, es sei man streicht das Geheimhaltungsverbot.
Bedenke dass in unserer Rechtsprechung jeder unschuldig ist solange seine Schuld nicht bewiesen ist. Nur wie will man eine Schuld beweisen wenn man noch nicht mal die Identität einer Person zweifelsfrei festgestellt werden kann und diese Person nicht einmal festgesetzt werden kann damit sie nicht gleich wieder abtaucht und den namen wechselt?
Alternativ können wir uns die Sache mit der Unschuld und der Untersuchungshaft ( 3 Tage max.) ja auch noch mal überlegen.
Setzen wir sie doch fest bis zur Gerichtsverhandlung, dann kann niemand abtauchen, und rechnen die Haftzeit der U- Haft bei Verutrteilung dann an. Durchschnittliche Haftzeit bis zur Gerichtsverhandlung derzeit etwa 3 bis 6 Monate.
Und was ist bei Unschuld?
Wohnung weg, Arbeit weg, U- Haft länger als die zu verbüssende Strafe? Pech gehabt.
Alternativ bei kleineren Delikten ein Schnellverfahren, d.h. Festnahme, Anklage, Verurteilung alles in wenigen Stunden. In Amerika nicht ungewöhnlich, aber hier bei uns?

So einfach wie sich manche das machen ist das leider nicht und was ich hier aufgeführt habe ist ja noch nicht mal 1% der Probleme die auftauchen würden wenn das Namensrecht in der geforderten Weise geändert werden würde, denn wie man sieht geht es dabei offensichtlich um jede Menge juristischer und auch gesellschaftlicher Umbrüche welche unweigerlich die Folge wären.
Es gäbe ein totales Chaos und die Kriminalität hätte schlagartig Hochkonjunktur. Es sei wir machens wie Amerika. Im Zweifelsfall verhaften.
Ich weiss auch nicht was das für Leute sind die sich solche Forderungen ausdenken, dabei aber nicht einmal verstehen dass wir als notwendige Konsequenz ähnliche rechtliche Zustände wie in Amerika auch bei uns bekommen.
Anders würde es nämlich nicht gehen zuzulassen das die Leute den Namen wechseln wie die Unterwäsche.

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