IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 19. Juli 2016, 02:41

Zuerst Orlando, dann Nizza, und jetzt dies hier:

http://www.focus.de/panorama/welt/blutt ... 41372.html

Es fällt immer mehr auf, dass Attentate von Personen verübt werden, die einzeln agieren, keine direkte Verbindung zum IS haben und auch den Behörden nicht als islamistisch bekannt sind. In Orlando und Nizza wurde sogar betont, dass die Täter als nicht besonders religiös bekannt waren und Jungspunde waren das auch nicht mehr, sondern verheiratete Männer mit Kindern. Was aber beiden Tätern gemeinsam war, ist eine psychiatrische Vorgeschichte bzw. sie wurden als nicht religiös, aber psy. problembehaftet beschrieben.

Nun isses aber Fakt, dass der IS ALLE Muslime aufgefordert hat, "Ungläubige" zu töten.....und wer keine Waffen hat und nicht IS-Mitglied ist, der soll eben Leute mit dem Auto überfahren oder mit Küchenmessern oder Äxten angreifen.

Ich meine, psy. Erkrankte gibt es unabhängig von Ethnie oder Religion. Tatsache ist aber, dass z.B. die Wahninhalte von Psychotikern abhängig vom kulturellen Background sind. Und da zur Zeit doch recht viel vom Islam und insbesondere von Islamismus die Rede ist, würde es mich nicht wundern, wenn da ein bislang nicht sehr religiöser, aber psychisch erkrankter Muslim in einem akuten Schub austickt und urplötzlich meint, Allah habe ihm zugeflüstert, er müsse "für den IS" töten.

Und ich denke mal, die Führer des IS wissen sowas durchaus, denn die dürften über ein gewisses Maß an Bildung verfügen. Könnte es tatsächlich sein, dass der IS gezielt mit einkalkuliert, psychisch Kranke quasi als "Waffen" zu missbrauchen ? Dann müssten wir uns warm anziehen......

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 20. Juli 2016, 00:26

Darüber habe ich auch schon oft nachgedacht denn Bekannterweise lassen sich junge unerfahrendne Leute besonders leicht radikalisieren, besonders dann wenn sie auf der Schattenseite des Lebens stehen. Ebenso ist es ja bei psychisch Kranken, oder irgendwie anders psychisch Labilen und konfliktbehafteten Leuten, ihnen allen gemeinsam ist die Eigenschaft über das Unrecht in der Welt, ganz besonders das gerade aktuelle Unrecht zu philosophieren.
Am Rande bemerkt: (Das kennt man so ja auch von einigen Ts Organisationen.)
Und einige davon werden manchmal auch aktiv, die muss der IS noch nicht mal rekrutieren, die radikalisieren sich praktisch selber.
Ausbilden muss man sie auch nicht.
Man wartet einfach ab ob irgend ein ein Anschag eines selbsternannten Djihadisten dessen letzten Worte Allah hu akbar waren funktioniert hat, dann bekennt man sich dazu und steht ganz prima da. Und das Beste, es hat nix gekostet.
Hats nicht funktioniert geht man auf Distanz, denn man hat sie nicht ausgebildet oder rekrutiert.
Je nach Bedarf und vor allen Dingen nach dem Verlauf der Aktion, kann man es sich zurechtbiegen wie es gerade notwendig ist oder man es braucht.
Mal ehrlich, ziemlich dumm wärs, wenn man das nicht ausnutzen würde.

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 20. Juli 2016, 02:20

Nicht nur wir sind dieser Meinung: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 03709.html

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon jessica » 22. Juli 2016, 20:10

Nun ist es doch so gekommen, was ich schon lange befürchtet habe.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/pa ... li=BBqg6Q9

Ich glaube mal, dass das jetzt wieder die AfD für ihre Zwecke ausschlachten will.
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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 23. Juli 2016, 01:46

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 23. Juli 2016, 01:53

Na ja dass es nicht ewig würde gutgehen können war zu erwarten.
Interessant finde ich nur den Zeitpunkt:

Halten wir mal fest:
1. Die Grenze ist Geschlossen.
Und warum bisher Ruhe war? Vermutlich wollten sie die unproblematischen Einreisebedingungen nach Europa über Deutschland nicht kaputtmachen. Aber damit ist es ja durch die Grenzschliessung vorbei. Warum also Deutschland nicht auch aufs Korn nehmen? Schläfer haben sie wahrscheinlich ohnehin genug eingeschleust, es gab ja kaum wirkliche Einreisekontrollen, und die Behörden waren ob der Masse völlig überfordert. Wie naiv muss man eigentlich sein so eine Chance ungenutzt zu lassen?

2. Der Bundestag hat Erdogan klargemacht das Merkel nicht alleine über die Türkeiverträge zu entscheiden hat, indem er die Resolution "Armenien-Genozid" verabschiedet hat, und der Rest Europas lässt keinerlei Zweifel daran das sie es genau so sehen.
Merkel steht also mit Erdogan im Schlepptau alleine auf weitem europäischem Flur.

3. Erdogan scheint nun seinerseits auch nur noch gemässigtes Interesse an Europa zu haben, daran lässt er durch sein Verhalten in den letzten Wochen keinen Zweifel.

Nun frage ich mich warum es gerade jetzt mit den Anschlägen in Deutschland losgeht, und noch eine Frage stelle ich mir seit geraumer Zeit.
Welche Rolle spielt Erdogan im Zusammenhang mit dem IS?

Gerade kommt die Meldung dass man Genaueres weiss und derzeit von einem Rechtsradikalen Anschlag auszugehen scheint.
Mal schauen was los ist, vielleicht ist der IS diesesmal wirklich unschuldig?
Das ändert aber nichts an meinen Fragen

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon jessica » 23. Juli 2016, 16:31

Das sind die Reaktionen der AfD auf das Geschehen in München. Ich finde es verwerflich, dass diese rechtsradikale Partei das so ausnutzt, um noch mehr Unfrieden in der Bevölkerung zu schüren.
Diese Partei sollte sich wirklich mal auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen.
http://www.huffingtonpost.de/2016/07/22 ... 46098.html
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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 24. Juli 2016, 01:23

Das ist Politik und die ist nicht immer ehrlich oder sauber, sondern man versucht aktuelle Geschehen auszunututzen. Oft geug kommt das was offiziell als Wahrheit bekanntgegeben ist der Wirklichkeit nicht mal nahe, wobei der Nachweis dessen ist manchmal schwierig und meisst unmöglich ist.

Bei dem Attentat in München war es ja nur ein Amoklaufender der starke psychiische Probleme hatte, das wird zumindest von der Regierung und der Presse behauptet.
Das Attentat von Würzburg war vom Is durchgeführt worden, das behauptet der IS jedenfalls.
Nun haben wir ja gerade festgestellt das es Sinn macht sich was an die Fahnen zu heften obwohl man eigentlich gar nichts damit zu tun hat.
Was also stimmt und was nicht?
Hat sich der IS bei dem Münchenerr Attentat vielleicht einfach nur zu spät gemeldet weil unsere Polizei schneller war mit der Aufklärung und Bekanntgabe des Ergebnisses?
Hellhörig hat mich die Tatsache werden lassen dass es in München ein Deutsch-Iraner war und es durchaus genau so gut sein kann dass es einer der Selbstradikalisierten war, mit denen wir es in Zukunft woh noch öfter zu tun haben werden.

Ich denke an der Anzahl der nun folgenden Attentate, dem Vorgehensschema der Ordnungskräfte, und besonders an der Bekanntgabe der Ermittlungsergebnisse werden wir in Zukunft recht gut erkennen was ins Reich der Propaganda gehört und was nicht.

Wie viele Attentate hatten wir eigentlich in den letzten 5 Jahren zusammengenommen?
In der letzten Woche hatten wir 2, und in beiden Fällen hat man gesagt es waren psychisch Kranke.
In München war es glaubwürdig weil es kein Bekennerschreiben gab, in Würzburg war man zu langsam, das IS Bekennerschreiben war schneller.
Auffällig war in München auch noch dass man offensichtllich alles, aber auch wirklich alles daransetzte das zum Abschluss zu bringen, und zwar möglichst schnell um mit einer absolut glaubwürdigen Beweisskette noch in der gleichen Nacht an die Öffentlichkeit treten zu können.
In Würzburg hatte man da wesentlich weniger Ehrgeiz entwickelt.
Tatsache ist ebenfalls dass es in beiden Fällen Leute mit Migrationshintergrund waren.
Was also ist wahr und was nicht? Ich weiss es auch nicht! Es gibt Gründe dafür und dagegen.
Und eines dürfen wir auch nicht vegessen, die Propagandaschlacht läuft auf allen Seiten auf vollen Touren.
Aber zweifellos haben die Pressesprecher unserer Regierung recht, schliesslich sind wir ja die "Guten". :mrgreen: zahn

Und wenn ich persönlich noch was dazu anmerken darf:
Seit Gutenbergs Zeiten sind mehr Menschen durch das Blei aus den Setzkästen getötet worden, als durch das Blei aus den Gewehrläufen, und das ist, zumindest wie es den Anschein hat, wohl nicht nur der AFD bewusst.

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 24. Juli 2016, 01:45

Nun ist schon mehr bekannt: Der Täter ist mit 18 Jahren ebenfalls noch sehr jung, hat iranische Wurzeln, aber die deutsche Staatsangehörigkeit. Die derzeig kursierenden Pressemeinungen gehen von einem völlig unpolitischen Jugend-Amoklauf aufgrund von psychischer Erkrankung aus, wie z.B. der Amoklauf in Erfurt:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/m ... 04430.html

Aber das ist genau der Punkt hier in diesem Strang: Bei den derzeit sich häufenden Einzeltätern verschwimmen m.E. die Kategorien "Amoklauf" und "Terroranschlag" und überlappen sich. Man kann natürlich nicht mehr sagen, was im Kopf dieses jungen Mannes vorging, denn er ist tot. Und natürlich, es kann auch purer Zufall sein, dass der Täter einen Migrationshintergrund aus einem streng muslimischen Land hat und ausgerechnet zu dieser Zeit die Tat begeht. Und natürlich sind es individuelle Eigenheiten eines Täters, wenn er sich während der Tat wie eine Figur aus einem Ballerspiel kleidet (was ein anderer Täter in einem früheren Amoklauf getan hat) oder wie der Axttäter von Würzburg ne selbstgemalte IS-Flagge im Zimmer hat. Sowas wie ein Ballerspiel-Outfit oder auch der IS sind gewissermaßen nur Botschaften, mit der ein psy. kranker Täter seiner Tat irgendeinen krausen "Sinn" geben will und mit der er zeigen will, wie sehr er mit der Gesellschaft auf Kriegsfuß stand.

Aber klar dürfte sein, dass der IS wohl psychisch Kranke dazu inspirieren kann, Amok zu laufen, auch wenn sie keine Verbindung zum IS haben. Und genau das ist der Punkt.....es macht bei dieser neuen Form der Gewalt keinen Sinn mehr, zwischen krankheitsbedingtem Amoklauf und Terroranschlag zu unterscheiden.

Zu den Punkten, die Elviera bezüglich des Timings der Anschläge in DE erwähnt hat, kommt noch der Brexit hinzu. Wer dvon ausgeht, dass der Brexit der Startschuss zum Zerfall der EU ist und die Mission, die EU zu zerschlagen, für geglückt hält, der hat natürlich kein Interesse mehr an einem EU-Beitritt, auch wenn das Interesse früher mal da war.

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 25. Juli 2016, 01:36

Und so gehts weiter, jetzt ist ein Syrer ausgetickt:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 55784.html

Wenn dat sowieso ne Beziehungstat war, wat hat das dann in der Sektion "Politik" zu suchen ?

Natürlich kann es sich hier um einen Unfall bzw. technisches Versagen handeln, ganz klar. Aber trotzdem mal schauen, wies weitergeht:

http://www.focus.de/panorama/welt/in-de ... 59057.html

Sieht eher so aus, als hätte ich keine Lust mehr, an komische Zufälle, Mondsucht oder an den aggressionsfördernden Einfluß von Sonnenstürmen zu glauben.

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 25. Juli 2016, 01:46

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 25. Juli 2016, 02:20

.. und wieder ist man um schnellstmögliche Aufklärung bedacht, möglichst noch in dieser Nacht.
Könnte sich ja sonst irgendwer dazu bekennen?

Vielleicht lohnt sich ein neuer Strang mit den Titel: "Und dann hats Bumm gemacht."
Das war mir bisher zu reisserisch, aber wenn das so weitergeht? Ich meine immerhin waren es 3 Attentate in einer Woche.
Aber viell. wirds wegen dem Sommerloch und aufgrund der aktuellen Situationauch auch nur von der Presse ein wenig aufgebausch,und es ist statistich nicht mehr als in der BRD auch sonst passiert?

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 26. Juli 2016, 00:55

Nein, nach klassischem Sommerloch-Füller klingt mir die ausführliche Berichterstattung über die sich häufenden Attentate nicht. Amokläufe von Jugendlichen oder auch Bombenanschläge gehören (noch) nicht zur Alltagsgewalt in DE, über die es sich nur aufgrund von Sommerloch-Gähnen zu berichten lohnt. Hierfür würden sich andere Themen besser eignen, wie z.B. die anstehende Olympiade.

Der Ansbach-Anschlag war übrigens wirklich ein Sprengstoffanschlag mit IS-Bekennervideo, Täter war ein syrischer Flüchtling. Aber der hat laut Fernsehnachrichten auch eine psychiatrische Vorgeschichte und bereits zwei ("normale") Suizidversuche auf der Uhr. Das Täterprofil passt also wie die Faust aufs Auge in unseren Strang hier rein.

Dennoch denke ich, dass die Berichterstattung ein Ziel verfolgt: Indem sie uns quasi mit dem Thema flutet, soll sie uns desensibilisieren, eine Art mediale Konfrontationstherapie also. Das enthält natürlich auch die Botschaft, dass das, was jetzt noch nicht alltäglich ist, zum Alltag werden wird. Und wir wie z.B. die Menschen in Israel permanent mit der Realität solcher Gewalt werden leben müssen, ohne dabei irre zu werden. Wir werden also auf eine steigende Anzahl von Anschlägen psychisch vorbereitet, so zumindest meine Meinung.

Was ich jetzt mache ? Nun, rational denken: Die Wahrscheinlichkeit, durch einen Verkehrsunfall zu sterben ist auch bei steigender Anzahl von Amokläufen noch x-mal höher als bei einem IS-Anschlag zu sterben. Von daher gibts bei mir "Business as usual", was mein Reise - und Einkaufsverhalten betrifft.

Ich wollte mit diesem Strang auch ganz sicher niemandem ne Paranoia einreden, ganz im Gegenteil. Mir gehts ganz nüchtern nur um ein Erkennen von Zusammenhängen.......und auch um den Umstand, dass wir hier in der Tat nichts an den Anschlägen ändern können, da müsste schon die Regierung drastische Schritte unternehmen. Last but not least wäre noch hinzuzufügen, dass vor allem die AfD von den Terror-Ängsten der Menschen profitiert. Mit Angst im Kopf sind die Ohren noch viel empfänglicher für die Flötentöne des Pfeifers, der einst durch Hameln ging. Und leider vergisst man dabei zu schnell, wem man da folgt.....

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 28. Juli 2016, 00:40

Ich frage mich gerade ob man Fanatiker von einem gewissen Grad an nicht generell als geistig verwirrt ansehen muss.

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 28. Juli 2016, 02:14

Jaja, irgendwie bestehen da schon klare Parallelen zwischen Fanatismus und Geisteskrankheit. Wenn man so die fixen Ideen des Fanatikers mit denen des Wahnkranken vergleicht ? Ich meine, du kannst einen Fanatiker auch mit den einleuchtendsten rationalen Argumenten nicht von seiner subjektiven Wahrheit abbringen, das erinnert ja fast schon an Wahngewissheit. Genauso wird das ganze Leben eines Fanatikers von seinem Fanatismus bestimmt, links und rechts davon gibt es nichts mehr.

Man sehe sich nur mal den Lebensstil eines fanatischen IS-Anhängers an..... jede Minute wird da versucht, den (vermeintlichen) Lebensstil Mohammeds zu kopieren, bis hin zur vorsintflutlichen Mundhygiene per Holzstückchen statt Zahnbürste. Tut man das nicht, landet man in der Hölle.

Und ein psychisch Kranker, der davon ausgeht, vom KGB verfolgt zu werden ? Für den gibt es auch keinen Lebensinhalt mehr außer seiner Lebensaufgabe, den eingebildeten Verfolgern zu entwischen. Und auch hier passiert wat ganz Schlimmes, wenn man beim Entwischen versagt.

Ich sags ja, man sollte IS-Anhänger, wenn man mal einen lebend erwischt, in die Klapper statt in den Knast bringen.....da wäre auch das richtige Signal an die IS-Führung: Statt Angst vor einer vermeintlichen "Religion" und dem durch sie verursachten Terror zu haben, sollte der Westen den IS als einen Haufen "armer Irrer" deklarieren, denen aber therapeutisch geholfen werden könnte.......

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 28. Juli 2016, 02:30

http://www.focus.de/panorama/welt/ich-s ... 69666.html

Fast schon zum Schmunzeln......

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 29. Juli 2016, 02:00

Interessanterweise könnte man diesen Gedanken noch weiterführen. Der IS-Kram ist ja nichts anderes als Religionsfaschismus in Reinkultur. Aber wenn man überlegt, dann tauchen ähnlich verbohrte Fanatiker wie beim IS auch bei anderen Formen des Faschismus auf, es gab z.b. auch Nazis, die den IS-Kriegern in Sachen Fanatismus ebenbürtig waren. Ja mir erscheint es so, als wäre die Entstehung einer faschistoiden Bewegung ohne einen gewissen Anteil an glühenden Fanatikern, welche die Mitläufer mitreißen, gar nicht möglich. Faschismus ist keine Meinung, sondern eine Geisteskrankheit ?

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 29. Juli 2016, 11:09

Ein solcher Verdacht drängt sich manchmal schon fast zwangsweise auf.
Aber eines ist Tatsache, nämlich dass solche Systeme sich zumeisst der bildungsarmen Unterschicht bedient, indem man ihnen Möglichkeiten bietet die sie sonst nicht hätten.
Gleichzeitig zieht man die Intelligenz aus dem Verkehr und natürlich, sobald man kann die Opposition.
Wenn das geschehen ist fällt die Maske und es geht erst richtig ab.

Mit der Zeit werden die politischen Ideen immer bizarrer werden bis sie mit gesunden Menschenverstand gar nicht mehr erfassbar sind
So wars zwischen 1933 und 1945 in Deutschland und die Ermordung von 5 Millionen Juden, zuzüglich anderer Randgruppen im industriellen Stil war eigenlich nur dadurch möglich dass man sich gar nicht vorstellen konne das jemand verrückt genug sein könnte so was wirklich und wahrhaftig zu tun.
Gesehen das plötzlich Menschen verschwanden, das hat jeder beobachtet. Und auch von den Konzetrationslagern wusste auch so gut wie jeder.
Aber sich vorzustellen das die Gerüchte wirklich wahr sind? Ich glaube das wollte man auch nicht, war es doch einfacher zu sagen: Nee- unmöglich, so krank ist keiner.
Wirklich nicht?
Sich so was vorzustellen das konnte kaum jemand, zu verrückt das Ganze. Und die Obrigkeit lieferte ja auch Erklärungen für das Verschwinden der Leute. Man redete von Umsiedlung. Diese Erklärung wurde von der Bevölkerung auch auf, bzw. gerne angemommen. Die kritischen Stimmen der Selbst- und Freidenker gab es nicht mehr denn den Kopf hatte man ja gleich zu Anfang abgeschnitten.
Es gab nur noch die bildungsarme Unterschicht in Führungspositionen und die waren willige Erfüllungsgehilfen weil diese Personekreis 1. sich als dankbar erwies für die Karrieremöglichkeiten die sich plötzlich für sie eröffnet haben, und 2. sie es auch gar nicht wiklich gewohnt waren kritisch zu denken und letztlich auch nicht gewohnt waren kritische Gedanken offen zu äussern.
Nicht zuletzt wusste man ja was mit den ewig Nörgemden geschehen würde.

Und wenn wir uns nun die Entwicklung der Türkei nach dem Putschversuch anschauen dann fragt man sich eigentlich kaum noch:
Quo Vadis Türkei

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Goldmarie » 1. August 2016, 01:49

Ein Beitrag von Dr. Iris Hauth, der Chefärztin des Alexianer St.-Joseph-Krankenhauses in Berlin:
http://www.zeit.de/video/2016-07/5057234746001/anschlaege-in-deutschland-taeter-haben-in-der-regel-keine-psychische-stoerung

LG
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Es soll sich regen, schaffend handeln, / Erst sich gestalten, dann verwandeln; / Nur scheinbar stehts Momente still.
Das Ewige regt sich fort in allen: / Denn alles muß in Nichts zerfallen, / Wenn es im Sein beharren will.

Johann Wolfgang von Goethe
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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 1. August 2016, 02:16

Wohl wahr, eine gestörte Persönlichkeitsentwicklung ist in dem Sinne keine Geisteskrankheit.
Aber wo letzlich ist in der Praxis des Alltagsgeschehens der Unterschied zwischem Amoklauf oder gar einem Anschlag mit eine Sprengstoffgürtel weil man gemobt, gefrustet, ausgegrenzt was weiss ich noch alles ist, oder weil man unter einer paranoiden Schitzopphrenie leidet?
Beides bedarf dringends der Behandiung sonst kanns leicht ein schlimmes Ende nehmen. Wie gesagt kann- muss nicht. Aber weiss mans vorher?
Ich finde dass es wissenschaftlich gesehen schon wichtig ist den Unterschied klar zu definieren.
Aber in der Praxis ist es Haarspalterei.
Beide gehören in Behandlung, und zwar deshalb weils nicht gesund ist. Der Rest ist Sache der nicht praktizierenden Psychologen und Psychiater die fernab des Weltengetöses in ihrem Elfenbeinturm der Universitäten sitzen.

Der praktizierende Psychologe oder Psychiater an der Ecke, der täglich mit der Praxis konfrontiert ist hat wohl für solche Überlegungen nicht den Sinn und nicht die Zeit, gilt es nämlich Schlimmeres zu verhindern.
Er dürfte das daher verm. recht ähnlich sehen dass es lediglich 2 verschiedene Arten von Verrücktheit sein dürften, die aber beide branntgefährlich sein können, und daher behandlungsbedürftig sind, So denke ich jedenfalls.

Dass man so etwas plant ein mal geäussert hat und bei dem Richter bei der Anhörung wiederholt? Das genügt für einen Beschluss zur Zwangseinweisung, wobei es völlig wurscht ist ob es dabei um eine Geisteskrankheit oder eine Persönlichkeitsstörung handelt.
Die Schuldfähigkeit ist noch ne andere Sache, aber generell ist ein Geisteskranker nicht automatisch auch schuldunfähig, genau so kann jemand mit einer Persönlichkeitsstörung durchaus auch schuldunfähig sein. Oder eben auch schuldfähig.
Es ist also wirklich völlig wurscht,sondern es muss immer und in jedem Falle einzeln geprüft werden, und zwar dringend, möglichst bevor was passiert.
Und genau das hat man in Ansbach, besonders aber in Würzburg versäumt.

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 2. August 2016, 02:13

Ich behaupte mal, dieser Strang hier hätte sich absolut identisch entwickelt, wenn wir als Beispiel statt der Geisteskrankheit eine narzisstische (Persönlichkeits-)Störung oder sowat herangezogen hätten. Die Unterscheidung der Störungsbilder hat hier wirklich nur theoretischen Wert, beides kann eben im Extremfall auf eine fremdgefährdende Art und Weise "krank im Kopp" sein, wenn ich mir die saloppe Bemerkung erlauben darf.

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Goldmarie » 2. August 2016, 03:02

Bei dem von mir zitierten Link hatte ich das unbestimmte Gefühl, dass in der Argumentation der Frau Doktor ein logischer Fehler steckt. Ich habe nochmal darüber nachgedacht: Wenn psychisch Kranke in der Regel nicht zu Tätern werden, bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass Täter keine psychische Störung haben. Das ist Logik. Aus A->B folgt nicht B->A.

LG
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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 2. August 2016, 03:20

Hallo Maria,
überall da wo`s menschelt kommt man mit der Logik 1X1 macht logischerweise immer noch 1 nicht mehr weiter.
Und im besonderem Masse aber gilt das in den Bereichen Psychiatrie, das zu verstehen, zu akzeptieren, und vor allen Dingen auch anzunehmen, das ist die halbe Miete wenn man sich mit so was auseinandersetzt. Erst wenn man das akzeptiert hat kann man sich den Denkweisen psychisch Kranker nähern.
Und das ist dann gar nicht mehr so schwer wie man vielleicht meinen sollte. :hallo:

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 3. August 2016, 02:31

@ Alle
Eine Preisfrage:
Ein Beispiel aus dem Alltag der Pychiatrie wie er nicht täglich, so aber doch gelegentlich und immer wieder mal vorkommt.
@ Charon, nix sagen. ;)

Eine Frau, kann auch ein Mann sein, ist egal, unter Depressionen leidend hat eine Abschiedsbrief geschrieben und beschlossen sich das Leben zu nehmen.
Vorher aber will er/ sie noch an irgend einem Menschen der ihn/sie irgendwann einmal sehr verletzt hat Rache nehmen und es kommt zu einer Messerattacke aus dem Hinterhalt, die jedoch misslingt.
Der oder die Täter/in ist darauf flüchtig, die Polizei wird natürlich benachrichtigt aber auch nach intensiver suche ist der Täter oder die Täterin nicht auffindbar. Die Angehörigen machen sich natürlich Sorgen wegen des Abschiedsbriefes.
Was wird mit dem Täter/Täterin und wie geht sie Sache wohl aus?
Hier ist nun Eure Prognose gefragt!
Was denkt ihr?

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Goldmarie » 3. August 2016, 14:39

Ich denke, dass es davon abhängt, wie wichtig ihr die Rache ist. Wenn es nicht sooo wichtig ist und/oder gerade eine gute Gelegenheit ist, sich umzubringen, wird sie es vielleicht machen. Ich halte es aber für wahrscheinlicher, dass sie die Suizidpläne aufschiebt und einen neuen Racheversuch startet.

Ich versuche es mal nachzuempfinden: Da sitzt der Rachestachel im Herzen und der tut weh... Ich kann mich nicht in Ruhe umbringen, wenn ich nicht vorher meine Rachegelüste befriedigt habe. Richtig?

Dabei ist Verzeihen-können so befreiend...

LG
Maria
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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon jessica » 5. August 2016, 19:46

Ich habe mich schon oft gefragt, wie es die IS schaft, so viel Propaganda, Enthauptungen usw. ins Netz zu stellen.
Wo ich aber das Nachfolgende gelesen habe, ist mir nichts mehr eingefallen.
http://www.msn.com/de-de/nachrichten/po ... li=BBqg6Q9

Ich begreife einfach nicht, dass diese Seiten nicht lahmgelegt werden können.
Die sind in der Lage, pornographische Seiten zu schließen, und die Urheber festzusetzen, aber die Seiten von der IS nicht.
Weiterhin verstehe ich nicht, warum die Provider nicht zu einer milliardenschwerde Klage verurteilt werden, damit solche Sachen nicht mehr im Internet verbreitet werden.
Im letzten Jahr sind über eine Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.
Sehr viele sind doch gar nicht registriert worden. Wie viele Schläfer darunter sind, ist vollkommen unbekannt.
Wie gefährlich das ist, haben wir ja in den letzten Monaten gesehen in München usw..
Selbst in den sozialen Netzwerken wird nach meiner Meinung ja auch Werbung für die IS gemacht.
Dass aber gerade Jugendliche und sogar auch Kinder anfällig sind, ist ja wohl nicht mehr von der Hand zu weisen.
Wie viele Jugendliche und Kinder haben sich denn schon zur IS auf den weg gemacht, wo diese Kinder usw. für Selbstmordkommandos genommen werden.
Ich meine dann zu Recht, dass dagegen etwas unternommen werden muss, und die Provider zur Verantwortung gezogen werden müssen.
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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 7. August 2016, 00:49

Hallo Maria,
in der Tat ist es so das manche Suizidanten sich mit einem ganz besonderen Paukenschlag verabschieden wollen. Rache ist nur eine von vielen Dingen die da als Motivation dienen können, aber es gibt noch jede Menge andere Gründe.
Ihnen allen aber ist eines gemeinsam, denn wenn dieser Paukenschlag misslingt ist oft die Puste raus und nichts weiter passiert.
Irgendwie scheint das bei so einem Suizid mit Paukenschlag die halbe Miete des komplexen Vorgangs zu sein.
Meine Hand würde ich dafür zwar nicht ins Feuer legen wollen, wie überall wo`s menschelt, aber man kann den Umständen entsprechend trotzdem doch guter Dinge sein die betreffende Person lebend wiederzusehen.

Wenn so ein Anschlag jedoch gelingen sollte und man daher damit rechnen muss wegen Totschlag oder gar Mord zur Rechenschaft gezogen werden wird, bringt das den Suizidanten in starken Zugzwang.
In so einem Falle würde ich nicht die Hand dafür ins Feuer legen wollen ihn lebend wiederzusehen. und der Rest ist bekannt.
Als aktuelles Beispiel können wir den Attentäter von München nehmen. Einzeltäter, bennachtteiligt, gemobbt, Depressionen entwickelt, Racheplan mit Paukenschlag geschmiedet, ethische/religiöse Ziele formuiert um die Tat vor sich selber rechtfertigen zu können, Wumme besorgt und der Rest ist bekannt.
Ein menschliches Drama und nur Augenscheinlich eine politisch/religiös motivierte Tat, sondern eher ein Hilferuf

@ jessica
Also so wie ich das verstanden habe ist es kein Problem sein eigenes Land abzuschotten, aber ein anderes Land I-Net mässig dicht zu machen funktioniert nur wenn alle mitmachen würden. Das aber dürfte schwerlich zu realisieren sein , denn viele islamische Staaten werden sich da querstellen.
Und das hiesse dann in der Paxis das man die Filme von woanders aus ins Netz stellt.
Ich fürchte dass es noch immer zu viele Bananenrepubliken, oder auch einfach nur User gibt die mit dem IS sympatisieren. Es gibt auch Staaten denen es schlichtweg egal ist, besonders dann wenn der Is dafür noch was dafür springen lassen würde.
Mit Verschlüsselungsprogrammen wie z.B. Tor, die übrigens so gut funktionieren dass selbst der BND da passen muss bräuchte man noch nicht mal ins Ausland gehen.

Aber noch was anderes ist es was mir wirklich Halsschmerzen bereitet, denn das wäre Zenzur.
Und das ist eindeutig ein Schritt in die falsche Richtung.
Sicherlich mag im Moment der Zweck die Mittel heiligen, aber ein ein mal geschaffenes Gesetz haben wir dann am Hals und eine ein mal eingeschlagene Richtung kann man dann so schnell nicht mmehr ändern. Besonders dann nicht wenn die Obrigkeit es ganz praktisch findet.
Und wer in etwa 10 Jahren die Obrigkeit sein könnte? das weis heute noch keiner. Aber wer`s sein könnte das wissen wir nur zu genau und denen muss man den Weg ja nun wirklich nicht durch eine solche Rechtslage auch noch erleichtern.

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 7. August 2016, 01:56

Tja, ich wäre auch davon ausgegangen, ein Häufchen Elend nach dem misslungenen Attentat vorzufinden. Ein schwer Depressiver hat oft nicht mal die Energie, sich von der Couch hochzuwuchten. Einen sog. "erweiterten Suizid" zu planen und durchzuziehen, da muss so jemand schon die allerletzten Kraftreserven der Verzweiflung mobilisieren.......welche er überhaupt nur mobilisieren kann, weil er davon ausgeht, nach dem "Ka-Wumm" endlich für immer und ewig vom Schmerz befreit zu sein.

Gut möglich, dass - wie Elviera schon gesagt hat - der Täter sich doch noch alleine tötet, weil er ja weiß, dass seine Tat strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird. Ich halte es aber genausogut für möglich, dass er sich sogar völlig widerstandslos der Polizei stellt und nicht erst gesucht und aufgegriffen werden muss. Denn mit der Wiederkehr des großen Elends nach dem misslungenen Anschlag stellen sich auch Schuldgefühle ein, wir reden hier ja nicht von einem Soziopathen. Und Gefühle von Schuld, Versündigung und Totalversagen im Leben, die können bei Depressiven sogar ohne so einen handfesten Grund wie einem Anschlagsversuch recht heftig ausfallen, und daraus resultiert dann häufig auch der Wunsch nach Buße bzw. harter Bestrafung. Und in diesem Falle würde sich der Täter sogar einen sehr strengen Richter wünschen.

Solche Seiten im Netz, die psychisch labile potentielle Täter zu einer "Schnell-Radikalisierung" verleiten, dürften eventuell recht schwer zu finden sein, je nachdem wie clever die Betreiber sie tarnen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass diese Betreiber so dämlich sind und es zulassen, dass man sie findet, wenn man nach Islamismus oder IS sucht.

Es gab ja schon mehrere sog. "Suizidforen", in denen es nicht um den Erhalt des Lebens ging, sondern deren Zielsetzung die Akzeptanz des Todeswunsches und Hilfe bei der Umsetzung war. Solche Gruppen im Netz haben schon mehrere tote Teenager auf dem Gewissen, darunter auch Gruppensuizide. Und solche Foren hat man immer dann erst geschlossen, nachdem es mindestens einen Toten gegeben hat, der nachweislich in einem solchen Forum in den Tod getrieben wurde.

Und ich halte es für gut möglich, dass es Islamisten-Gruppen im Netz gibt, die sich erstmal als "Suizidforum" oder "Therapiechat" tarnen, um geeignete Kandidaten (z.B. Vorliegen eines Migrationshintergrundes) herauszufiltern und gezielt in den Märthyrer-Zug zu setzen. Psychisch Kranke eben gezielt als Waffen benutzen ! Denn ein psychisch Labiler bzw. schwer Depressiver, der bisher mit Islamismus noch nie was am Hut hatte, sucht in seinem Todeswunsch wohl zuerst eher nach einem Suizid - als nach einem Islamistenchat. Und spätestens hier an dieser Stelle müsste die Polizei in allen Psycho-Foren schnüffeln, was nun wirklich Gestapo-Methoden wären, die wir sicher nicht haben wollen.

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Charon » 10. März 2017, 02:05

Es geht wieder weiter mit seltsamen Amokläufen, diesmal bei euch um die Ecke: http://www.focus.de/politik/experten/ke ... 64755.html

Noch ist nichts Näheres über den Täter bekanntgegeben worden, warten wir also mal auf weitere Infos.

Hoffentlich alles in Ordnung bei euren Freunden und Bekannten ? Einige benutzen ja doch die Öffis und nutzen auch diesen Bahnhof regelmäßig.

lg,

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Re: IS: Psychisch Kranke als "Waffen"?

Beitragvon Elviera » 10. März 2017, 02:37

Da mache ich mir derzeit auch Gedanken, aber ich weiss noch nix.
Ich bin erst kurz vor 24:00 Uhr nach Hause gekommen und mochte so spät nicht mehr anrufen.
Wenn was passiert sein sollte würde ich niemaden erreichen und könnte so oder so nichts weiter tun.
Aber es gibt ja noch jede Menge andere Gründe das niemand zu Hause ist, und dann mache ich mir die ganze Nacht einen Schädel ohne was tun zu können. Das Handy ist normalerweise sowieso aus!
Sollte aber jemand zu Hause sein so wird er über einen Anruf zu so später Stunde wohl recht ungehalten sein.

Ich glaube es ist besser bis Morgen zu warten, so, oder so,oder auch anders, besser ist das.
Ich gebe aber laut sobald ich was weiss.

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