Türkei

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Beitragvon Elviera » 18. Juni 2013, 01:27

Hat man uns von dort aus nicht erst vor kurzem noch unsere jüngere Vergangenheit vorgeworfen?
Hier man eine Demonstration dessen was man in der Türkei unter Rechtsstaatlichkeit versteht.
Soll die EU, ganz besonders Deutschland sich daran vielleicht ein Beispiel nehmen?
http://alles-schallundrauch.blogspot.de ... eg-in.html
Also Herr Erdogan, Butter bei de Fisch` wie denkste Dir das eigentlich?
Soll das etwa der neue Masstab der Eu für die Zukunft sein damit auch die Türkei in die Lage versetzt wird sich in Europa zu integrieren?

Ihr müsst noch verdammt viel lernen wenn Ihr Europäer sein wollt.

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 18. Juni 2013, 02:22

Naja, irgendwie denke ich hier auch an sowat wie Stuttgart 21, das ist ja noch gar nicht lange her. Auch der türkische Aufruhr hat ja mit sowat wie Stuttgart 21 begonnen und es ging theoretisch erstmal nur um einen Park bzw. um einige Bäume, die einem Einkaufszentrum hätten weichen sollen.

Und wir alle erinnern uns, wie die deutsche Polizei auf die definitiv gewaltlosen Stuttgarter Demonstranten reagiert hat und sehen Bilder vor uns wie z.B. das Foto eines älteren Herrn, dem ein staatlicher Wasserwerfer das Augenlicht ausgeschossen hat. :!:

In der Türkei isses im Gegensatz zu DE halt nur so, dass die Demonstranten nicht weichen wollten, sondern der ursprüngliche Kampf um ein paar Bäume dreht sich jetzt um ein viel ernsteres und viel fundamentaleres Problem. Was wäre denn gewesen, wenn in DE sich die Demos auch ausgeweitet hätten und statt eines popeligen Bahnhofs plötzlich ganz andere Themen auf der Agenda der Demonstranten gestanden hätten ? Seid ihr euch da so sicher, dass bei so einem Szenario die deutsche Polizei viel "EU-würdiger" vorgegangen wäre als die türkische ?

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 18. Juni 2013, 23:11

Nun ja ganz so ist es wohl doch nicht, immerhin ging Stuttgard 21 ein jahrelanger Rechtsstreit durch restlos alle Instanzen voraus. 10 oder 15 Jahre? Und wie es so ist, ist man vor Gericht und auf hoher See in Gottes Hand und das gilt für beide Parteien. Die Richter hätten der anderen Meinung genau so folgen können und dann wärs nix geworden mit dem schönen neuen Bahnhof. Aber da die Richter nun mal geurteilt und Recht gesprochen haben, und die Rechtsmittel erschöpft sind, muss man sich halt beugen. Wers nicht versteht-verstehen will und die Baustelle blockiert der bricht richterlich zugesprochenes Recht, so is` dat numa` mit dat.
Es ist vielleicht nicht perfekt, aber es ist rechtsstaatlich.

Andererseit sollte man allerdings bedenken welch immenser bürokratischer Aufwand dazu erforderlich war bei dem ganze Heerscharen von Gutachtern und Juristen in Wallung versetzt werden mussten bis die Richter sich ein einigermassenes Bild machen konnten. Und das wird alles in jeder weiteren Instanz von vorne angeleiert.

Alternativ: Kein grossartiges Gelaber, der Bürger hat nix zu wollen und deshalb sofort Gummipissel raus, ordentlich auf die Nuss, und immer druff, wie auf kalt Eisen, gut is` Ruhe is` und ab dafür?
Wir beklagen doch immer den Wasserkopf der Bürokratie. Auf diese Weise könnte man doch das ganze Klageverfahren und natürlich auch viel Zeit und Geld einsparen wenn man gleich ohne weitere Umschweife zum "Schlagstock frei" kommt.
Die Türkei machts vor.

Aber sollten wir uns daran wirklich ein Beispiel nehmen?

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 19. Juni 2013, 01:35

Mich würde mal interessieren, auf welche rechtliche Grundlage Herr Erdogan sein harsches Vorgehen überhaupt stellt. :!:

Irgendwie scheint er das mit dem Thema Demokratie noch nicht richtig behirnt zu haben bzw. auch nicht behirnen zu wollen. Mir kommt es so vor als würde ihm die Tatsache, dass er durch eine Wahl an die Macht gekommen ist und nicht durch einen Akt der Gewalt oder mittels Vererbung des Amtes schon als Zugeständnis an das Thema Demokratie ausreichen. Er wirkt auf mich also wie ein "gewählter Diktator". Sobald so jemand durch ne Wahl legitim im Amt ist, glaubt er wie ein Diktator tun und lassen zu können was er will......und wenn das Volk aufmuckt, dann eben "Knüppel aus dem Sack". Solche "gewählten Diktatoren" trifft man auch in jenen Ländern an, in denen der Arabische Frühling stattgefunden hat.

Da ist eben die Demokratie noch in keinster Weise in den Köpfen der Machthaber angekommen und man will nicht kapieren, dass Demokratie nicht nur bedeutet, dass die Politiker per Wahl an ihr Amt gekommen sein müssen, sondern auch nach Amtsübernahme Volksvertreter sind.

Und gerade dieser Teil der Demokratie ist recht arbeitsintensiv. Wahlen sind recht flott organisiert, aber was passiert nach den Wahlen ? Da müssten sich diese Staaten mal drüber klar werden, dass es doch ein gewisses Maß an Bürokratie bzw. eine gewisse Masse an Gesetzen braucht, um die Willkür "gewählter Diktatoren" einzuschränken und sie so idealerweise zu Volksvertretern zu machen. Solche Gesetze schützen das Volk vor Herrscherwillkür, aber zu ihrer Umsetzung ist leider auch Bürokratie erforderlich. Wer glaubt, Demokratie bestünde nur aus der Notwendigkeit von Wahlen und das Mitspracherecht des Volkes höre nach dem Gang ins Wahllokal auf, der hat in der EU in der Tat nichts zu suchen.

Um eine Demokratie nur mit Wahlen und sonst nahezu keiner Bürokratie bzw. Willkür verhindernde Gesetze erfolgreich etablieren zu können, bräuchten wir den besseren Menschen. Und je weniger demokratiefähig bzw. demokratieerfahren ein Volk ist, desto mehr Gesetze braucht es, um die Demokratie am Leben zu erhalten. Was bringen denn die Türken an Demokratieerfahrung mit ? Danach zu urteilen würde bedeuten, dass die Türken einen stattlichen bürokratischen Apparat mit zahlreichen Kontrollgremien bräuchten, um nicht wieder nen Sultan an der Macht zu haben, egal ob nun gewählt oder nicht.

Aber will die Türkei das überhaupt ? Wirtschaftliche Interessen reichen als Motivation jedenfalls nicht aus, um sich zum Rechtsstaat entwickeln zu können........

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon sonnenfee52 » 19. Juni 2013, 13:03

Was ist bei S21, Türkei Elbph, Flughafen anders oder gemeinsam ?
Ein großer Teil des Volkes ist doch nur Stimmvieh, was man mit Fehlinformationen in jede Richtung lenken und bezahlen lassen kann. Sind denn Zusagen von Konzernen oder Politikern bindend oder nur unverbindliche Gedankenspielereien ?

mein Gedanke dazu ist, dass
IMMER Probleme auftreten, wenn folgendes nicht ausgewogen ist:

Wer zahlt und wer hat den Nutzen ?
Wer verdient am Aufbau, Material, Arbeitskräfte und Postenschieberei?
Wer kommt für Folgekosten Fehlkalkulationen technische Planungsfehler auf?
Wie werden Schäden an anderem Eigentum bzw Betroffenen geregel?
Muß es ein Prestigeobjekt sein, wo anderes viel wichtiger ist?

Es sind meist wirtschaftliche Interessen von Mächtigen, die Kleinen sollen moglichst zahlen und den Verdienst liefern

Viele Politiker schmücken sich oft mit gutbezahlten Posten, kassieren gutes Manager/Aufsichts-gehalt, treffen Entscheidungen, die sie garnicht beurteilen können und wenn es nicht klappt, waren sie es nicht gewesen. Aber alle Beteiligten die richtig daran verdienten, werden nie ihre horrenden Verdienste zur Schadensbehebung abtreten.

Mit dem Ingenieur werden in Firmen Zielvereinbarungen getroffen. der Projektpreis wird nach bisherigen ähnlichen Projekten abgeschätzt, Ingeneursleistung nach HOAI drauf, machst du es zu dem Preis lieber INg-Mitarbeiter ? Wenn nicht, dann bekommst du ein sehr schönes neues Pjojekt, was dir sehr gut bekommt, machst du es und überschreitest du den Preis war es auch dein letztes Projekt der Abteilung. UNd wehe, du wirst nicht rechtzeitig fertig.

Warum bekommen die Politiker und Planer dieser Projekte keine Zielvereinbarungen ? Sie sind docj Angestellte des Volkes. Oder kleine verträumte Könige nach ihre Visionen. Sagte nicht schmidt-Schnauze, wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen.....
Zuletzt geändert von sonnenfee52 am 19. Juni 2013, 13:59, insgesamt 6-mal geändert.
Zitat Napoleon I. über die Deutschen:
"Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde." ...
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Re: Türkei

Beitragvon Michaele » 19. Juni 2013, 13:27

Ergänzug zu Sonnenfee52, wer die Zeche bestellt soll sie auch zahlen, oder sich an dem ""geschaffenem" erfreuen. Bei den angefangenen bau des Stadtschlosses in Berlin mit einer geplanen Bausumme von 490 Mio. rechnet man mit ca. 1.500 Mio. Es ist ein privater Bau der durch Spenden finanziert wird (ca. 80 Mio.) und der Rest?. Rein privat ;) aus der Staatsschatulle.

S21, Phillamonie HH, Flughafen BER, Landesarchiv NRW, zukünftig Stadtschloss Berlin alles schöne Denkmale für "herforagende"(Planungs-)Kunst, so etwas sollte mögichst ewig erhalten bleiben.

Gruß Michaele
Wenn ernst in fernen Tagen,
wird mein Name wo genannt,
sollst Du garnichts anderes sagen,
als Die hab ich gut gekannt.
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Re: Türkei

Beitragvon Bianca » 19. Juni 2013, 16:58

Moin,

Türkei und Demokratie? Nur so lange der Bürger der Richtung aus Ankara folgt.Die Partei nennt sich "Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) ist nach eigener Programmatik eine konservativ-demokratisch ausgerichtete politische Partei" (Zitat Wikipedia). Konservativ- ja,definitiv,aber demokratisch?Die Vorgehensweise gegen die Demonstranten ist nun gar nicht demokratisch.Und so ein Staat will in die EU?Paßt schon von der Landkarte nicht,liegt doch nur ein kleiner Zipfel auf europäischem Boden.In Sachen Demokratieverständnis hat die Regierung dort noch erhebliche Nachhilfe nötig.Setzen- 6!
Auf der anderen Seite die Vorgehensweise mit den deutschen Behörden bei mißliebigen Projekten zu vergleichen halte ich für ein bißchen weit her geholt.
Die Grundlagen sind hier doch ganz andere.Friedlieche Demos werden doch regelmäßig von linken Chaoten genutzt,um im Schutze der Massen zu randalieren.Soll die Polizei da wegschauen?Leider kommen da auch immer wieder Unbeteiligte zu schaden.Aber so wie in Istanbul,mit dem einsatz von Militär drohen?Nee,das halte ich hier für unmöglich.
Und dann kommt da noch ein ganz wesentlicher Faktor bei Großprojekten ins Spiel:Der Mensch und sein Egoismus. Egal um was es geht,sei es Flughafen, Autobahnen, Bahnstrecken oder auch simple Hochhäuser,immer heißt es,ja gerne,aber nicht so,daß ich betroffen bin durch Fluglärm,etc. Da wird seit über 20 Jahren geklagt gegen den Ausbau der A44 nach Velbert,nichts passiert,kleine Ortschaften müssen drunter leiden,weil einige wenige wegen ein paar Kröten die Sache immer wieder blockieren.
Dieselben,die damals gegen die Startbahn West in FF/Main auf die Barrikaden gingen,nutzen diese aber ganz selbstverständlich.Motto: Was kümmert mich der Anwohner unter mir....und ebenso wird es mit S21 werden.

Na ja,das ist ein Thema,da kann man ewig drüber diskutieren,ändern werden wir eh nichts.Soweit meine Gedanken dazu.

Gruß Bianca
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Re: Türkei

Beitragvon sonnenfee52 » 20. Juni 2013, 10:33

Bianca wie bist du doch so böse, in vielen Dingen die Wahrheit zu sagen.... :-)

Beim Befrieden von Protestaktionen sind die Methoden meiner Meinung nicht so unterscheidlich, wohl aber die Ursachen der Demos anders.

Da laden sich gewaltbereite Demo-Touristen mit grüner Hirmnasse (ist normalerweise grau) zu (Solidaritäts-) Aktionen in ganz entfernte Wohngegenden ein, um gegen fremde Sachen zu protestieren, von der nur die Anwohner betroffen sind. Und zerstören selbstverständlich auch das Eigentüm der Anwohner. Und tarnen sich als Umweltschützer...
Was die Anwohner wollen wird nicht gefragt, weil es ja nicht zur Ideologie der Protestler gehört. Nur wie will man diese Demo_Touristen zur Verantwortung ziehen, da ist nichts zu holen. Stell dir mal vor, da wollten solche Grünöko-Freaks sogar Deiche beschädigen, um der Natur mehr Platz zu geben (auf indimedia, der extremgrünen Truppe). Natürlich wären sie ja selber nicht vom Schaden betroffen..... Oder gegen Deiche prozessieren, protestieren, randalieren..... absaufen werden ja die Andern.
Geprügelt und gegast wird aber gegen alle Demonstrierer, der friedliche (Betroffene) steckt wieder den Schaden ein, weil sich der Profi-Randalierer dorthin versteckt und im Gegensatz zum Bürger weiss wie er sich entziehen kann.

Sieht so die gr... Überzeugungsarbeit gegen den Willen derer aus, die wirklich über das Projekt entscheiden sollten? Oder gibt es schon bezahlte (von wem?) Randalierer die die Willensbekundung der Betroffenen zerstören ? Und wer offen Probleme anspricht Ist immer ein Pasi oder wie hieß dass... Ist das Demokratie? Oder haben diese Typen gelernt andere zu opfern für ihre Ideologien?

Wählen wir demnächst wieder Menschen die von Andern Umweltschutz, den Mindestlohn usw. fordern, aber selbst anders handeln und nur 4 € Stundenlohn zahlen? Nennt man verhöhnen
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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 20. Juni 2013, 12:13

Ihr Liebe Alle
bevor sich die Gemüter erhitzen möchte ich Michaelas Frage aus diesem Strang viewtopic.php?f=58&t=832&p=7673#p7673
hier mal beantworten und vorschlagen das Berufsdemonstrantentum ein wenig genauer zu beäugeln und zu behirnen, denn da bestehen einige Parallelen zu den Berufsdemonstranten unter uns Ts.
Wenn man sich mal einen Protestmarsch anschaut dann wird meisst auffallen dass der Altersdurchschnitt ziemlich niedrig ist, das gilt ganz besonders für kleine Splitterparteien, denn junge Menschen die so noch gar nichts vom Leben wissen, fallen leichter auf deren manchmal schon recht militanten Ansichten die teilweise doch recht unrealistisch sind herrein.
Aber da gibt es noch einen anderen Grund, nämlich den dass man in einem gewissen Alter mit der Erwachsenenwelt im Clinch liegt. Das ist normal und auch nix Neues, diese Phase wird als hochpubertär bezeichnet und man nennt das so schön zusammenfassend Generationenkonflikt. Eigentlich ist einem jungen Menschen in dieser Lebensphase jede politische Richtung recht, wenn es nur den Ansichten der älteren Generation wiederspricht. Man will also ganz bewusst ein´ auf Bürgerschreck machen, und Politiker machen sich das auch zu nutze, besonders in der Gründungsphase einer Partei weil junge Leute sich leichter mobilisieren lassen. Kleinere Parteien bleiben übrigens auch oft ein Stück weit oder ganz in dieser Phase hängen unnd sind auch weiterhin auf diese Aktivisten und Wählerkreise angewiesen. Und so gesehen ist es nicht weiter verwunderlich dass die blaue Roth vonne Grünen, wo gez blond ist auch in der Türkei war, denn die Fundis- durch die Bank Berufsdemonstranten, also junge Leute und auch die Älteren die irgendwie nie erwachsen geworden, und in dieser Entwicklungsphase hängengeblieben sind, das gibst auch, und gar nicht so selten, es ja geradezu vorrausgesetzt haben das ihr verein da irgendwie mittmischen würde. Hier gings den Grünen also nicht um Menschenrechte sondern um Wählerstimmen. Und mal ehrlich, was Besseres als ne volle Dröhnung Reizgas abzukriegen konnte der Roth doch nicht passieren, das bringt unter der Fundi- Fraktion jede Menge Sympathien und damit auch Wählerstimmen, schliesslich stehen die Grünen ja traditionsgemäss für die Wiedervereinigung der Spalttablette ein, das haben sie dadurch wieder einmal mehr demonstriert und das wird auch seine Wirkung nicht nur bei den Fundis, sondern auch bei den Realos die ja ebenso traditionsgemäss immer noch in diese Richtung tendieren, wenn auch gemässigt ists immer noch vorhanden. Und auch bei jungen Neuwählern wird das seine Wirkung nicht verfehlen.
Ja aber irgendwann werden aus jungen Leuten auch mal junge Erwachsene, wissen wies im Leben läuft und werden dadurch gemässigter in ihren Ansichten weil sie nun mal gelernt haben dass das Eine oder andere nun mal unrealistisch ist was da so gefordert wird. Oder anders gesagt, sie sind erwachsen geworden und hüpfen nicht mehr auf jede ideologische Schapsidee auf, lassen sich also nicht mehr so leicht begeistern sondern denken vorher nach. Ja manche werden sogar zu Verrätern und schliessen sich Parteien wie der CDU an, einfach nur weils für ihr Vorwärtskommem förderlich ist, schliesslich haben sie als Erwachsene Menschen mal den Wunsch ne Familie zu gründen, oder haben bereits eine.
Und nun stellen wir mal die Verbindung zu Ts her, das dürfte gar nicht so schwer fallen wenn wir nun an die Hrt denken die einen gleich wieder in eine erneute pubertäre Sturm und Drangzeit versetzen kann wenn man nicht ganz fein aufpasst. Wieder ist man empfänglich, nur das es dieses Mal um transpolitische Forderungen geht. Und wenn wir uns nun auch noch vorstellen dass so ein CDU Mitglied, vielleicht sogar ein Verdientes bringt den Kram dann auch noch in seine Partei mit ein weil er diese vor seinen Karren spannen will? Leicht vorstellbar was dann abgeht Und das dürfte wohl bei allen grösseren realpolitischen Parteien so sein. Was so jemand mitmacht bis er einsieht das der Austritt die bessere Lösung ist bevor irgendwann das Ehrengericht zusammentritt und den Ausschluss verkündet kann man nur erahnen, ganz besonders darum weil je nach dem welche Position man in der Partei bekleidet hat es auch noch berufliche Konsequenzen haben kann. Einkommenseinbussen sind da wohl das kleinere Übel. Und vergessen wir nicht die gesellschaftlichen Angelegenheiten und Verflechtungen die gerade bei politischer Arbeit zwangsläufigerweise auch immer mit einher gehen. Man ist ja so was von fertig….
Übrigens die Leute die nie erwachsen geworden sind sondern irgendwie in den Lebensgewohnheiten der Pubertät hängen bleiben/ geblieben sind, das auch kein so uninteressantes Thema. Dazu könnte man auch noch so einiges sagen.
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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 22. Juni 2013, 01:51

Um wieder auf das Thema Türkei zurückzukommen: Die Sache mit einem möglichen EU-Beitritt der Türkei ist ja schon länger im Gespräch. Den meisten Türken - egal ob nun Durchschnittsbürger oder Berufspolitiker - ist sicher schon lange aufgefallen, dass die EU-Länder sich da doch ein bisken gegen den Beitritt der Türkei sträuben und immer wieder kritische Stimmen laut werden.

Seitens der Türken wird leider recht häufig das Totschlagargument "Islamophobie" in den Mund genommen, wenn man dem EU-Beitritt ihres Landes kritisch gegenübersteht.
Wenn türkische Berufspolitiker das tun, dann ist das m.E. politisches Kalkül, denn hier haben wir Polit-Profis vor uns, welche gegenüber den EU-Ländern die Islamophobie-Keule strategisch auspacken wie manche Zeitgenossen gegenüber Deutschland immer wieder die Faschismus-Keule hervorholen.

Aber wie sieht es beim Durchschnittsbürger aus ? Und damit meine ich sowohl die in der Türkei lebenden Menschen, als euch Leute mit türkischen Wurzeln, die z.B. in DE leben. Da könnte ich mir durchaus vorstellen, dass da viele darunter sind, die jede Kritik an ihnen bzw. an ihrem Land als islamophob motiviert ansehen. Und dabei all die objektiv in der Türkei vorhandenen Demokratiedefizite - die gerade jetzt wieder mal deutlich sichtbar werden - einfach nicht wahrhaben wollen und daher nicht verstehen wollen, dass es wohl v.A. diese Defizite sind, die der Türkei bislang den Beitritt zur EU verbaut haben.

Und hier läßt sich auch wieder eine Brücke zu den TS schlagen, denn viele von uns führen auch alles Ungemach auf die allgegenwärtige Transphobie zurück, anstatt mal innezuhalten und darüber zu reflektieren, ob da nicht eventuell Auffälligkeiten in ihrem Sozialverhalten für so manchen Schiffbruch verantwortlich sein könnten.

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Bianca » 22. Juni 2013, 09:12

Moin,

Das mit den Defiziten in der Türkei siehst du schon völlig richtig und auch der Vergleich mit TS ist da schon ganz passend.das ließe sich noch beliebig fortsetzen,ich denke da mal ans Autofahren.Eigene Fehler merkt man erst,wenn es das Blech verbeult hat.Man ist eben viel zu sehr von sich überzeugt,ob als Einzelperson oder als ganzes Volk,alles richtig zu machen und wundert sich dann,wenn von der Gegenseite keine Begeisterungsstürme kommen.
Aber bei einem EU-Beitritt der Türkei sehe ich noch ganz andere Dinge: das immer größer werdende Nord/Süd-Gefälle in der EU.Ich frage mich wirklich,wie lange der Norden,dazu zähle ich mal Deutschland,die BeNeLux-Länder, Frankreich und GB,sich das noch leisten kann.Und das unser Euro nicht grenzenlos belastbar ist,hat ja die Vergangenheit schon gezeigt.Und dann noch die ganzen Armutsflüchtlinge,daß läßt sich auch nur durch EU-weit einheitliche soziale Netze verhindern.Aber wer soll das wieder bezahlen? Probleme also ohne Ende die mich doch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Beitritte z.B. aus dem SO-europäischen Raum nachdenken lassen.Und nach der Türkei?Was kommt dann noch??Wer will sich noch an den Tropf hängen?Irgendwann reicht es für keinen mehr....und dann?

Nachdenkliche Grüße Bianca
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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 15. August 2013, 00:21

Also DAS finde ich jetzt gewaltig vermessen, ja fast schon dreist vom türkischen Vize-Premier angesichts dessen, was in seinem eigenen Land gelaufen ist:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 16484.html

Da würde ich ihm als Politiker sagen, dass die deutschen Behörden den Fall selbstverständlich untersuchen werden und - falls gerechtfertigt - den verantwortlichen Polizeibeamten zur Rechenschaft ziehen werden. Aber ich würde ihm noch ein Bibelzitat aus der Bergpredigt zum Nachdenken mitgeben, nämlich Matthäus 7,3 : " Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?" Und ich bin mir sicher, der Herr Vize-Premier findet auch eine Sure mit vergleichbarem Inhalt im Koran wenn er sich anstrengt, denn auch der Koran ist ein kluges Buch.

lg,

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Zuletzt geändert von Charon am 15. August 2013, 01:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 15. August 2013, 00:49

.... nicht nur ein kluges Buch, es beinhaltet auch die Bergpreding denn Jesus ist nach der islamischen Auffassung zwar nicht der Messias, aber ein Prophet der wie alle anderen Proheten natürlich auch seinen Platz im Koran hat.

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 15. August 2013, 01:06

Elviera hat geschrieben:.... nicht nur ein kluges Buch, es beinhaltet auch die Bergpreding denn Jesus ist nach der islamischen Auffassung zwar nicht der Messias, aber ein Prophet der wie alle anderen Proheten natürlich auch seinen Platz im Koran hat.

L.G. Elviera


Dat is richtig. Jesus ist im Koran ein Prophet, aber eben nicht der Sohn Gottes wie im Christentum.

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 15. August 2013, 01:31

Ich kommentiere das nicht sonst nagelt man mir Rassismus ans Knie.
Aber das sind die Realitäten in Deutschland die seit 50 Jahren totgeschwiegen werden.

http://www.youtube.com/watch?v=RbSj3iX5idc
Und manchmal ist das Problem noch näher als man denkt.
http://www.youtube.com/watch?v=ts3faLDhyMs

Und wer es wagt das Kind mal mit Namen zu nennen ist ein Nazi.
Dabei könnten wir doch bei denen in die Lehre gehen.
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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 15. August 2013, 01:48

Auch ich würge mir den Kommentar, den ich hierzu gerne schreiben würde, widerwillig runter, da ich nicht fälschlicherweise in die braune Ecke gestellt werden will. :angry:

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 15. August 2013, 02:00

Multi- Kulti?
Ein schöner Traum der aber leider nicht so einfach realisierbar ist.
Aber gelegentlich gelingt es doch wie man am Ende der Reportage sieht.
http://www.youtube.com/watch?v=kgR05ORH6IU

Leider ist so was aber eher die Ausnahme denn die Einflüsse sind nun mal nicht zu übersehen.
Oder kann man die Entstehung einen völlig neuen Sozio/Ethnolektes denn einfach ignorieren?
http://www.youtube.com/watch?v=akMs67XHWeU
Die Sprache ist nun mal der Spiegel éiner Kultur.

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 16. August 2013, 01:15

Was diesen Ethnolekt angeht, so ist dessen Existenz sogar bereits bei der Germanistenzunft angekommen. Er wird auch als "Kiezdeutsch" bezeichnet und einige Vertreter der Germanistenzunft wollen sogar, dass Kiezdeutsch als Dialekt anerkannt wird. So zum Beispiel diese Dame hier:

http://www.spiegel.de/unispiegel/wunder ... 24386.html

Ich meine, generell ist es ja nicht schlecht, eine Sprache mit Wörtern aus anderen Sprachen zu bereichern. Die deutsche Sprache hat z.B. einiges an Wörtern, die aus dem Lateinischen oder Französischen kommen. Das ist natürlich auch immer Ausdruck einer kulturellen Beeinflussung. Die ollen Römer haben nunmal den Fuß über den Rhein gesetzt, und damit fings an mit dem Latein. Von daher ist es einfach nur sachlich richtig, auch von einer zunehmenden kulturellen Beeinflussung Deutschlands durch die arabische und türkische Kultur zu sprechen, denn ohne diesen Einfluß bildet sich nunmal kein Ethnolekt mit arabischen und türkischen Vokabeln darin. Damit haben wir also eine klare Beeinflussung unserer Kultur durch den Islam.

Das ist einfach nur eine Erkenntnis, und die ist weder politisch links noch rechts. Es könnte theoretisch jeder entscheiden, ob er diese Entwicklung befürwortet oder nicht, wenn endlich die Wahrheit ohne jede pol. Manipulation von links oder rechts auf den Tisch käme. Politisch wirds erst, wenn ich z.B. gezielt versuche, diese Entwicklung zu verschleiern bzw. zu verharmlosen und Kritiker mit der Faschismus-Keule mundtot mache.

Das mit dem Kiezdeutsch sehe ich kritisch, und gewiß nicht aufgrund von Islamophobie oder Rassismus. Wörter aus anderen Sprachen aufzunehmen ist eigentlich nichts Schlechtes, denn ein Plus an Wörtern macht die Sprache aussdrucksstärker. Aber beim Kiezdeutsch ist es wohl so, dass die deutsche Sprache eher massiv vereinfacht und damit ausdrucksärmer wird. Man kann sich mit ein bißchen Logik selbst erschließen, auf welche kulturelle Entwicklung eine simple oder wahlweise eine komplexe Sprache jeweils schließen läßt. Ich möchte mal sehen, wie man in Kiezdeutsch schlichtet oder diplomatische Gespräche führt. Aber Diplomatie brauchen wir dann ja nicht mehr, denn da heißt es eben gleich "Ich mach disch Messer....." Und es ist abzusehen, dass Kiezdeutsch nicht nur ein Schulhof-Slang bleibt, sondern kommende Generationen das wirklich als Dialekt sprechen und die Hochsprache nicht mehr vernünftig lernen.

Kein Vergleich mit den altbekannten Dialekten also, denn z.B. im bayerischen Dialekt kann man sehr wohl diplomatische Gespräche führen oder Bücher schreiben. Ich "freue" mich schon auf die Schulaufsätze der kommenden "Generation Kiezdeutsch".

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 15. April 2014, 01:13

In der Türkei gehts auch recht munter weiter: Sperrung bzw. harsche Zensur von You Tube und Twitter, Wahlbetrug wie in ner Bananenrepublik und jetzt dies hier.....samt scheinheilig hingelogenem Feigenblatt-Argument, dies sei "zum Wohle und zum Schutz der Betroffenen":

http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 64399.html

Und die wollen der EU beitreten ????? :stupid: :hammer:

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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 15. April 2014, 01:37

Schutzhaft von ethnischen Minderheiten? Das kenne ich doch irgendwo her?
War da nicht mal was in unserer Geschichte des mittleren zwanzigsten Jahrhunderts?
Ob die Türken in einigen Jahre unter der gleichen Peinlichkeitsamnäsie leiden werden wie die Deutschen die natürlich von allem nichts gewusst haben?
Die Geschichte wiederholt sich offensichtlich?

Ich meine wer EU Mitglied werden will der sollte erst mal im einundzwanzigsten Jahrhundert ankommen. Und wenn möglich auch in der Informationsgesellschaft, denn so einfach wie damals zwischen 1933 und 1945 ist es heute nicht mehr.
Die Informationen fliessen, und ob es Herrn Erdogan gefällt oder nicht, die Weltöffentlichkeit sieht und hört es.
Und das ist nicht zu verhindern!

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Re: Türkei

Beitragvon Bianca » 15. April 2014, 11:31

Moin,

die türkische Regierung wird mir immer unsympathischer :abgelehnt: !! Und in die EU? Besser nicht!Das die sich doch nur an den Zug anhängen wollen wie so viele andere aus der SO - europäischen Region,Brüssel verheißt eben Kohle, liegt doch auf der Hand. Ich frage mich,wo dieser Vielvölkerstaat Europa mit den so verschiedenen Mentalitäten noch hinschlingert?

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Re: Türkei die 2.

Beitragvon Bianca » 16. Mai 2014, 18:21

Moin,

der Herr Erdogan....wir hatten uns zu diesem Typen ja schon mal ausgetauscht, aber jetzt hat er wohl den Vogel abgeschossen. Bin mal gespannt,wie der sich nun noch halten kann in seinem Sattel, nach dem er sich anläßlich der jüngsten Ereignisse von seiner "Besten Seite" zeigte. Alt wird der meiner Meinung nach jedenfalls nicht mehr in seinem Job.Und was kommt danach? Islamistisch oder westlich geprägte, demokratische Staatsform?


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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 17. Mai 2014, 01:59

Tja, jetzt hats Sultan Erdogan wohl auch beim einfachen Volk verkackt. Dabei war es v.a. das einfache Volk, das ihm bis jetzt immer die Stange gehalten hat, denn schlichte Gemüter wünschen sich durchaus häufiger nen "starken Mann" an der Spitze und sie sind wohl auch öfter den einfachen religiösen Heilsbotschaften gegenüber weniger ablehnend eingestellt als gebildetere Leute.

Und während z.B. die Proteste gegen die Internet-Zensur wohl nur von jüngeren und gebildeteren Leuten ausgingen, haben wir mit den Bergleuten und ihren Familien nun waschechte Malocher vor uns, denen der Sultan ins Gesicht gespuckt hat. Daher ist es m.E. durchaus im Bereich des Möglichen, dass Erdogan nun seinen Hut nehmen muss.

Aber was kommt danach ? Leider hat man da drüben von Demokratie nicht sehr viel Ahnung.......von daher fürchte ich, dat wird ne Bananenrepublik mit islamischem Anstrich.

Und jetzt, ja spätestens jetzt sollte es auch der letzte Kretin behirnt haben, dass die Türkei im derzeitigen Zustand in der EU nichts zu suchen hat. Es sei denn, die EU-Staaten bemühen sich nach einem eventuellen Abgang Erdogans gezielt darum, dass in der Türkei ne Demokratie errichtet wird.........denn der Westen hat ja durchaus militärstrategisches Interesse an der Türkei......

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Michaela » 18. Mai 2014, 20:56

Gegen trauernde mit Wasserwerfern und Tränengas vorzugehen, nur weil sie im Rahmen einer Demo Information und Aufklärung über das "wieso,weshalb,warum" fordern ... das ist in einer Demokratie ein Ding der Unmöglichkeit. Der Gründer der ersten Demokratie auf europäischem Boden (Atatürk) dürfte mit Überschall im Grabe rotieren.

Liebe Grüße
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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 19. Mai 2014, 02:01

Michaela hat geschrieben: Der Gründer der ersten Demokratie auf europäischem Boden (Atatürk) dürfte mit Überschall im Grabe rotieren.


Das wird er wahrscheinlich auch. :lol: :lol:
Aber vielleicht gibt ihm die Stille im Grab auch Gelegenheit darüber nachzugrübeln, ob er denn dem türkischen Volk gerade mit der Trennung von Staat und Religion zu schnell, zu rigide und ohne die notwendige Aufklärungsarbeit was übergestülpt hat, mit dem das Volk so gar nichts anfangen kann ? Und sowas gärt natürlich in Volkes Seele.

Da erschien es mir immer schon sehr realistisch, dass da schnell wieder eine (religiöse gefärbte) Diktatur entstehen könnte, wenn da ein geeigneter Kandidat zu geeigneten Zeitpunkten und bei den richtigen Themen immer wieder mal das religiöse Fähnchen raushängen würde. Und genau dies hat Erdogan ja auch immer wieder getan und damit gerade beim einfachen Volk gepunktet. ;)

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Bianca » 23. Mai 2014, 19:24

Moin,

aller guten Dinge sind drei,sagt der Volksmund. In diesem Fall aber auch aller schlechten Dinge:Erdogan kommt nach Köln im Rahmen seines Wahlkampfes. Wie wenig Gespür für Dinge und Gefühle hat der eigentlich??? Merkt der nicht,daß der hier unbeliebt ist? Und sich dann noch beklagen,daß in der BRD selbstverständlich eine Gegendemo genehmigt wird?!Hoffentlich wird das eine Lehrstunde in Sachen gelebter Demokratie für ihn.Obwohl ich da meine Zweifel habe.

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 25. Mai 2014, 01:36

Unbeliebt in Deutschland ? Die Realität scheint wohl eine andere Sprache zu sprechen:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 71530.html

Das zeichnet ein düsteres Bild, wie es um die Integration vieler Türken hierzulande steht. Ich habe ja fast mit sowas gerechnet.......

lg,

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Re: Türkei

Beitragvon Michaela » 25. Mai 2014, 09:28

Charon hat geschrieben:Das zeichnet ein düsteres Bild, wie es um die Integration vieler Türken hierzulande steht. Ich habe ja fast mit sowas gerechnet.......

Also ich habe fest mit sowas gerechnet. Er ist ein Charismatiker und glänzender Rhetoriker - eine gefährliche Mischung. Die Berichterstattung spricht eine deutliche Sprache - nur ist sie mir bei weitem zu einseitig. :shock: Wo sind die Berichte über die Demonstranten, die gegen ihn demonstriert haben und wie wird darüber berichtet? Wenn man diese Berichte einfach so hinnimmt, kommt der Anschein auf, dass es eine "Hetzkampagne" von Deutschen ist - dabei ist das nicht richtig! Es gab Demonstrationen, die von seinen Landsleuten iniziert wurden - es waren nicht wenige, weder an Demonstrationen noch an teilnehmenden Demonstranten. Diese fehlenden Informationen werden von Erdogan natürlich mit einem Lächeln angenommen, dass man ihm damit zusätzlich noch Futter vor die Füße wirft, wird nicht gesehen. :twisted:

Wiedergutmachung wegen der gegebenen Schelte, Zurückhaltung, weil man doch ein paar Kuscheleinheiten austauschen möchte? Oder holt uns mal wieder die Vergangenheit ein?

Ich stell mir einfach mal vor, unsere Kanzlerin macht in einem Staat dieser Welt Wahlkampf vor einer nicht unbedeutenden Anzahl von Menschen, die dort leben, aber für die Bundestagswahl hier in D ihre Stimme abgeben wollen, bzw. sollen - und sie nutzt die gleichen Worte. Den Aufschrei, der um die Welt geht, mag ich mir nicht ein mal Ansatzweise vorstellen wollen.

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Re: Türkei

Beitragvon Elviera » 25. Mai 2014, 12:12

Wieso begreift eigentlich niemand das so was irgendwann Wasser auf den Mühlen der rechten Szene sein wird, denen dann irgendwann, langsam aber stetig, immer mehr Wähler folgen könnten?
Und ehe man sichs versieht rollt die Kugel wieder und ist nicht mehr aufzuhalten.
Aber viele andere Szenarien wären hier viell. auch noch vorstellbar, denn man muss bedenken das die innenpolitischen Schwierigkeiten welche die Türkei ja durchaus auch hat nach Deutschland getragen werden könnten.

Einige beherzte Politiker geben das ja mittlerweile auch zu bedenken wenn auch nur sehr zaghaft, denn zu leicht wird man in die rechte Ecke gedrängt wenn man endlich über eine Integrationspolitik nachdenkt die es bisher nicht gegeben hat.
Bald jedoch wird es dafür zu spät sein denn dann haben wir keine Parallelgesellschaft mehr, sondern einen Staat im Staat. Und dann ist der Zug der Integration nämlich abgefahren. Sollte man diese jedoch trotzdem einfordern so wird man feststellen dass es entsprechenden Widerstand geben wird, es dafür also zu spät ist.
Und was dann geschieht? Schauen wir doch mal in die Ukraine, das halte ich über kurz oder lang, auf die nächsten 30 bis 40 Jahre oder so für durchaus denkbar.

Bin ich nun etwa auch nationalsozialistisch angehaucht?
Wohl kaum ist mir nämlich durchaus klar das nach einigen anderen Minderheiten auch wir Ts dran sind.
Was mir Sorgen bereitet ist auch nicht etwa eine schleichende Islamisierung von der viele reden, oder der seit Neuestem beschworene Sozialtourismus. Das ist mir schlicht und ergreifend wurscht.
Mir geht es darum dass man auf diese Weise irgendwann die Wähler den falschen Leuten in die Arme treiben könnte.
Und jeder der weiss wie ne Demokratie funktioniert müsste das doch eigentlich verstehen.

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Re: Türkei

Beitragvon Charon » 26. Mai 2014, 01:00

Elviera hat geschrieben:Wieso begreift eigentlich niemand das so was irgendwann Wasser auf den Mühlen der rechten Szene sein wird, denen dann irgendwann, langsam aber stetig, immer mehr Wähler folgen könnten?


Ja warum begreift denn das keiner ? Sowas kommt eben davon, weil man jeden seriösen und vernünftigen Mahner all die Jahre gleich mit der Faschismuskeule mundtot gemacht hat.......so erzeugt man letztendlich wieder eine echte Gefahr von Rechts !

Und das bezieht sich durchaus nicht nur auf Deutschland: Man sehe sich ganz aktuell die Ergebnisse der Europawahl an: Rechtspopulistische Parteien sind überall im Aufwind, bei den Franzosen haben die Rechten stattliche 25% erreicht und sind somit stärkste Kraft in Frankreich. :o Jaja, Rechtsaußen hat inzwischen in Europa wieder was zu kacken !

Für ganz gefährlich halte ich auch so manche der sog. EU-kritischen Parteien, die überall aus dem Boden schießen. EU-Kritik schön und gut, ich war nie ein Fan dieses Wirtschafts-Molochs, der die Identität vieler Länder zugunsten der Interessen des Kapitals zwangsweise plattgemacht hat, und den Euro wollte ich auch nie haben. Denn man kann die kulturelle Identitiät eines Volkes nicht lange "einfach so plätten" und Länder bzw. Völker gleichschalten. Sowas hat in der Ukraine den gewaltbereiten Separatismus erzeugt und wird die Ukraine eventuell auseinanderreißen......und die selben Mechanismen könnten auch Europa zerreißen.

Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass da so manche dieser neuen Parteien die EU-Kritik nur als Aufhänger benutzt, um schnell Stimmen zu bekommen. Und dass sich hinter der EU-Kritik ein übelst rechtes Parteiprogramm noch "ganz schüchtern" versteckt. Wölfe im Schafspelz also.

Ist ja auch kein Wunder: Wenn ein Volk das Gefühl hat, dass die eigene Volksseele zu lange irgendwelchen (wirtschaftlichen) Interessen der Obrigkeit geopfert worden ist, dann entsteht natürlich wieder der Wunsch nach eigener Identität......eigentlich ein ganz menschlicher "Wunsch nach Freiheit" und Individualität. Aber allzuschnell schlägt der Wunsch nach eigener Identität in Patriotismus um......und wenn dann noch geeignete Hetzer eine dementsprechende Partei gründen, dann schlägt der Patriotismus sehr schnell in brandgefährlichen Nationalismus um..........

lg,

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