Camorra, Vendetta oder Kanun?

Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Charon » 20. Oktober 2015, 00:28

Ehrlich gesagt hätte es mich gewaltig gewundert, wenn es angesichts der aktuellen pol. Situation nicht zu so einer Gewalttat gekommen wäre. Und das war erst der Anfang.....und unter den ganzen Hassgrunzern auf FB und co. ist ein gewisser Prozentsatz dabei, der zu solcher Gewalt fähig ist. Ganz schlimm wirds, sollten die sich organisieren......

lg,

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Charon » 21. Oktober 2015, 01:26

Goldmarie hat geschrieben:Ich denke mal, wenn es die bekloppten "Gutmenschen" nicht gäbe, die sich ohne Rücksicht auf Verluste persönlich engagieren, wäre alles noch viel schlimmer.

http://www.derwesten.de/panorama/sarah- ... 90643.html

LG
Maria


Das stimmt sicherlich. Mir geht die abwertende Bezeichnung "Gutmensch" für die Helfer genauso auf den Sack wie die Sammelbezeichnung "Nazi" für alle, die seriöse und vernünftige Kritik an der Flüchtlingspolitik äußern.

Und keinesfalls wollte ich mit meinem Beispiel vom Afghanistan-Flüchtling "offizielle" Helfer bzw. Paten herabwürdigen. Ich wollte nur eine Alternative aufzeigen, wie man noch helfen kann. Als "Nichtoffizieller" landet man nämlich nicht in der Zeitung und tritt nicht offiziell im Flüchtlingsheim auf, und das hält einem die großen und die kleinen Nazis samt ihren Drohbriefen etc. vom Balg. Ferner lernt man ja den betreffenden Flüchtling - wie ich es eben getan habe - per "gelenkten Zufall" kennen (Augen und Ohren offenhalten), und das sollte eben einer sein, der in Sachen Integration nicht chancenlos dasteht, d.h. man entscheidet sich dann doch für eine gebildete Person mit eher säkularer bzw. sehr schwach von Religion geprägter Geisteshaltung. Helfen kann nämlich ganz schön zermürbend sein, wenn man keine Erfolge hat ! Von daher sollte man da schon sorgsam wählen und geeignete Personen "herausziehen", denn die ganze Welt kann man nicht retten. Und wie sagte einst Gandhi ? Wer auch nur eine einzige Seele rettet, der rettet die ganze Welt.

lg,

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 21. Oktober 2015, 02:09

Hallo Maria, ich möchte dazu auch noch mal was loswerden.

Vor allen Dingen darf man nicht immer die uneingeschränkte Dankbarkeit für die Hilfe die man bietet erwarten,
Du schreibst ja auch schon einige Jahre hier und im Tg Board und erinnere Dich mal wie oft ich angegangen worden bin in der Zeit und erinnere Dich wie ich damit umgegangen bin.
Das man sich irgendwann immer mal wieder fragt was mache ich eigentlich und warum Nagel ich mir das ans Knie, was denken die sich eigentlich, auch das gehört dazu bei helfenden Tätigkeiten. Und guck sie Dir an wie sie am Stammtisch da sitzen und sagen: Nu mach ma`. Wenns Scheisse is`wirsse dat schon merkn dann gibbet nämich Mecker. Wenns keine Mecker gibt? Na dann wird´s wohl gut gewesen sein.
Sorry liebe Leute, aber ist doch so. Seid doch mal ehrlich jetze ;-) :-) :hallo:
Wenn ich nicht so ne hohe Frustrationstoleranz hätte.... na ja- ist ja egal.
Aber Du selber musst Dir auch die Frage stellen wie Du damit umgehen wirst wenns zu Konflikten die sich über Dir entladen kommt .
Das kommt irgendwann garantiert.

Übrigens ist es nicht so dass ich keine Dankbarkeit erfahren habe in all den Jahren, 15 sind es mittlerweile geworden, hat sich
ein einziges Mal jemand für meine Bemühungen bei mir mit einer Packung Pralinen bedankt.
Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Also wer Sozialarbeit macht um so was wie Dankbarkeit zu ernten der wird in dem Job nicht wirklich glücklich.
Aber wie war das mit der einen einzigen Seele? Damit muss man dann zufrieden sein. Doch manchmal kann man noch nicht mal die retten.

Verstehste was ich meinte mit sozialromantischen Vorstellungen? Das ist ein knallharter Job und verdammt weit entfernt von den romantischen Vorstellungen die viele Menschen von der Sozialarbeit haben. Lernt und akzeptiert man das nicht irgendwann so gibt es 2 weitere Möglichkeiten. Man gibt auf und wechselt den Beruf, oder man braucht irgendwann selber Hilfe.
Viele anfangs enthusiastische Gutmenschen oder auch ganz professionelle Sozialarbeiter haben diese Lektion auf die eine oder andere Weise schon lernen müssen.

Das war jetzt nicht als Angriff zu verstehen sondern es soll einfach mal Tacheles geredet worden sein, darüber wie es wirklich ist mit dem Helfen und den guten Absichten die zweifellos alle Helfenden haben.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Levanah » 21. Oktober 2015, 11:50

Elviera hat geschrieben:Vor allen Dingen darf man nicht immer die uneingeschränkte Dankbarkeit für die Hilfe die man bietet erwarten


ne, wäre der komplett falscheste weg, den man da beschreiten kann.
wenn ich helfe, dann aus der überzeugung heraus dass ich jetzt gerade das richtige tue.

manche hilfsbedürftige erwarten halt auch, dass du ihnen täglich einen fisch vorbei bringst
und wenn du statt dessen mit einer angelrute daherkommst und ihnen das angeln beibringen willst.....

:hallo:
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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 21. Oktober 2015, 12:39

Wohl wahr- wohl wahr!

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 25. Oktober 2015, 16:16

Also das halte ich derzeit noch für zu schwarzgemalt.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article148000968/Sicherheitsexperten-entsetzt-ueber-deutsche-Politik.html
Aber wenn sich die Politik nicht was überlegt dann könnte sich das angesichts der gewaltigen Zahlen tatsächlich wirklich irgendwann so entwickeln.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Charon » 26. Oktober 2015, 01:19

Wenigstens hat Mutti sich anscheinend schon um das Thema Integrationsunterricht gekümmert. Ich hoffe nur, diese Kurse sind nicht auf freiwilliger Basis, denn sonst verkommts zur Lachnummer. Als ob der Löwenanteil all dieser jungen Kerle lieber die Schulbank drücken als um die Häuser ziehen will.......

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Levanah » 26. Oktober 2015, 10:35

ich bin gespannt auf die umsetzung des integrationsunterrichts. ich hab was von 600 pflichtstunden integration pro person gelesen.
da braucht es ja auch unterrichtsraum und lehrpersonen.
nehmen wir mal eine 35 stundenwoche an, dann sind das ein klein wenig mehr als 17 arbeitswochen integrationsunterricht pro person.
das heisst, 3 personen belegen mit der 35 stundenwoche schon ein mannjahr an integration.

was kann eine lehrkraft pro unterrichtseinheit bewältigen?
rechnen wir mal mit 25 personen pro integrationsklasse. soviele waren wir zu meiner schulzeit in den 70ern.
bei uns jammern heute die lehrer ja schon bei 20 schülern, es seien zuviele.
bei 100'000 zu integrierenden sind das schon satte 4'000 25er-klassen, oder 5'000 20er.

die zahlen sind alle sehr grosszügig gerechnet. in der realität werden die klassen eher noch kleiner sein.
und die unterrichtsstunden pro woche werden auch kaum die 35 stunden der obigen rechnung ausschöpfen.
das ist auf jeden fall eine echte herausforderung für die 11'000 gemeinden deutschlands

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 27. Oktober 2015, 01:58

Wobei noch kein Mensch sagen kann wieviele es wirklich sein werden.
Aber ich kann mich an die späten 60er erinnern, da hatten wir auf unserer Schule eine Klasse mit 54 Schülern, (kein Scherz) weil man der Meinung war dass es nicht lohnen würde daraus 2 Klassen zu machen mit jeweils 22 Schülern.
Bemerkenswert ist dabei dass nach der Zusammenstellung dieser Klasse (5. Schuljahr) bis zur Entlassung (9. Klasse) niemand sitzengeblieben ist.
Es geht also schon, so scheint es mir, wenn man sich nur von Seiten des Lehrkörpers entsprechend tummelt. Aber ob es solche Lehrer heutzutage noch gibt?

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Goldmarie » 27. Oktober 2015, 15:39

Wir waren 40 oder 41, 42 in der "Sexta b". Ich meine mich zu erinnern, dass es außer der "a" auch noch eine "c" und eine "d" gab, aber ohne Gewähr. Jedenfalls wurde bei uns kräftig gesiebt, jedes Jahr blieben einige hängen, in der Obertertia erwischte es mich ja auch. Damals hieß es auch: Es sind zu viele Schüler in der Klasse.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Charon » 3. November 2015, 00:59

Ich möchte hier an dieser Stelle doch nochmal den Fall der türkischen Soziologin aufgreifen, die diesen abstrusen Gedanken zur Frühverheiratung von Mädchen hatte.

Mir sind jüngst Fälle von Re-Islamisierung eigentlich gut integrierter und auch gebildeter Türken zu Ohren gekommen, und ich habe einen 90er-Jahre-Asylbewerber aus dem Libanon beobachten können, der auch fließend Deutsch spricht, nur mit deutschen Kumpels abhing und den Eindruck machte, gut integriert zu sein. Plötzlich quatscht der am Handy nur noch Arabisch, vernachlässigt wohl seinen deutschen Freundeskreis und tauchte neulich mit fünf Syrern im Schlepptau beim Sport auf. Während er trotz südländischem Aussehens eigentlich nie als Migrant wahrgenommen wurde (typischer "Quoten-Ausländer" eben) wird er jetzt logischerweise aufgrund seines Verhaltens sehr wohl wieder als Migrant wahrgenommen.

Scheint es da sowas zu geben wie ein "Blut ist dicker als Wasser", nur eben auf gesellschaftlich-kultureller Ebene ? Kann es sein, dass die Erstsozialisation doch schwerer wiegt als eine (oftmals auch noch durch Flucht oder wirtschaftliche Not erzwungene) zweite Sozialisation ? Und man sich gerade in Krisenzeiten oder auch aufgrund des Werteverfalls in Europa wieder seiner Wurzeln bewußt wird ?

Ich halte das für nicht ganz irrelevant, denn man muss sich mal vor Augen führen, dass gerade dieser gebildete, mit westlicher Lebensart vertraute und verbal bewegliche Personenkreis das Zeug dazu hat, eine muslimische Partei anzuführen bzw. zu gründen, die sich auch auf deutschem diplomatischem Parkett bewegen kann. Mit nem radebrechenden und ungebildeten Hinterhof-Mullah als Parteichef kommt man nämlich nicht weit.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 3. November 2015, 01:53

Ich glaube dass der Mensch dazu neigt immer den Weg des geringeren Widerstandes zu gehen, und die Prägung der Erstsozialisation in der muslimischen Gesellschaft wiegt halt einfach stärker. Es ist wie die Sprache, die Muttersprache wird man sehr lange Zeit besser sprechen, gerade wenn sie sehr verschieden ist.
Aber überlegen wir doch mal wie unsere Kultur bei Muslimen ankommen muss und wie gross die Kluft ist.
Gerade noch habe ich wo anders über die Dekadenz in den goldenen Zwanziger Jahren geschrieben, insbesondere denke ich hier an die Boheme Bewegung.
Ich glaube die Kluft zwischen den Muslimen und unserer westlichen Kultur ist noch um einiges grösser als unsere zu den teilweise recht schrägen Lebenskonzepten die in den 20er Jahren aufkamen.
Es muss schwierig bis unmöglich sein für einen Muslim sich wirklich in die westliche Kultur einzufügen, selbst dann wenn er nicht sonderlich religiös ist.
Und das haben wir offensichtlich mit ihnen Gemeinsam.
Hier bei uns ist niemand sonderlich religiös, trotzdem aber gibt es Grenzen die nicht, oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten überschritten werden können. Nun begab es sich vor einiger Zeit dass wieder mal Sperrmüll in der Nachbarschaft anstand. Der ganze Kram wurde mehr oder weniger ordentlich auf einen Haufen geworfen, etwas abseits aber eindeutig zum Sperrmüll gehörend stand ein etwa 30cm hohes auf einem kleinen Sockel montiertes Kruzifix.
Bemerkenswert war schon dass es nicht einfach auf den Haufen geworfen, sondern mit eine gewissen Respekt daneben abgestellt worden ist.
Und wie es nun weitergehen würde das hat mich dann sehr interessiert. Wie gesagt, sonderlich religiös ist hier Jemand, aber als der Müllwagen dann kam haben die Leute von der Stadtreinigung erst den grossen Haufen in den Schredder geworfen und um das Kruzifix sind sie rumgeschlichen wie die Katze um den heissen Brei bis sich dann doch einer der Männer aufraffte, aber er hat es widerwillig getan, das konnte man sehen.
Nee war keiner dabei der aussah wie ein Muslim, ich glaube dann wärs einfach gewesen und unschwer zu erraten an wem es hängen geblieben wäre das Kruzifix zu Schreddern.
Wie war das mit dem Weg des geringsten Widerstandes? In diesem Falle mit dem geringsten Konfliktpotential?



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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Levanah » 4. November 2015, 19:20

Elviera hat geschrieben:Wie gesagt, sonderlich religiös ist hier Jemand


ja, ein deutscher war kürzlich mal papst :lol:
da war wohl das fleisch nicht willig, das zu schreiben was der geist elviera wirklich sagen wollte :D

mit dem kruzifix betrittst du ein ganz neues themengebiet: die macht der symbole
jede kultur/gesellschaft/gemeinschaft/familie/gruppe hat ihre symbole.
symbole manipulieren uns, und in der regel sind wir uns dessen nicht wirklich bewusst.


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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Charon » 5. November 2015, 00:23

Und es gibt auch das andere Extrem: Während ich von Re-Islamisierungen gehört habe, bin ich heute fast aus den Latschen gekippt, als ich eine gute Bekannte besucht habe. Sie ist Türkin mit mittlerweile deutschem Pass und gehört auch zu denen mit akzentfreiem Deutsch und hat nen besseren Wortschatz als mancher Deutsche ohne Migrationshintergrund, sie ist eben recht belesen. Und heute war sie beim Friseur und hat sich die schwarzen Haare zu einem ziemlich nichtssagendem Kackbraun aufhellen lassen. "Sicher ist sicher auf der Straße", meinte sie nur und verwies auf die Flüchtlingsdebatte und vor Allem auf die 15% AfD-ler, die es laut Spiegel bereits gibt.......

Tja, die Einen kehren zurück zum Islam, während die Anderen sich sicherer fühlen, wenn sie ihre Wurzeln komplett verleugnen bzw. verstecken. So weit sind wir wohl schon gekommen in diesem Land........traurig.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Goldmarie » 5. November 2015, 06:31

Ja, es ist traurig.
Aber kackbraune Haare finde ich immer noch besser als Kopftuch.
Ich habe auch von diesen Re-Islamisierungen gehört. Ein Journalisten, der von einem jungen Mann erzählte, der nach Jahren plötzlich wieder begann, arabisch zu sprechen, kommentierte: "Blut ist dicker als Wasser."

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 10. November 2015, 00:47

Nebenbei bemerkt ist heute Reichskristallnacht.
https://www.youtube.com/watch?v=ug3sMMQFG1s
Passen wir nur auf dass sich so was nicht wiederholt.

Aber nicht nur wir sollten aufpassen, sondern die Politik ist hier auch gefordert
Man sollte endlich aufhören diesen Leuten die Wähler in die Arme zu treiben.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Goldmarie » 10. November 2015, 14:01

Sorry, ich habe nach ein paar Minuten abgeschaltet, ich konnte es nicht ertragen. Aber ich kenne ja die Geschichte...

Übrigens empfiehlt sich ein Besuch der Alten Synagoge in Essen. Dort war ich letztes Jahr. Habe interessante Informationen bekommen, die ich noch nicht kannte.

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 10. November 2015, 18:18

Hallo Maria,
jeder kennt die Geschichte und trotzdem kapieren es viele immer noch nicht.
Oder was soll man denken wenn man sich anschaut wieviel Zulauf die Rechten mittlerweile wieder haben?
Ich verstehe das einfach nicht wirklich!

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Charon » 11. November 2015, 01:23

Elviera hat geschrieben:
Aber nicht nur wir sollten aufpassen, sondern die Politik ist hier auch gefordert
Man sollte endlich aufhören diesen Leuten die Wähler in die Arme zu treiben.

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Und nicht nur die Politik, sondern auch genug Nichtpolitiker treiben die Menschen den Rechten in die Arme. Mal wieder ein brandaktueller Schwank aus meinem Leben: Meine Freundin wurde heute im Fitnessstudio ausländerfeindlich angepöbelt, und das, obwohl sie schon länger dort trainiert und es nie solche Vorfälle gab. Sie ist übrigens kein Flüchtling, sondern sie ist schon länger hier in DE und hat mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie spricht halt noch mit etwas Akzent, daher ist der Migrationshintergrund erkennbar. Den Grund für die Pogromstimmung in der Muckibude habe ich mittlerweile von der Filialleiterin erfahren, mit der ich mich recht gut verstehe:

Mir ist schon aufgefallen, dass in der letzten Zeit Asylanten dort auftauchen und habe mich gefragt, wie die das finanziell stemmen können so ganz ohne Arbeit. Tja, und hier ist der Grund: Die Geschäftsleitung hat klammheimlich (um keinen Ärger zu verursachen) einen Asylanten-Rabatt eingeführt, d.h. die Asylanten dürfen zum halben Preis trainieren. Und dieser Rabatt ist kein "Sozialtarif", sondern er gilt explizit nur für Asylanten, während deutsche H4-Empfänger bzw. sozial Schwache draußen bleiben müssen ! In meinen Augen eine bodenlose Frechheit, die an Rassismus gegenüber Deutschen grenzt. Und dummerweise ist diese Info zu den Kunden durchgesickert, da ein Kunde im Asylantenheim der Caterer ist und ständig in Kontakt mit dem dort tätigen Sozialarbeiter ist, der diese Rabattsauerei angeleiert hat. Ja, so züchtet man Nazis und erzeugt ruck-zuck ne Pogromstimmung gegen alle Menschen mit Migrationshintergrund, auch wenn sie wie meine Freundin den vollen Preis bezahlen müssen.

Förmlicher Brief an die Geschäftsleitung ist in Arbeit............

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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Elviera » 13. November 2015, 01:16

Heute ging folgende Meldung durch die Presse:
http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_76110664/asylverfahren-nicht-mehr-rechtsstaatlich.html

Die Zuwanderungswelle hat doch im Grunde gerade erst angefangen, und so langsam beginnt man auch zu begreifen was da auf uns zurollt. Aber beiweitem noch nicht jeder.
Und schon gerät, wie von mir übrigens befürchtet, schon jetzt der Rechtsstaat ins wanken?
Dass es so schnell geschehen würde hätte auch ich nicht gedacht, aber wir werden langfristig so einiges an unserem Grundgesetz neu überdenken müssen fürchte ich, einfach darum weils nicht anders zu bewältigen ist.
Aber noch ists ja nur das erste Mal dass man ins Schleudern kommt, viell. haben die ja noch ne andere Idee.
Wenn nämlich ganz Europa, besonders die Randstaaten Zäune ziehen kommen sie dort nicht mehr rein. Und da wir in der Mitte liegen sind auch wir nicht mehr erreichbar. Prima St. Floriansprinzip.
Die schlimmen Ungarn, Serben was weiss ich wer noch haben Zäune. Also was für Drecksäcke sind dass denn? Und die armen Asylanten... hoch nee.. wo bleibt dann da die Menschlichkeit..... Wir aber sind rosige kleine Ferkelchen, und fein raus aus der Asylnummer.
Wir können unser altes Grundrecht auf Schutz für Jan und Jupp und Pit und Jedermann, und zwar in altgewohnter Manier und Menge, sei es auch noch so unrealistisch weiter aufrecht erhalten, und damit weltweit angeben wie toll wir in Deutschland doch sind.
Elegant- nöch? So funktioniert Politik.
Könnte es sein dass es wirklich so ist?
Keine Ahnung, jedoch dass so nicht weitergehen kann das dürfte inzwischen wohl jedem klar sein.

Ob ich das jetzt wirklich ernst nehmen soll was ich hier geschrieben habe? :oops:
Machiavelli mag ich aber lieber doch nicht darüber befragen. :?
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Re: Camorra, Vendetta oder Kanun?

Beitragvon Levanah » 13. November 2015, 13:27

ist das kernproblem nicht das, dass man weltweit in üblicher politikermanier das problem einfach aussitzen wollte?
und nun drohen desswegen alle rechtsstaaten zu rechts-staaten zu mutieren

ich habe längst mein unwort 2015 gewählt: flüchtlingskrise
ich war beim aussprechen da zwar um ellen schneller als er, aber:
es ist, da gebe ich christoph blocher von der svp mal recht, ein reines führungs- und organisationsproblem
eu-weite regierungskrisen, nichts anderes

sollten wir vielleicht die teppichetagen der weltpolitik mal richtig ausmisten?
in jedem wirtschaftsunternehmen hätte es da schon längst gescheppert

:hallo:
levanah
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