Dr. Szukaj über Transidentität

Gemeint sind hier Dokumentationen genau so wie Spielfilme oder Theaterstücke, also alles was gesendet oder aufgeführt wird, und irgendwie mit Ts zu tun hat.
Und wer mag kan hinterher natürlich auch eine Kritik verfassen.

Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 27. Januar 2015, 00:36

Das Interview ist zwar schon älter, vom 23.03.2014 um genau zu sein, aber immer noch aktuell. Und geändert hat sich in den letzten Monaten nicht so viel.
Dr. Szukaj aus Münster über seine Arbeit mit transidenten Menschen und deren Weg in eine neue Geschlechtsidentität.

https://www.youtube.com/watch?v=jsY3NjhzLx8&feature=youtu.be


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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 30. Januar 2015, 01:40

Das habe ich gerade als Kommentar zu diesem Interview in einem der berüchtigsten sozialen Netzwerke veröffentlich und bin nun mal gespann was geschieht. :mrgreen: Wahrscheinlich wirds wieder ordendlich :heiss: geben. :P

Elviera Werners Therapiezwang? Es geht um ne klare Diagnose bei dem was man gemeinhin als Therpiezwang bezeichnet. Und bei der Komplexität der ganzen Geschichte, so es denn wirklich so sein sollte wie von Dr. Szukaj beschrieben, geht das nicht mal eben so, sondern man muss alleine schon wegen der Unumkehrbarkeit einige Sorgfalt walten lassen. Trotzdem aber ist die Suizidrate unter Ts, auch post Op mit 12% zuzügl Dunkelziffer (laut Szukaj) erschreckend hoch. Das die Sorgfalt bei der Diagnostik meisst als Therpiezwang empfunden wird ist bedauerlich, doch immerhin erklärt es die hohe Suizidrate schon so einigermassen.Aber das hier zu diskutieren? Und ausserdem wer ist denn Szukaj? Wissen wir selber doch am besten was mit uns....... :

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Charon » 30. Januar 2015, 02:16

Oje.......Scheiterhaufen, ich seh dich brennen. Mal sehen, wie lange du noch in diesem berüchtigten sozialen Netzwerk unterwegs sein kannst. Du weißt ja, wie man in der TS-Szene mit Andersdenkenden umgeht. :ALD:

Dabei hat das in diesem Interview Gesagte absolut Hand und Fuß. Der F-64er Bereich im ICD-10 gibt eben mehr her als nur TS, d.h. es gibt auch noch andere, nicht ganz so allumfassende Probleme mit der Geschlechtsidentität wie das bei der TS der Fall ist. Genau das gilt es eben differentialdiagnostisch auseinanderzudividieren, und das geht nicht von heute auf morgen.

lg,

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Goldmarie » 30. Januar 2015, 02:20

Was heißt hier eigentlich "Therapiezwang"? Ich kann mir denken, was damit gemeint ist, nachvollziehen kann ich es nicht. Ich habe die psychotherapeutische Begleitung als SEHR hilfreich empfunden und sie auch noch einige Zeit nach Abschluss der Transition fortgeführt. Wie krank im Hirn muss man sein, dass man das als Zwang empfindet und ablehnt?

LG
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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 30. Januar 2015, 09:58

@ Caron
Also bis jetzt hats noch niemand kommentiert, aber es findet aiuch niemand gut. Na ja war ja auc h nicht andsers zu erwarten.
Ich habe ja die Hoffnung des es wenigstens paar Leute dort kapieren, zumal ich dort ja auch Kontakt zu einigen Stammtischmitgliedern halte.
Um diese Leutz geht es mir dabei hauptsächlich dabei, denn genau diese möchte ich den Heilsbringern nicht kampflos überlassen. Ich meine dass ich es zumindest versuchen sollte auch unter Berücksichtigung der Tatsache dass dort meisst nicht mal gelesen, geschweige denn richtig gelesen wird bevor man an zu zetern fängt.
Seit mehr als 13 Jahre mache ich ssen Stammtisch nun schon, und ich hatte bisher noch keinen Suizid zu beklagen. Wär schön wenn es bei uns in Oberhausen so bliebe.
Übrigens habe ich vergessen zu erwähnen dass ich es im Tenor dieses Artikels geschrieben habe, ich sollte das im ersten Beitrag dieses Stranges korrigieren.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/stuttgart/art1211454,3014103

@ Goldmarie
Genau das ist es ja und ich würde mir wünschen das diese Chance insgesammt mehr genutzt und auch mal über alternative und/oder individuelleren Lösungen nachgedacht werden würde bevor man zum Rundumschlag ohne Rücksicht auf Verliuste ausholt. Aber diese Mögkichkeiten klammert man völlig aus sondern will am liebsten gleich zur Tat schreiten, kennst das ja. Und so kommt es das es oft kommt wie es kommen muss. Suizidrate 12 % !
Und im Übrigen bin ich dort nicht wirklich unterwegs, sondern ich halte nur Kontakt. Und wenn mirv dort irgendwer so was schon auf mein Profil draufhaut? Dann muss ich ja schon Stellung beziehen.


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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Levanah » 30. Januar 2015, 11:17

Udo Rauchfleisch hat das auch immer wieder betont, dass im nachhinein die mehrheit aller von ihm begleiteten trans* dankbar für die therapeutische begleitung während der transition waren.

"Transsexuelle Menschen brauchen eine Behandlung, in der sie in ihrem eigenen Geschlecht von Anfang an akzeptiert werden", fordert Kohl


diese behandlung muss nicht zwingend hrt und gaop heissen. wie würde denn frau dr. kohl einen bigender wie mich behandeln wollen? ein ei weg, den schnidel halbieren und eine titte drannähen oder wie? dann eine woche östro, eine woche testo damit sich beide seiten an mir artgerecht entfalten können?

:P

:hallo:
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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 30. Januar 2015, 11:33

Man tritt mit beginnender Transition in eine psychische Ausnahmesituation ein, und man kann in dieser Phase nicht nur viel Unheil bei sich und seinen Angehörigen anrichten, sondern man riskiert sein ganzes Leben in Trümmer zu schlagen. Und nein Ts ist meisst nicht daran Schuld, aber das ist ja so bequem zu sagen: Alles Transphobie! Es ist das Verhalten was mann während der Transition entwickelt. Man selber merkt es gar nicht, aber der Rest der Welt der merkt es schon. Und plötzlich steht man ganz alleine da und kann nur noch mit Szeneleuten umgegen.
Diese Tatsache sollte man nie vergessen!
Und wenn man nun einen unbeteiligten 3. hat, den Therapeuten nämlich, der einen wieder auf den Boden der Tatsachen holt, ich denke damit lässt sich vieles verhindern.
Allerdings sollte man auch im Erstgespräch sagen das so was erwünscht ist. Ansonsten... na ja das Schicksal könnte dann leicht seinen Lauf nehmen..
Nun ist es aber so dass ich nicht so sehr an das schicksal glaube. ich glaube auch nicht an Horoskope, aber ich glaube an ignoranz fehleinschätzung und an die typisch männliche Überheblichkeit immer und jederzeit alles selber im Griff haben zu können. Das ist oftmals ein Trugschluss der schon vielen den Hals gebrochen hat. Und Therapeuten kommen gegen so was auch nicht an und ich könnte mir vorstellen dass viele es möglicherweise auch gar nicht erst zu versuchen scheinen.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Charon » 31. Januar 2015, 01:11

Elviera hat geschrieben: Und Therapeuten kommen gegen so was auch nicht an und ich könnte mir vorstellen dass viele es möglicherweise auch gar nicht erst zu versuchen scheinen.


Und genau das dürfte sich auch weitersprechen in der Therapeutenzunft. Deshalb auch meine Befürchtung, dass die kommende Therapeutengeneration vielleicht gar nicht sonderlich scharf darauf ist, TS-Klientel anzunehmen, denn man kann sich als Therapeut sein Geld auch mit weniger Frustrationserlebnissen verdienen.

Wenn ich mich so umsehe in der Therapielandschaft, gehen in sehr absehbarer Zeit doch einige der alten Hasen in den Ruhestand. Gleichzeitig gab bzw. gibt es in jüngster Zeit aber einen drastischen Anstieg der Fallzahlen, wir haben andernorts sogar schon vom "Modetrend Transsein" bzw. "Zeitgeist" gesprochen. Das bereitet mir ehrlich gesagt auch einige Bauchschmerzen, denn das riecht nach gravierender therapeutischer Unterversorgung für TS in der Zukunft.

lg,

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 31. Januar 2015, 01:54

In der Tat steht offensichtlich ein Generationenwechsel kurz bevor. Nicht nur bei den Therapeuten, sondern von den Chirurgen sind auch so einige im entsprechenden Alter dass sie uns wohl nicht mehr ewig erhalten bleiben. Wie aber die entstehenden Lücken füllen? Ensprechende Nachfolger sind nicht in Sicht bisher, jedenfalls nicht in genügender Anzahl.
Wie das weittergehen soll frage ich mich auch.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Bianca » 31. Januar 2015, 20:57

Elviera hat geschrieben:Also bis jetzt hats noch niemand kommentiert,


Moin,

nun,das ich da mit dir einer Meinung bin,weißt du,warum sollte ich da noch einen Kommentar zu fügen? Von anderer Seite,habe ich zwei/drei positive Rückmeldungen zu dem Interview bekommen.Interessanter Weise auch Menschen,die schon gereifter sind und wie ich damals aus einem gefestigten sozialen Umfeld kommen und ihre Transition schon begonnen haben oder an der Schwelle zum Beginn des Weges stehen. Zufall? Oder besteht da ein Zusammenhang?
Vielleicht sprechen wir am Donnerstag mal. Wenn das Wetter mitspielt,habe ich fest vor,zu kommen.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 1. Februar 2015, 00:41

@ Bianca
eine transierende Person reif und in gefestigten sozialem Umfeld? :o :shock:
Das wars vielleicht mal nämlich bevor die Transition begonnen hat.
Ich frage mich nun wo Du all die Jahre warst die wir Dich nun schon begleiten, da müssest Du doch von der Befreiungseuphorie und der erneut einsetzenden Pubertät wissen.

Und was es mit dem reif und erwachsen sein auf sich hat, was nämlich unabdingbar ist weil sich stabile soziale Verhältnisse nur dann überhaupt aufbauen lassen, darüber wollte ich schon lange mal mit Dir reden.
Habs ja auch schon mehrfach angedeutet.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Bianca » 1. Februar 2015, 01:09

Moin Elviera,

ich schrieb in meinem Beitrag:
Bianca hat geschrieben: Menschen,die schon gereifter sind und wie ich damals aus einem gefestigten sozialen Umfeld kommen

Ich habe mich mit 50 Jahren durchaus für lebenserfahren gehalten,daß ich deine Fingerzeige nicht in den Wind zu schlagen habe und mich selbst durch ständiges Reflektieren auf Kurs halten konnte.
Das beschreibt doch eindeutig die Situation vor Beginn der Transition. Daß man während der Transition schon mal ins straucheln kommt,durch aus möglich. Aber ich behaupte einfach mal,mit einem festen Job,einem Freundeskreis und therapeutischer Hilfe lassen sich die Risiken minimieren. Und die Personen von denen ich rede,sind in vergleichbaren Situationen,haben Familie,die hinter der Sache stehen,einen guten Job usw. Die Startbedingungen sind also nicht schlecht.
Die Gefahr des Abrutschens,wie du es immer so schön nennst,besteht m.M. erst dann,wenn der Job weg ist und damit die Existenz gefährdet ist.Dann haben Rattenfänger leichtes Spiel.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 1. Februar 2015, 01:26

Dann fragen wir doch mal, warum verlieren so viele von uns während der Transition ihren Job? Was denkst Du?
Und wie ist es bei der Familie? Hier hat nicht jeder so ein ausgesprochenes Pech denn völlig anders ist es bei Leuten die von anfang an Dicht machen, und wenn so was passiert, das ist dann wirklich Schicksal ,und man kann nur hoffen dass sich die Situation nicht zu sehr hochschaukelt
Aber viele, ganz besonders die Partner, sind anfangs noch sehr aufgeschlossen.
Das ändert sich dann aber sehr oft. und manchmal mit der vollen Brutalität eines Rosenkrieges.
Sag jetzt nicht dass es ja nur Transphobie sein kann. Genau das ist es nämlich meisst nicht!

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Bianca » 1. Februar 2015, 01:44

Moin,

nein,natürlich ist es das nicht! Aber die betroffenen transidenten Menschen sind es aber auch nicht immer selbst Schuld.Klar kommt oftmals ungeschicktes Agieren,um es mal vorsichtig auszudrücken,dazu. Aber manche kann eben nicht die Faust in der Tasche machen,da geht das Temperament durch,und unter HRT natürlich noch schneller.Ich habe meinem Dad in der Zeit nicht viel zu danken,aber dafür bin ich ihm schon dankbar,nämlich daß er mir in frühen Jahren schon bei gebracht hat,ab und an besser den Mund zu halten. Auf der anderen Seite hab ich auch gut reden,offene Provokationen hab ich nicht erfahren von Seiten Vorgesetzter,wenn es anders gelaufen wäre,ob ich es wirklich geschafft hätte? Ich weiß es nicht,aber ich denke schon..

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 1. Februar 2015, 01:57

Einsichtige Vorgesetzte, Glück gehabt und einen Vater der weiss dass man ab und an im Leben auch mal diplomatisch sein muss.
Doch wenn man jetzt mal überlegt wann es zu den ersten grösseren Konflikten kommt, so fällt auf dass es selten sofort ist sondern vielfach so etwa ein Jahr nach dem Outing, also zu einer Zeit als sich eigenlich alles irgendwie eingependelt haben müsste. Und das fällt ja nun mal wirklich auf.
Warum also so spät? Ist doch eigentlich alles Schnee von gestern und müsste längst Alltag geworden sein.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Bianca » 1. Februar 2015, 10:30

Elviera hat geschrieben:Warum also so spät?


Moin,

weil man am Anfang noch vorsichtig ist,es gilt Neuland zu entdecken. Je länger man aber auf dem Weg ist,desto sicherer fühlt man sich,doch diese Sicherheit kann trügerisch sein. Anfang des Jahres hab ich erst von einer FB-Bekannten gehört,die ein halbes oder dreiviertel Jahr nach dem CO aus der Firma geflogen ist.Neben den möglichen im Persönlichen der Betroffenen zu suchenden Gründen kommen da sicher oftmals auch die "Panik" Reaktionen von Vorgesetzten ins Spiel. Motto: So´n schräger Vogel? Wie erklär ich das der Kundschaft? usw... Ich weiß nicht,wie es bei mir gelaufen wäre,wenn ich im direkten Kundenkontakt als Serviceberaterin arbeiten würde? Ob man mich auch abserviert hätte? Zumindest aus der Schußlinie...

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Elviera » 1. Februar 2015, 13:22

Genau das ist es, trotz aller Euphorie ist man am Anfang noch unsicher.
Aber mit zunehmendem Selbstbewusstsein wird man mutiger und viele geradezu übermütig wobei die Selbstwahrnehmung vielfach auf der Strecke bleibt.
Dann kommt nach einer gewissen Inkubationszeit die Wirkung der Hormone noch dazu, d. h. eine 2. Pubertät setzt ein was wiederum bedeutet das sich das Gefühlsleben ändert, wodurch der Rest der ehemals gesunden Selbstwahrnehmung auf der Strecke bleibt. Es sind die üblichen pubertären Zickerreien Denen verzeiht man das übrigens auch weils altersgemäss ist. Aber bei jemandem der z.B. 50 ist? Ausserdem haben die Zickerreien bei Leuten im fortgeschrittenem Alter noch ne andere Qualität als bei 14 Jährigen. Viele verfallen dann in einen geradezu hypomanischen Zustand, bei Tf auch noch kombiniert mit ehemals männlichen Reaktionstendenzen, also jeden Fehdehandschuh aufzunehmen der einem vor die Füsse geschmissen wird, alles im Griff und immer recht haben zu wollen. Damit verursachen sie viel Verwirrung und Ärger was vom sozialen Umfeld irgendwann einfach nicht mehr toleriert wird.
Es ist eine psychische Ausnahmesituation und eine schöne noch dazu wie man sie wohl nie wieder im Leben erleben wird. Schön aber nur für ein` selber. Und der Rest der Welt? Der zieht sich zurück. Jeder weiss warum nur der Transmensch nicht weil die Wahrnehmung ihm Streiche spielt. und das hält so in etwa bis zu 3 Jahren post Op an.
Bei Dir wars ein rel. milder Verlauf, dafür kannst Du Deinem Herrgott danken. Es hätte aber auch anders kommen können, und auch muss man bedenken das an manche, je nach gesellschaftlicher und beruflicher Stellung noch ganz andere Anforderungen gestellt werden als beispielsweise an Leuten wie uns Beiden. Und da wirds dann schwierig!
Aber Leute die transieren, gefasst sind und es auch bleiben? So was habe ich in all den Jahren meine Praxis noch nicht gesehen.. Mehr oder weniger ist es für alle ne absolute Ausnahmesituation und Einbrüche, sei es im privaten Bereichen oder den Beruflichen gibt es so gut wie immer. Allerdings wird das von den Betroffenen nicht immer wahrgenommen, und wenn dann liegt es natürlich nur an der intoleranten Gesellschaft wogegen man natürlich auf die Barrikaden gehen muss. Folglich beginnen sie Politik zu machen, schliessen sich einer meisst kleinen Partei en an und werden vorrübergehend Berufsdemonstrant. Eine Verhaltensweise die man bei pubertierenden oft beobachten kann. Aber bei einem ehemals gestandenen Mann mit entsprechenden gesellschaftlichen Verpflichtungen?
Viele bleiben in diesem Stadium der 2. Pubertät übrigens hängen, und eine Weiterentwicklung zum Erwachsenen findet nicht mehr statt. Das sind dann die Leute die sich ausserhalb der Szene nicht mehr bewegen können weils sofort Ärger gibt. Klar das diese Leute nachdem sie gesellschaftlich auf Null geschleudert worden sind wahrscheinlich kein Bein mehr auf den Boden bekommen werden und sich deshalb auch immer mehr in Lebenskonzepte verrennen die nur noch in der einschlägigen Szene lebbar sind. Manchmal wirds so schlimm das es selbst dort nicht mehr möglich ist. Wir alle kennen die Leute die aus so gut wie allen Foren und Gruppen rausfliegen sobald sie erkannt werden.
Also das Du das alles offensichtlich immer noch nicht verstanden hast?

Übrigens: Schau Dich mal hier im Forum um, da gibst auch einige solcher Beispiele, auch von recht grossen Ts Organisationen. Siemachen Transpolitik gemäss ihrer 2. Pubertät glauben weil sie die Op haben sind sie allwissend und allkönnend. Dabei bräuchten sie Hilfe wenn sie jemals wieder aus der Szene rauskommen wollen. Aber dazu fehlt die Einsichtsfähigkeit , was auch der HRT-verqueerten Wahrnehmung geschuldet ist. Und ausserdem hat man doch alles im Griff, nur die intolerante Gesellschaft ist schuld. Und da steigern sie sich rein bis sie es selbst glauben.
Ist ja so schön bequem.

Ist auch nicht unähnlich den Süchten wo mans immer wieder hört.
„Ich kann jederzeit aufhören.“ Dieses Selbstbescheissungsmodell kann man aufrecht erhalten solange die Gesundheit mitmacht und nicht mehr die Nase aus diesen Kreisen raus steckt. Aber wenns dann irgendwann erdrückend wird dann muss man sich stellen.Und als erstes bekommt man dann gesagt: „Dann hör doch einfach auf“ Nun gibt es 2 Möglichkeiten. Man stellt sich der Sucht, und zwar ohne sich was in die Tasche zu lügen, oder man säuft sich tot.
So einfach ist das.
Und auf uns übertragen heisst das: Du stellst Dich Deinen Verhaltensauffälligkeiten und wir ändern sie gemeinsam damit Du auch wieder in der Gesellschaft klarkommst, oder aber Du versumpfst endgültig in der Szene. Nimm also die Hilfe die sich Dir anbietet oder lasse es.
So einfach ist das ebenfalls.

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Re: Dr. Szukaj über Transidentität

Beitragvon Bianca » 1. Februar 2015, 15:39

Elviera hat geschrieben:Also das Du das alles offensichtlich immer noch nicht verstanden hast?


Moin,

doch schon! Sonst würde ich ganz anders hier schreiben und argumentieren.Maybe hab ich ne etwas verquere Ausdrucksform,daß das nicht so deutlich rüber kommt. Nee du hast schon zu großen Teilen Recht und deshalb bin ich auch froh,daß ich damals zu deiner Gruppe gestoßen bin und nicht woanders gelandet bin.Christina sei Dank! Die hat mich ja damals zu dir geschickt.

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