Transsexualität ist keine Krankheit

Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 24. Oktober 2015, 02:51

http://www.wma.net/en/30publications/10policies/t13/
http://www.wma.net/en/40news/20archives/2015/2015_36/index.html

Die Menschenrechtler unter uns werden jubilieren. Ist das nicht toll?
Und erst die Krankenkassen.... .
Es wird in Zukunft also wieder hitzige Diskussionen geben werden wer die Rechnung bezahlt.
Ist das nicht toll?

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Levanah » 24. Oktober 2015, 12:40

ich sag ja seit jahren dass es eigentlich eine angeborene, körperliche behinderung mit anspruch auf spezifische hilfsmittel (hrt/ga) ist.
aber auf mich hört ja keiner :P

:hallo:
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 24. Oktober 2015, 18:04

Genau so ist es, Levanah!

Ich habe kürzlich einen Rollstuhlfahrer sagen gehört: Ich bin nicht krank! Mir fehlt nur ein Bein!

LG
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 25. Oktober 2015, 00:13

Natürlich habt ihr recht, nur fürchte ich dass es Diskussionen auslösen könnte die in die falsche Richtung gehen.
Es ist ja derzeit ein kleiner eigentlich (derzeit noch unbedeutender) Schritt, und er geht aus unserem Blickwinkel in die falsche Richtung.
Und wir wissen ja wie das weiterlaufen könnte.
Wie war das damals mit dem ersten Auslandseinsatz der Bundeswehr?
In Jugoslawien wars, und selbstverständlich nur humanitär. Das mit dem humanitären Einsatz sollte sich jedoch bald ändern denn man hat die Rechtslage den humanitären Einsatz der Bundeswehr angepasst, und dabei nicht vergessen das es demnächst viell. weniger humanitäre Einsätze geben könnte. Das jedoch hat man zunächst nicht so sehr an die grosse Glocke gehängt, und was dann für Einsätze folgen wissen wir ja alle.
Ist es auch dieses Mal so ne Salamitaktik?
Auf jeden Fall wird das wieder Wasser auf die Mühlen der Kk sein und gute Argumente liefern.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Charon » 25. Oktober 2015, 01:39

Oh je, da hat man wohl auf dem Meeting in Moskau zu tief ins Wodkaglas geschaut und zeitgeistkonforme Politik ging deshalb wohl vor medizinischer und psychologischer Weitsicht.

Das liefert in der Tat wieder Munition für die KK.

Für mich ist TS eine Krankheit bzw. Behinderung. Aber eine, die eigentlich recht gut behandelbar ist und mit der man leben kann. Wenn doch endlich mal ein bisschen mehr Vernunft in die Diskussionen gebracht werden würde........

lg,

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 25. Oktober 2015, 02:00

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon jessica » 31. Oktober 2015, 14:03

Ich sehe eine ganz andere Sache auf uns zukommen.
Wenn das keine Krankheit ist, wird die Krankenkasse über kurz oder lang reagieren.
Um eine Transsexualität festzustellen, müssen wir ja zunächst zu einem Psychater, der dies überhaupt feststellt.4
Danach zum Endokrinologen, damit wir überhaupt unsere Hormone bekopmmen.
Um überhaupt den Namen und die Operation machen zu können, muss das übers Gericht beantragt werden, damit uns das von 2 unabhägigen Psychatern bestätigt wird.
Erst danach kann der Name und Personenstand geändert werden, und wir können dann die OP machen lassen.
Sollte nunmehr die Krankenkasse sagen, dass es keine Krankheit mehr ist, werden wohl die Krankenkassen versuchen, dies über Gerichte klären zu lassen.
Sollte den Krankenkassen in der Hinsicht Recht gegeben werden, bekommen wir reichlich Probleme, weil ja bisher dies dort abgerechnet wird.
Sollte es wirklioch so weit kommen, werden wir ganz schön Probleme bekommen,denn jedem dürfte klar sein, dass wir nicht über die Mittel verfügen, um aus eigener Tasche die OP zu bezahlen.
Elviera hatte kurz auf das Verhalten KK hingewiesen.
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 1. November 2015, 11:05

Hallo Jessica,
genau das ist es ja. Noch ist es ja nur ne Empfehlung, aber es könnte leicht möglich sein dass die Politik und damit auch die Sozialversicherung auf diesen Zug aufspringen. Und dann wird's bitter für Unsereinen.
Und wenn wir uns nun mal anschauen wie das in Ländern läuft wo es auch nicht bezahlt wird, oder es in unserem Sinne keine Sozialversicherung gibt, Amerika z.B., die trotzdem aber prozentual nicht weniger Ga Op`s haben, und uns nun fragen wo die Ts das Geld hernehmen? Dann habe ich nur eine Antwort darauf. Prostitution und der Gleichen.
Die Verzweiflung unter uns Ts dürfte jedenfalls gross genug sein um so was zu tun.
Und wenn die Prostitution blüht unter uns dann weiss ich nicht ob der Staat sich damit einen Gefallen tut. Von uns selber mal ganz zu schweigen denn damit dürfte eine Integration die auch so schon schwierig genug ist so gut wie unmöglich werden.
Das ist in so fern fatal da man solange man jung genug ist gut verdienen kann jedoch jedes Gefühl für die sozialen Normierungen verloren hat und sich nirgendwo mehr einfügen kann.
Daraus resultiert dann später Sozialhilfe!
Und das alles wo wir durch die Wahrnehmungsverschiebung in der ersten Zeit sowieso schon mit einem Bein im Rotlicht stehen.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Minka » 1. November 2015, 15:55

Und das kann dabei herauskommen, wenn man bei der KK falsch argumentiert, wie z. B. "So gibt die Krankenkasse beispielsweise an, dass Transsexualität ja keine Krankheit sei und die betroffene Patientin sich selbst auch nicht als Kranke bezeichnete und daher kein Grund für eine Kostenübernahme der Operation bestehe."
Man kann sich eben auch selbst Steine in den Weg legen und befindet sich dann schneller als man denkt in einem Klageverfahren, und das trotz noch geltendem alten ICD.

http://www.mz-web.de/dessau-rosslau/transsexuelle-dessauerin-kampf-um-op-mit-der-krankenkasse,20640938,32126482.html

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 2. November 2015, 18:32

Das ist ja unglaublich! Wenn sich die Krankenkassen schon jetzt querstellen - um wie viel mehr dann, wenn TS offiziell keine Krankheit mehr ist? Da können die "Experten" noch so sehr fordern, dass trotzdem eine kostenlose Behandlung sichergestellt werden muss... Fordern kann man viel, aber ob man es auch bekommt, steht auf einem anderen Blatt.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 3. November 2015, 00:49

Hallo Maria,
noch ist es ja nur ne Empfehlung, aber auch das bereitet mir Sorgen.
Dass die Tf in Minas Link Probleme hatte das hat damit nichts zu tun.
Es liegt vielmehr an den für Tf typischen Verhaltensauffälliglkeiten und wir alle kennen auch die Argumente in der Szene ja warum und wieso Ts keine Krankheit ist.
Dass aber in den heiligen Hallen der Krankenlasse, möglicherweise auch noch schriftlich auf dem Kostenübernahmeantrag und beim MDK vollmundig rumzuposaunen?
Wen wunderts wenn da die Kk sagt: Wenn Du nicht krank bist was willst Du dann vom uns?
Sollen sich alle Politiker unter uns hinter den Spiegel stecken dass es Dinge gibt an die man besser nicht rühren sollte, stattdessen aber hoffen dass in der nächsten Zeit die Politik sich noch nicht dafür interessiert.
Das kommt schon noch früh genug.
Und noch was:
Wenn man die Leute in der Szene mit diesem Mist heiss macht dann muss man sich nicht wundern wenn so was dabei rauskommt.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 3. November 2015, 23:50

Wohl wahr... :|
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 20. Dezember 2015, 02:28

So ganz beendet ist die Diskussion wohl doch noch nicht?

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35641/1.html

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 21. Dezember 2015, 00:05

Hmm.... der Artikel ist über vier Jahre alt. Aber immer noch aktuell, wie mir scheint.

Die Formulierungen erscheinen mir stellenweise überspitzt. So habe ich mich beispielsweise nie den Gutachtern "völlig ausgeliefert" gefühlt. Ich hatte vor einiger Zeit eine sehr unerquickliche FB-PN-Auseinandersetzung mit einer (ehemaligen) TS-Freundin, die genau diese überspitzte Argumentation sehr vehement vertrat und mich, als ich zu widersprechen wagte, auf das Wüsteste beschimpft hat.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 21. Dezember 2015, 00:29

Hallo Maria,
Das war doch bestimmt jemand von Atme? Zumindest klingt es ganz danach so wie das gelaufen zu sein scheint
Ansonsten- na ja, man kennt das ja, und es ist ja nicht nur Atme. Viele andere Gruppierungen sind da auch nicht weitsichtiger.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte würde ich mir wünschen das auch solche Leute irgendwann einmal in dem Leben ankommen würden welches sie sich immer gewünscht haben, welches aber während der Transition völlig in den Hintergrund getreten und manchmal sogar völlig auf der Strecke geblieben ist.
Viele haben nicht mal mehr so viel Bezug zum normalen Leben dass sie selber noch merken wie übel sie drauf sind.
Es sind Verirrte die sich da in etwas reingesteigert haben und ich fürchte helfen kann man da wohl nicht denn zu einer völligen Verblendung kommt auch noch ein gewisser Fanatismus.
Ich glaube nicht dass es Sinn macht an solchen Freundschaften festzuhalten wo man nicht mal ne eigene Meinung haben darf ohne einen Streit zu riskieren, und leider ist genau das nur all zu oft der Fall.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 26. März 2017, 11:52

Ihr Lieben,

Bezugnehmend auf das vorläufige Enderegebnis für die neuen Behandlungsrichtlinien beschleicht mich ein Verdacht den m.E. gibt es nur noch eine Möglichkeit die gesezliche Krankenversicherung auch weiterhin in die Pflicht zu nehmen.
Auf diesen Gedanken bin ich gekommen als ich neulich einen Krankenbesuch in der berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik gemacht habe.
Dort war man von Seiten des Personals geradezu empört wenn man von der Klinik als Krankenhaus sprach.
Eine Schwester hat mir erklärt dass die Patienten schliesslich nicht krank sind, sondern verletzt.
Und daher haben sie dort auch keine Kranken, sondern Verletzte!
Das ist natürlich eindeutig Insidervokabular, aber es hat mir doch schon zu denken gegeben.

Wenn also Trassexuelle nicht krank sind, und man trotzdem einen Kostenträger für die entsprechenden medizinischen Massmahmen sucht, dann bleibt da nicht viel.
Verletzte, also verunfallte Personen sind im Sinne der Berufsgenossenschaft wir ganz sicher nicht.
Und was bleibt?
Genau genommen fällt mir da nur noch eine Möglichkeit ein: Behinderung!?

Werden wir also in Zukunft als Behinderte gesehen werden?

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 26. März 2017, 15:16

Behinderte gibt es ja auch nicht, nur Leute, die (von der Gesellschaft) behindert werden.

Und Krankenhäuser, Kliniken, Hospitäler... Früher gab es auch Siechenhäuser:
http://www.im-hochfeld.de/b_siechenkneipe.html

LG
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 26. März 2017, 16:56

Hallo Maria, damals als Krankenhäuser in Deutschland noch als Siechenhäuser bezeichnet hat da hat mnn vieles klarer und teilweise auch ganz anders definiert.
Siechenhäuser waren Bleiben für Invalide., Nicht ganz so ein sog. Armenhaus, aber nicht weit davon entfernt.
Spitale waren Herbergen für alles und jeden der einen kleinen Obulus bezahlen konnte, z.B. Pilger. Daraus wurde dann später das Hospiz.
Krankenhäuser in unseren Sinne gab es nicht. Man hatte genug Geld und konnte einen Arzt und die Pflege die meisst dier Angehörigen übernahmen bezahlen, oder ab ins Siechenhaus.

Aber egal, darum gings ja nicht, sondern um die Frage was wir denn nun gemäss der neuen Behanlungsrichtlinien sind.
Dernn je nach dem wie man uns definiert ist auchg der Kostenträger jeweils ein Anderer, und es könnte langtfristig sogar sein dass niemand dafür zuständig ist, u d.h. selber zahlen und fröhlich sein.
Und nein das betrifft nicht nur die Leutz die noch die Op vor sich haben, sondern Alle.
Denn alle Folge-Erkrankungen welche die Transition mit sich bringen kann, und oft genug auch mit sich bringen wird, die gehen dann u.U. nämlich auch zu Lasten des eigenen Geldbeutels, denn die Kv könnte auf die Idee verfallen das so eine Op Privatvergnügen ist, und man über die Risiken ja aufgeklärt worden ist. Damit aber wäre der Tatbesttand der Fahrlässdigkeit oder gar der bedingte Vorsatz erfüllt.
Und in dem Falle werden die Versicherungen das tun was sie immer tun. NIX!!
Nicht heute, nicht morgen, aber irgendwann, wenn in der Zukunft der Brotkorb mal etwas höher hängen wird, dann viel. schon.
Die Tür ist jedenfalls aufgestossen worden, eine Türe die ich persönlich lieber geschlossen gehalten hätte.
Gute Gründe sich Gedanken zu machen meine ich.

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon jessica » 18. Februar 2018, 13:38

Ich hatte am 17. 02. 2018 die Sendung auf Vox gesehen.
https://www.tvnow.de/vox/dokumentatione ... per/player
Ich war echt überrascht darüber, dass einmal nicht so ein Blödsinn ausgestrahlt wurde, wie zu damaligen Zeit in RTL II gesendet wurde.
Die Frage, die ich mir nur stelle, ob es auch viele Menschen gesehen haben, weil ja doch ein Tabuthema angesprochen wurde, weil ja viele Menschen dies als reine Idiotie abstempeln.
Ich fand diese Reportage nicht schlecht gemacht, wobei es im gewissen Sinne doch noch weiterhin Probleme geben wird.
Wenn nämlich, wie von Dr. Hess beschrieben, Transsexualität nicht mehr als Krankheit gewertet wird, werden die Krankenkassen die geschlechtsangleichende Operation nicht mehr bezahlen, was im Endeffekt dazu führt, dass nur noch Reiche sich so eine OP leisten können.
Weiterhin bin ich davon überzeugt, dass immer mehr transsexuelle Menschen einen Selbstmord vorziehen, als weiterhin gezwungen sind, so zu leben, wie sie nun mal geboren sind.
Was aber noch passieren kann, ist, dass diese Menschen wie in Amerika sich prostituieren werden, um überhaupt die OP bezahlen zu können.
Die psychischen Auswirkungen werden immens sein.
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 18. Februar 2018, 14:51

Genau das befürchten wir ja auch, unsere Bedenken haben wir ja auch geäussert, auch auf die Gefahr hin von Leuten die nicht weiter denken als ne dicke fette Sau springt, sich aber zum Wortführer gemacht haben dafür gesteinigt zu werden.
Und hinterher fragen sich alle wie es so weit kommen konnte. Aber es ist wie es in der Politik immer ist. Wer am lautesten rumtrötet, am besten mit simplen aber eingängigen Heilsbotschaften dem laufen sie hinterher wie die Lemminge.
Das es in so einem Falle nur eine Frage der Zeit sein dürfte bis die Krankenkassen da irgendwann vorpreschen werden ist zu erwarten.Ich hätte mir daher gewünscht dass Ts eine Krankheit ist und bleibt, und zwar einzig, alleine und genau aus diesem Grund.
Und dass wir selber auch noch die Türe dazu aufgestossen haben, ist wieder mal so ein Meisterstück von Leuten die entweder ziemlich kurzsichtig sind und die Sachlage nicht richtig einschätzen konnten, oder als 2. Möglichkeit bliebe dann nur noch Unaufrichtigkeit. Doch wie auch immer, sollte es eines Tages dazu kommen dann sind wir es selber Schuld weil weil deren Botschaften nicht hinterfragt und die Leute die es getan haben kaltgestellt haben.
Mal ehrlich, wer soll denn da noch Mitleid mit uns haben?

Jedoch git es da noch andere Lösingsmöglichkiten und schauen wir doch mal nach Ländern wo es so eine soziale Absicherung wie bei uns nicht gibt, wie die Ts dieses Problem dort lösen.
Ich denke dass die Prostitution eine Möglichkeit sein wird die viele, dh. solange sie jung genug sind nutzen werden.
Thailand ist da wohl das beste Beispiel, aber in den USA z.B. dürfte das auch nicht anders sein.
Wenn also das bisher undenkbare eintreten sollte dürfte die Prostitution ungeahnten Vorschub erfahren, und die älteren Ts gucken in die Röhre.

Sorry für den Sarkasmus und L.G. Elviera
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon jessica » 19. Februar 2018, 10:15

Was ich gar nicht verstehen kann, ist, dass Dr. Hess diese Meinung vertritt.
Dass er aber durch geschlechtsangleichende OPs bezahlt wird, scheint er noch gar nicht bedacht zu haben, denn die meisten Patienten sind nun einmal Kassenpatienten.
Der größte Teil der Transsexuellen sind ja nun einmal Kassenpatienten.
Somit würde er ja dann die Patienten in 2 Klassen einstufen, was bedeutet, dass er den Beruf als Arzt verfehlt hat.
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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Elviera » 19. Februar 2018, 10:48

Och das verstehe ich schon.
Ich denke er wirbt um mehr Privatpatienten, denn da kann er die Preise frei kalkulieren während die gesetzliche Kv nur feste Sätze bezahlt. Er kann also sagen dass die Op meinetwegen 12 000 Eus kostet, während die gesetzliche Kv einfach sagt: Für die Op bezahlen wir meinetwegen 11 00 Euro.
Gibs Komplikationen dann gibs Probleme und er muss das gross und breit schriftlich rechtfertigen was dann natürlich bevor es bezahlt wird genau geprüft wird. Das entfällt bei Privatpatienten.
Auch hat ein Privatpatient den Vorteil für den Arzt dass der Patient in Vorleistung treten muss was bedeutet der Doc hat seine Knete, und alles andere interessiert ihn nicht mehr.
Mit seiner Krankenversicherung jedoch muss der Privatpatient sich selber auseinandersetzen dass er das vorgeleistete Geld auch wiederbekommt.

Man sieht also das Privatpatienten für den Arzt jede Menge Vorteile haben und dass wohl jeder Arzt versucht dafür zu sorgen dass er möglichst viele private Patienten hat. Man muss nämlich bedenken dass so eine Arztpraxis auch nur ein Unternehmen ist dass man zum Zwecke der Gewinnmaximierung betreibt. Und so ein Unternehmen kann auch pleite gehen wie jedes Andere mit den üblichen Konsequenzen. Man muss also zusehen dass der Rubel rollt, genau so wie der Kioskbetreiber an der Ecke.
Daraus jedoch reslutiert dass wir im Prinzip schon immer eine 2-Klassenmedizin hatten, auch wenn die Ärzte das nur selten ,und wenn überhaupt, dann nur widerwillig zugeben
Aber fragen wir uns doch mal was unter Berücksichtigung der oben genannten Umständen passiert wenn ein Arzt der an der Grenze seiner Kapazität angekommen ist und nun 2 Patienten vor ihm stehen die aufgenommen werden wollen. Einer mit gesetzlicher Kv, und einer privat. Einen kann er noch nehmen, was denkst Du welcher das sein wird?
Das dürfte wohl klar sein denke ich, und ebenso klar ist dass die Privaten dem Arzt natürlich lieber sind.

Übrigens ist die lt. Hess die intensivere und verlängerte Orgasmusfähigkeit wohl eher den Hormonen zuzuschreiben, nicht der OP.
Aber Werbung hat nun mal seine eigene Gesetzmässigkeit. ;-)

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Re: Transsexualität ist keine Krankheit

Beitragvon Goldmarie » 20. Februar 2018, 17:39

Danke für den Link, Jessica! Habe mit jetzt den ganzen Film angeschaut und er hat mir gut gefallen. Auf Facebook wurde er kontrovers diskutiert, einige verdammten ihn in Grund und Boden, ohne ihn gesehen zu haben, nur weil ein Ankündigungstext Formulierungen verwendete, die ihnen nicht gefielen.

Wie gesagt, mir gefiel der Film gut, weil er viele Dinge jenseits der üblichen Klischees ansprach. Er hat mich sogar emotional aufgewühlt, ich kann gar nicht so genau sagen warum, vielleicht weil sehr persönliche Gefühle, Schwierigkeiten und Ängste angesprochen wurden, die ich von meiner eigenen Geschichte kannte.

Ich habe mich auch gefreut, Lukas Schuler wiederzusehen, einige der gezeigten Bilder waren ja bekannt.

Elviera hat geschrieben:Übrigens ist die lt. Hess die intensivere und verlängerte Orgasmusfähigkeit wohl eher den Hormonen zuzuschreiben, nicht der OP.

Das ist definitiv so.

LG
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