Polizei erschiesst psychisch Kranken

Polizei erschiesst psychisch Kranken

Beitragvon Elviera » 1. Februar 2017, 02:06

Ich will ja jetzt nicht ganz bissig sein und behaupten dass es irgend so ein polizeiliches Meisterstück war, denn ich kenne weder die Beteigten, Landschaft des Kranken, Diagnosen noch die Umstände in der aktuellen Situation.
Aber wenn man bedenkt das man ursprünglich von einer Suzidgefährdung ausgegangen ist, der Betroffene selber um Hilfe ersucht hat dann frage ich mich schon warum die Stimmung derart gekippt ist.
Nun gut auch da gibt es krankheitsbedingte Gründe mit denen man das erklären könnte.
Aber erfahrungsgemäss ist es doch so dass man wenn man auf seine Argumentationsführung im Gespräch achtet und nicht gerade die Empathiefähigkeit einer Abrissbirne und ein Gemüt wie ein Fleischerhund besitzt, so was eigentlich nicht passiert.
Ausnahmen mögen zwar die Regel bestätigen, aber ich habe so eine Ausnahme selber noch nicht erlebt oder sonst irgendwie kennengelernt.
War da also doch ein Meister aller Klassen am Werk?

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/berlin-polizei-erschie%c3%9ft-psychisch-kranken-mann/ar-AAmtaQH?li=BBqg6Q9&ocid=UE07DHP

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Re: Polizei erschiesst psychisch Kranken

Beitragvon Goldmarie » 1. Februar 2017, 21:32

Vielleicht hat er's darauf angelegt, erschossen zu werden? Sowas soll's ja auch geben.
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Re: Polizei erschiesst psychisch Kranken

Beitragvon Charon » 2. Februar 2017, 01:14

Da steht rein gar nichts von deeskalierenden Gesprächsversuchen, d.h. da war ev. wirklich ne Empathieleiche am Werk, welche das Gespräch extrem versemmelt hat.....und zwar so sehr, dass der Mann auf die Polizisten losging. Normalerweise führt aber nie der in solchen Dingen unbeholfenste Beamte so ein Gespräch, sondern immer der geeignetste vor Ort, so sollte es doch eigentlich sein ?

Und klar kennt wohl jeder Polizist das Thema "Suicide by Cop", damit muss man in so ner Situation eben rechnen, mit einem eher unbeholfenen und ev. auch recht ungezielten Angriff, den der Betroffene ja definitiv nicht ausführt, um tatsächlich einen Polizisten zu töten, sondern nur um tödliche Schüsse zu provozieren.

Ich kann hier auch nur rumspekulieren, da ich ja nicht dabei war, aber wenn man an die chronisch überlastete Polizei denkt (Streik wegen der vielen Überstunden ist demnächst angesagt), dann dürfte hier das Fehlerrisiko jeglicher Art steigen. Schwarz malen und von einer "Amerikanisierung" (den Amis sitzt der Colt bekanntlich locker, man liest ständig über erschossene Unbewaffnete) der deutschen Polizei reden will ich hier noch nicht, denn zu dünn ist die Datenbasis.

lg,

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Re: Polizei erschiesst psychisch Kranken

Beitragvon Charon » 3. Februar 2017, 01:41

Und wenn man das ganze noch mehr aufdröselt, dann wird einem klar, dass die Polizei sogar zwei Chancen versemmelt hat, diesen Fall ohne tödlichen Ausgang zu beenden.

Chance eins war m.E. das bereits erwähnte verpatzte oder gar nicht durchgeführte deeskalierende Gespräch; damit hätte die Sache komplett unblutig beendet werden können.

Und jetzt zu Chance Nummer zwei: Der Mann hat wohl mit einem Messer angegriffen und die Polizei hatte das Zimmer, in dem der Mann sich befand, aufgebrochen. Im Klartext heißt das, dass die räumliche Distanz zwischen den Beamten und dem Angreifer recht gering gewesen sein muß. Meines Wissens müssen Polizisten verpflichtend regelmäßig an Schießübungen mit der Pistole teilnehmen. Und hier an dieser Stelle frage ich mich, warum ein derart geübter Schütze nicht in der Lage ist, einen Angreifer auf kurze Distanz durch einen Schuss ins Bein kampfunfähig zu machen statt ihn gleich umzunieten. Wer mit einem Messer angreift, der ist mit nem Beinschuss definitiv schachmatt. Mit ner Pistole sähe das anders aus, denn da könnte einer auch liegend noch schießen und treffen. Aber dieser psychisch Kranke hatte eben nur ein Messer und keine Knarre. Einen Beinschuss überlebt man i.d.R. und das Ganze hätte somit trotz missglückter Deeskalation nicht zum Tode des Mannes führen müssen.

Zwei Chancen vergeigt, das riecht wahrlich nicht nach einer Meisterleistung.

lg,

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Re: Polizei erschiesst psychisch Kranken

Beitragvon Charon » 10. Februar 2017, 01:05

Was ich meinem letzten Beitrag noch hinzufügen wollte: Man kann aufgrund eines Einzelfalles noch keine Schlüsse oder Prognosen im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen machen. Warten wir deshalb ab, ob es in der nächsten Zeit vermehrt zu ähnlich gelagerten Fällen kommt.

Und leider liegt hier eventuell der nächste Fall von strittigem Schusswaffengebrauch seitens der Polizei vor: http://www.focus.de/politik/in-hamburg- ... 21578.html

lg,

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Re: Polizei erschiesst psychisch Kranken

Beitragvon Elviera » 10. Februar 2017, 01:46

Ob man wohl jemals ergründen wird was wirklich los war? Ich möchte mal anregen ganz anders zu denken.
Wenn in einschlägigen Gegenden meiner Heimatstadt in der Eckkneipe mal wieder was los, war dann wars bei der Polizei immer guter alter Brauch mit grossem Tatütata anzurücken, und ich will jetzt nicht unterstellen das man, bevor die Polizei die Walstatt betrat, noch einige Male um den Häuserblochk gefahren ist, bis nun wirklich jeder wusste das die Bullerei anrückt, aber zumindest hatte man auf reichlich Verstärkung gewartet.
Meisst hatte sich die Sache bis dahin auch von selbst erledigt, und niemand wusse etwas von einer Keilerei geschweige, denn dass irgendwer was gesehen hätte.
Die Polizei wars zufrieden, denn das spaarte jede Menge Schreibarbeit, die zudem noch meisst völlig sinnfrei war, weil die Streithähne erfahrrungsgemäss einen Tag später die Anzeigen sowieso wieder zurückgezogen hätten, da sie längst wieder zusammen soffen.
So kam es, das auch die Staatsanwaltschaft ihrseits ebenfalls zufrieden war, denn wirkliche Haftgrüde bestanden in der Regel sowieso nie, ausser vielleicht zum Zwecke der Ausnüchterung.
Das wiederum führte bei der Polizei ebenfalls zu Zufriedenheit, denn da kotzten sie wenigstens nur ihre eigene Bude voll, und nicht die Zelle des Polizeigewahrsams.
Wie man sieht waren auf diese Weise doch alle zufrieden, und wenn ich höre Hamburg St. Georg und dann feststelle das in diesem Falle die Polizei nicht mit grossem Tamtam ja nicht mal aufmarschiert ist, sondern gut versteckt halb verdeckt als Zivilfahnder unterwegs war, so könnte es sein dass man wegen dem Kampfgetümmel nicht so recht begriff, sondern erst hinterher feststellte dass es keine Kumpels waren die auch ein bisschen Spass bei einer zünftigen Aufmische haben wollten.
Pfefferspray? Oder ne Wumme bzw. `n Zachel? Irgendwas hat doch heute fast jeder dabei, fragen wir doch mal die Waffengeschäfte nach ihren Umsätzen in den letzten 2 Jahren. So was zeichnet einen auch nicht mehr als Ordnungshüter aus, die Zeiten sind vorbei. Wer weiss, vielleicht waren die Ordnungshüter hier schlichtweg ein wenig übereifrig?
Hättemn sie doch einfach nur zugesehen wie sie sich kloppten, und ausser ein paar zugelöteten Augen wäre nichts passiert.
Gilt doch die Regel: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, und überdies handelt es sich bei der Polizei auch noch um einen gemeinsamen Feind, da solidarisiert man sich auch schon mal ganz gerne auf internationaler Ebene. Hehe
Einzig die Krankenkassen haben das Nachsehen, denn die Bezahlen die Artzrechnung, Aber wenn man im Suff gegen einen Laternenpfahl läuft? Oder die Treppe runterfällt? Da kann man nix machen, da kann keiner wat für. :lol: :mrgreen: ;)

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