nano-Sendung zu TS bei Kindern vom 24.01.2017

Gemeint sind hier Dokumentationen genau so wie Spielfilme oder Theaterstücke, also alles was gesendet oder aufgeführt wird, und irgendwie mit Ts zu tun hat.
Und wer mag kan hinterher natürlich auch eine Kritik verfassen.

nano-Sendung zu TS bei Kindern vom 24.01.2017

Beitragvon Sophie » 25. Januar 2017, 21:48

Hallo ihrs,

habe mich schon lange nimmer im Forum zu Wort gemeldet. Doch dieser Beitrag der Sendung „nano“ von gestern auf dem Sender „3Sat“ ist mir doch eine Ausnahme wert:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=64296.

Dort wird endlich mal – und durchaus kritisch – über das Thema: „TS im Kindesalter“, berichtet mit teils überraschenden Aussagen, wie, dass die Zahl geschlechtsverändernder med. Eingriffe inzwischen wieder rückläufig sei, da Betroffene ein tragfähiges Arrangement in der neuen Rolle getroffen haben, welches von ihrem Umfeld (angeblich) als vollwertiges angenommen wird. Ich will hier aber keiner Meinungsbildung dazu vorgreifen.

Leider war nur die ganze Sendung und nicht der einzelne Beitrag verfügbar. Daher will ich noch zu dem darauf folgenden Beitrag über „TG und OPs in Thailand“ mit meinen üblichen Warnungen anmerken:

  1. Wer med. Eingriffe dort wahrnimmt, bekommt keine Nachbetreuung in Deutschland und darf mit erheblichen Schwierigkeiten rechnen, für eine evtl. erforderliche Korrektur-OP überhaupt 1 seriösen Operateur im Heimatland zu finden. Gründe hierfür sind medizinethischer, aber auch haftungsrechtlicher Art.
  2. Ihr könnt mit OPs auf eigene Initiative dort oder im Heimatland NICHT das Verfahren zur Vornamens- und Personenstandsänderung nach dem Transsexuellengesetz (TSG) (bzw. dem österr. oder Schweizer Pendant dazu) umgehen, abkürzen oder beschleunigen. Auch die weiteren medizinischen Veränderungen im Heimatland könnt ihr NICHT dadurch vorantreiben. Der MDK wird das in KEINER Weise zu euren Gunsten anerkennen! Denn in Deutschland wird die „geschlechtsangleichende“ OP NICHT als Beweis des Vorliegens einer Transidentität angesehen!!! Vielmehr gilt das in sämtlichen Rechtsbereichen als Schönheits-OP. Die Transidentität (bzw. neuerdings genauer: „geschlechtsdysphore Störung“, früher: „Transsexualismus“) ist lediglich durch ein bis 2 Gutachten rechtsicher (und zugleich medizinisch gesichert) feststellbar – sowohl fürs Gericht (Personenstandsänderung) als auch den MDK zur Zulassung und Kostenübernahme der gewünschten OP.
  3. Es erwachsen aus der privat in Thailand (oder auch im Heimatland) veranlassten OP KEINE Ansprüche an eure Krankenversicherung! Im Gegenteil! In ungünstigen Fällen sogar gegen euch in Form von Erstattungsansprüchen der Krankenkassen, falls wegen eurer auf eigene Faust durchgeführten OP in der Folge später medizinische Eingriffe nötig werden, um eure Gesundheit (oder euer Leben) zu retten. Denn platt ausgedrückt: Ihr habt euer Unglück selbst verschuldet und habt die Folgekosten daher auch selbst zu tragen, nicht die Allgemeinheit.
  4. Wer’s billig haben will, muss auf die in Europa üblichen med. Annehmlichkeiten verzichten oder gar mit örtlicher Betäubung auskommen, keine Vor- und Nachsorge und vor allem keine bei uns üblichen Qualitätsstandards! Ein Hygienemangel kann schon reichen, um für den Rest des Lebens Qualen durchleiden zu müssen, die kein Arzt der Welt für kein Geld der Welt mehr heilen kann – vorausgesetzt man überlebt überhaupt. Kurz um: „Es gibt viele Krankheiten und Leiden aber nur 1 Gesundheit.“ Das führt mich zu …
  5. Versucht nicht, die gesellschaftlichen Verhältnisse in Asien mit unseren hier in Mitteleuropa zu vergleichen! Die Menschen dort sind noch von ganz anderen, riesigen Gefahren tagtäglich an Leib und Leben bedroht, die wir uns nicht mal ausmalen können. Auch kann man die dortigen Vorstellungen von Gender und Transidentität nicht mal ansatzweise mit unserer Kultur vergleichen. Was ist schon 1 einzelnes Leben und dessen Qualität für die dort übliche Kultur wert im Vgl. zu unsern Vorstellungen? Ich will damit sagen: Muss man sich den dortigen Verhältnissen als Europäer auch noch freiwillig aussetzen oder sollte man diese höchstsensible Angelegenheit lieber in der uns so vertrauten und sicheren eigenen Kultur behandeln im weitgehenden Einverständnis mit unserer Gesellschaft – ausgedrückt in unseren Gesetzen und Institutionen?“ Die Entscheidung überlasse ich ganz vertrauensvoll jedem selbst.

Ich weiß, bei den meisten von euch hier im Forum trage ich Eulen nach Athen. Aber weil dieser Beitrag im öffentlichen Forenbereich steht, will ich auch eine mögliche, verzweiflungsbedingte Euphorie von Besuchern von Außerhalb mit Warnungen aus der brutalen Wirklichkeit wenigstens etwas dämpfen. Bitte: Vergesst es! Diese wohlige Phantasie ausgedrückt in dieser nano-Sendung! Hört lieber auf eure Vernunft! Bleibt bitte im regulären medizinischen und rechtlichen Verfahren eures (teils) deutschsprachigen Heimatlandes! Diese ganzen Verfahren haben ihre wissenschaftliche und ethische Berechtigung, um euch selbst vor schwersten Gefahren einer höchst emotionalen Lebensphase zu schützen!!! Ihr könnt mich dafür steinigen, aber das wird an der Realität, der ihr ausgesetzt seid, nix ändern!

Die Kommentierung war wie gesagt an die Besucher gerichtet, die verzweifelt, jeden Strohhalm ergreifen wollend, nach Hilfe zur Linderung ihrer seelischen Qualen suchen. War zwar taktlos und bedaure ich zu tiefst, aber mit sozialrevolutionären Parolen und fanatischem Widerstand ist wirklich niemandem geholfen, der jemals wieder klar kommen will in seinem restlichen bzw. „neuen“ Leben. Das weiß ich aus bitterer eigener Erfahrung.

Viel Spaß an der Sendung!

LG
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Sophie
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