Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Gemeint sind hier Dokumentationen genau so wie Spielfilme oder Theaterstücke, also alles was gesendet oder aufgeführt wird, und irgendwie mit Ts zu tun hat.
Und wer mag kan hinterher natürlich auch eine Kritik verfassen.

Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 2. September 2011, 00:58

Ich sitze zwar recht wenig vor der Glotze, aber Tatort-Fan bin ich schon lange. Von daher ist mir ins Auge gesprungen, dass diesen Sonntag, 4.September, um 20:15 Uhr im Ersten eine Tatort-Transfolge kommt:

http://programm.ard.de/TV/daserste/2011 ... t=main#top


Der Tatort ist eigentlich immer sehr sauber recherchiert und fast schon sowas wie eine "Institution" im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Von daher bin ich gespannt, wie dieser Tatort ausfällt und erwarte mir eine seriöse TS-Darstellung frei von Rotlicht und Freakshow.

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Goldmarie » 3. September 2011, 02:49

Ich teile Deine Meinung zum Tatort, Charon. Anders als Harald Schmidt, der in einem HÖRZU-Interview auf die (komische) Frage: "Was verpassen Sie im deutschen TV?" antwortete: "Den 'Tatort'. Er ist eine tolle Einschlafhilfe. Ich schlafe nach zehn Minuten ein, wache kurz vor Schluss auf und sage: 'Das war ja wieder eine Scheiße!'"

Den Film am Sonntag werde ich mir auf jeden Fall anschauen. Ballauf und Schenk sehe ich immer gerne, zumal ich ja Köln recht gut kenne. Ich habe übrigens eine kleine Vorschau gefunden:
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/602916_tatort/8048476_vorschau-auf--tatort--altes-eisen---so--4--septembe?type=null&buchstabe=T

Weitere Infos: http://www.daserste.de/tatort/sendung.asp?datum=04.09.2011

Dort ist auch eine Bildergalerie. Edgar Selge als Trudi stellt natürlich eine rechte "herbe" Transfrau dar. Anscheinend muss auch ein Tatort dieses Klischee bedienen.

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 4. September 2011, 00:39

Ja, ich bin da auch gespannt, wie der Selge die Rolle als TF so rüberbringt.

Ich meine, es ist ja gar nicht so einfach, so eine Rolle gut zu besetzen, denn eine echte TF dürfte schwer zu bekommen sein. Da muss man also entweder eine Biofrau oder einen Biomann einsetzen.....und da brauchts schon einiges an schauspielerischem Talent.

Eine Biofrau wäre für diesem Tatort etwas realitätsfern, denn die Story schreibt ja vor, dass die TF schon ein älteres Semester ist. Von daher kann es schon Absicht sein, der Film-TF ein schlechtes Passing zu verpassen, indem man als Darsteller einen Biomann mit recht herben Gesichtszügen nimmt. Viele ältere TF passen nicht so toll, das ist leider Realität. Und der Tatort will keine "schönen Menschen" darstellen (schau dir mal den Schenk an, mit Plauze und wenig Haar) wie so ein Retorten-Krimi aus Amiland, sondern legt eher Wert auf Realitätsnähe.

Deshalb kommts da viel auf die schauspielerische Leistung an, ob man dem Selge die bürgerliche Frau abkauft......und natürlich aufs "drumherum" wie Kleidungsstil, ( weibliches) Ambiente in ihrer Wohnung etc.

Ich hoffe mal, dieser Tatort soll als Botschaft sowas wie ein Plädoyer für die Toleranz von Vielfalt werden, so nach dem Motto: Manche TS haben halt ein schlechteres Passing und entsprechen deshalb nicht dem "schönen Normmenschen", lernt das bitte zu akzeptieren.

Obwohl.......die Staatsanwältin aus den Münsteraner Tatorten hätte ich mir fast in der TF-Rolle vorstellen können, obwohl das ne Biofrau ist. :lol:

Dann bin ich mal gespannt, ob die Transe die Vermieterin um die Ecke gebracht hat. ;)

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Goldmarie » 4. September 2011, 21:46

Es war ein guter Tatort - spannend bis zum Ende, aber genau so wie ich es mag: Ohne große Action, dafür mit gefühlvollen leisen Tönen. Am Schluss habe ich ein kleines Tränchen verdrückt, als Trudi starb. Edgar Selge hat die Rolle sehr gut gespielt.

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 5. September 2011, 00:55

Goldmarie hat geschrieben:Es war ein guter Tatort - spannend bis zum Ende, aber genau so wie ich es mag: Ohne große Action, dafür mit gefühlvollen leisen Tönen. Am Schluss habe ich ein kleines Tränchen verdrückt, als Trudi starb. Edgar Selge hat die Rolle sehr gut gespielt.

LG Maria


Das kann ich voll und ganz unterschreiben ! Und dann auch noch Trudis Suizid am Ende........und mit dieser Motivation, durch Opferung ihres Lebens die noch immer geliebte Ex-Frau vor dem Knast zu bewahren. Emotional schon starker Tobak. :pfeif:

"Transtechnisch" sind da dem Publikum außer dem Thema "schlechtes Passing" auch heftige Dinge vor den Latz geknallt worden......Dinge, über die sich sogar Betroffene in die Haare kriegen oder persönliche Zweifel haben: TS ausleben ohne Ga-OP /PÄ ohne OP, ferner TS und Religiosität !

Definitiv ein sehenswerter Film !

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Michaela » 5. September 2011, 01:21

Hallo,

ich hatte den Tatort noch nicht gesehen (kein Fernseher), aber Bianca hatte mir ein wenig davon berichtet und meine Neugierde geweckt.

Wer ihn ebenfalls noch nicht gesehen hat, hier gibts ihn im I-Net: http://mediathek.daserste.de/sendungen_ ... ?type=null (mal shen wie lange - hoffentlich noch heute Abend!).

Und hier gibt es erste öffentliche Meinungen (natürlich von der Zeitung, die als erste mit der Leiche sprach): http://www.bild.de/regional/koeln/tator ... .bild.html

Interessant, dass sofort die Intolleranz aufgenommen wird.

LG Michi
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Goldmarie » 5. September 2011, 02:14

Charon hat geschrieben:"Transtechnisch" sind da dem Publikum außer dem Thema "schlechtes Passing" auch heftige Dinge vor den Latz geknallt worden......Dinge, über die sich sogar Betroffene in die Haare kriegen oder persönliche Zweifel haben: TS ausleben ohne Ga-OP /PÄ ohne OP, ferner TS und Religiosität !

Genau, und diese Infos sind "by the way" vermittelt worden. Wirklich gut gemacht. Ob dieses vermittelte Bild nun irgendwie typisch oder repräsentativ war, kann man meiner Meinung nach gar nicht beurteilen, denn Tatsache ist ja, dass "Transen" eben dann auffallen und zum Gesprächsthema werden, wenn sie schlechtes Passing haben und so leicht erkannt werden. Andernfalls sind sie ja unauffällig und gehen in der Masse unter. Wann immer also ein Trans-Thema öffentlich wird, geht es um solche "schwierigen" Fälle. Man darf also keine allzu strengen Maßstäbe an einen solchen Film anlegen, zumal er ja ganz nebenbei auch noch die Aufgabe hat, das Publikum zu unterhalten. Ein Film mit einer gut passenden, also "unsichtbaren" TF (oder auch TM) wäre völlig anders, der müsste von Grund auf anders konzipiert werden. Ist meine Meinung.

LG Maria
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Bianca » 5. September 2011, 18:03

Hallöchen,

Auf Grund der Thematik habe ich nach Jahren der Abstinenz beim Tatort gestern mal wieder zugeschaut.Wie gewohnt war die Story spannend gemacht,allerdings empfand ich die Rolle der Trudi
nun nicht gerade als Vorzeigerolle.Die meisten Zuschauer nehmen solche Rollen zusammen mit existierenden Vorurteilen dann gern für bare Münze und bekommen in meinen Augen ein noch
schlechteres Bild von uns.In sofern kann ich den Sätzen von Maria

ganz nebenbei auch noch die Aufgabe hat, das Publikum zu unterhalten. Ein Film mit einer gut passenden, also "unsichtbaren" TF (oder auch TM) wäre völlig anders, der müsste von Grund auf anders konzipiert werden.

nur zustimmen.Aber unterhaltsam war es alle mal.

Gruß Bianca
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Stanley » 5. September 2011, 22:13

Also zunächst mal wars ein sehr spannend gemachter Tatort. Was die TS-Darstellung angeht, bin ich gemischter Ansicht. Alltägliche Transphobie, wie sie gerade TF mit schlechterem Passing erleben, ist recht glaubwürdig dargestellt worden. Ansonsten finde ich es schade, dass es mal wieder kein Happy End für eine TF gibt und es so einfach nur einen weiteren Film gibt, indem TS-Sein zwangsläufig mit Tragödie verbunden ist. Da es eigentlich mal wieder nichts Neues ist, mag ich nicht "Juhu" schreien, sondern hoffe weiter darauf, dass es endlich mal einen Film gibt, wo TS in der Handlung positiver wegkommt.

Diese Tatortfolge erinnert mich eigentlich an die Filme mit Schwulen oder Lesben, die auch eigentlich so gut wie nie ein HappyEnd erleben dürfen. So bleiben Homo- und Transsexualität Themen, die immer mit Tod, Scheitern, Tragödie verbunden bleiben. Das finde ich dann doch sehr einseitig und auch irgendwie ärgerlich.

Jetzt mögen die einen oder anderen sagen, dass man mit Happy Ends nicht unbedingt hinterm Ofen hervorlocken kann, aber heterosexuellen Cis-Menschen wird das doch zugestanden und da beschwert sich keine Sau drüber. Dieses absolute Ungleichgewicht ärgert mich eben.
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 6. September 2011, 02:20

@ Maria & Bianca: In der Tat, man müsste eine Geschichte mit einem Transmenschen mit gutem Passing ganz anders gestalten. Da könnte man sich z.B. denken, dass diese Person sich stealth einen neuen Freundeskreis aufgebaut hat. Aber wies das Leben so will, wird man durch nen dummen Zufall oder einen geplanten Racheakt einer Bekanntschaft von früher geoutet. Und dann trennt sich bei den neuen Freunden die Spreu vom Weizen und das Leben bekommt einen anderen Verlauf. Ihr habt recht, so eine Story fehlt in der Tat, es dreht sich wirklich nur alles um TS mit schlechtem Passing.

Nun ja, eigentlich bevorzuge ich schon das tragische Ende, denn Transsein ist in unserer Gesellschaft nach wie vor kein Zuckerschlecken, und Happy Ends gibts in der "Heile-Welt-Industrie" sowieso schon genug. Aber ich könnte mir auch sehr gut ein "pädagogisch wertvolles" Happy End bei so einem Film vorstellen. Und damit meine ich, dass man da keine "Helden-Transe" darstellen darf, die alle widrigen Umstände des Lebens selbstverständlich ganz alleine meistert, ohne hilfreiches Eingreifen Anderer. Da könnten sich die Zuseher bloss wieder aus der Mitverantwortung stehlen.

Das Publikum soll ja lernen, dass man auf TS offen zugehen muss, damit es überhaupt ein Happy End für sie geben kann. Und dass es für jeden Menschen ein persönlicher Gewinn sein kann, einen Transmenschen kennenzulernen, da viele TS eben interessante Menschen sind und keine Spinner. :hallo:

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Stanley » 6. September 2011, 09:50

@Charon: Wenn immer nur ein schlechtes Ende gezeigt wird, dann muss doch die Frage offen bleiben, wieso ein Mensch dann überhaupt so einen Weg geht. Dabei gibt es doch mittlerweile genügend Trans*menschen, die recht zufrieden leben - besonders dann, wenn sie sich selbst akzeptiert haben und mit ihrer Entscheidung, wie sie leben wollen, einigermaßen zufrieden sind. Das bedeutet nicht, dass man nie wieder Diskriminierungen erleben muss, aber das passiert auch anderen Menschen. Manchmal finde ich, dass manche TS sich zu sehr auch selbst in der Tragödie suhlen. Ich persönliche finde es jedenfalls schon wichtig, dass es auch positive Bilder gibt, denn sonst können Angehörige von frisch geouteten TS doch mit Fug und Recht sagen: "Wir haben große Angst, dass Du danach immer noch nicht glücklich sein wirst, bitte lass das." Auch Trans*leute selbst kann sowas unnötig deprimieren, wenn sie eigentlich nie eine Erfolgsstory kennen lernen. Und ich finde, das muss in dieser Intensität einfach nicht mehr sein. Auch mit schlechterem Passing kann man zu Zufriedenheit im Leben gelangen.
Ich persönlich würde übrigens schon eher mehr Richtung Helden-Transe, allein auch, um zu vemritteln, dass auch ien Teil bei uns liegt, wie wir mit der Umwelt agieren. Zu mega abhängig von anderen sollten wir auch nicht gezeigt werden, denn der ganze Weg erfordert auch schon eine gewisse Willensstärke und die soltle nicht ganz überdeckt werden.
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 6. September 2011, 12:09

Es muss ja nicht gleich extreme Abhängigkeit gezeigt werden, die gezeigte Transe sollte schon vernünftiges Verhalten an den Tag legen, das ist klar. Aber eine Helden-Transe sollte es auf keinen Fall sein.

Solche "Helden" werden uns schon in endlos vielen anderen (v.A. amerikanischen) Filmen vor den Latz geknallt und sie repräsentieren nichts anderes als das, was du andernorts sehr treffend als das "kapitalistische Märchen" beschreibst. Das kapitalistische Märchen erzählt nämlich, dass jeder alles schaffen kann (American Dream), und zwar natürlich vollkommen alleine. Schaffst dus nicht, bist du grundsätzlich selbst schuld, und zwar immer und zu 100 %. Nicht gerade förderlich fürs Selbstwertgefühl, solche Märchen.

"Die Schuld" verteilt sich aber in der Realität auf beide beteiligte Parteien - auf einen selbst und die Gesellschaft.

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Sophie » 10. September 2011, 13:39


Hallo ihrs,

die Tatort-Folge ist von 6 - 20 Uhr nicht verfügbar, da ab 12 Jahren. Naja, könnte vielfältige Gründe haben. Ich schau' sie mir heute Abend an und schau mir dann an, was ihr dazu meint. Nur der Hinweis noch: Ich meine, nach dem 13. Rundfunkstaatsvertrag dürfte sie wohl morgen (1 Woche) verschwinden. Wer sie per ,,realplayer" [Firefox-Plugin] aufnehmen kann, sollte die Gelegenheit wahrnehmen. (Privatkopie gestattet, Weitergabe nur an bis zu 7 persönlich bekannten Personen, siehe http://irights.info/index.php?q=node/37 ... =Aufnehmen). Freue mich schon sehr auf meine Rückkehr Ende Sep.

LG Klara
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Elviera » 11. September 2011, 08:22

Ihr Lieben nun habt Ihr mich aber neugierig gemacht.
Leider bin ich ein wenig im Stress im Moment und heute den ganzen Tag beruflich unterwegs. Nun weiss ich anber nicht
wie lange der Film online bleibt, ist ja immer nur ein paar Tage, und ich habe auch keine Ahnung wann ich endlich die Zeit haben werde ihn mir anzusehen.
Hat das jemand aufgezeichnet oder würde jemand vielleicht die Freundlichkeit haben es aufzuzeichen?

Ach so,
und sollte heute was unbeantwortet bleiben hole ich das nach.

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sonat mekelt hartes Lechem ihr.
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Stanley » 11. September 2011, 10:58

Liebe Elviera,

Du hast leider die Chance verpasst, den Tatort noch sehen zu können, da die ARD Tatort-Folgen nur 7 Tage in der Mediathek lässt.

@all: meine Ex hat mich gestern angerufen und da haben wir auch über diesen Tatort gesprochen. Sie sagte, dass früher die Lesben und Schwulen imemr am Ende sterben mussten und heute sind es TS. Dann ist ihr noch was Wichtiges aufgefallen, was mich auch gestört hat, aber so nicht benennen konnte. Sie fand es befremdlich, dass die TF alle - auch die Polizeibeamten - geduzt hat. Das ist nicht das, was man unter angemessenem Benehmen versteht und dabei wollen doch TS unauffällig leben. Dafür muss man aber auch wissen, wie man sich richtig verhält. Polizeibeamte zu duzen, ist eben nicht angemessen. TS werden wieder zu "weiß einfach nie, wie man sich anständig benimmt" abgestempelt. Dazu wirkte die Kommunikation eher in diesen Momenten schwul. Und schon wieder TF+schwul. Das erkennt sie nie uneingeschränkt als Frauen an.
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Bianca » 11. September 2011, 12:19

Stanley hat geschrieben: Sie fand es befremdlich, dass die TF alle - auch die Polizeibeamten - geduzt hat.


Moin,

Stimmt,das ist mir auch negativ aufgefallen.Paßt dann auch zu meinem ersten Kommentar zum Film,worin ich das schlechte Vorbild der TS für die Öffentlichkeit kritisiert hatte.

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 11. September 2011, 14:28

Das stimmt, das ist mir auch negativ aufgefallen. Vor allem gleich ziemlich am Anfang, als die beiden Ermittler in Trudis Wohnung aufgetaucht sind. Da war sie so richtig penetrant, was das gegenseitige Duzen anbelangt......sie wollte ja auch nicht, dass die Polizisten sie siezen. Da musste ich wirklich den Kopf schütteln. :suspekt: Und wie einfach es doch sein könnte, nicht aufzufallen.

Ich frage mich auch, wo solches Verhalten herkommt........ist "Polizistenduzen" denn irgendwie "typisch schwul" ? Ich kenne das Polizistenduzen nur aus der Punkszene. Ich stelle mir diese Frage nur um eventuell nachvollziehen zu können, warum man Trudi dieses Fehlverhalten aufs Auge gedrückt hat.

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Michaela » 11. September 2011, 18:01

Stanley hat geschrieben:Sie fand es befremdlich, dass die TF alle - auch die Polizeibeamten - geduzt hat. Das ist nicht das, was man unter angemessenem Benehmen versteht und dabei wollen doch TS unauffällig leben.

Hallo,

also, diese Duzerei ist zumindest hier in Berlin so was von alltäglich! Wer hier noch jemanden "Sietzt" ist nicht von hier. Und dabei kommt es nicht darauf an, ob es der Nachbar, der neue Arbeitskollege, der Vorgesetzte, der Chef, oder gar ein Statsdiener - egal in welcher Position - ist. Es freut mich aber zu höhren, dass es in dieser Republich noch andere Orte gibt, wo noch angemessenes Benehmen was zählt.

Wo das herkomt, Charon? Du müsstest es eigentlich selbst mitbekommen haben. Es ist eine "Modewelle" aus den USA ca. 1990-95 gewesen. Zu dieser Zeit hatte ich einen neuen Azubi bekommen und der wollte mich doch tatsächlich Duzen! Ich hatte mir das ausdrücklich verbeten. Mein Chef fragte mich doch dann allen Ernstes, ob ich das nicht etwas zu Eng sehen würde, schließlich Duze er sich auch mit diversen Leuten aus hören Positionen - und es sei so schön Amerikanisch! Meine Antwort drauf: "Es sagt immer noch leichter "Du Arschloch!" als "Sie Arschloch!" - Arschloch!". Es blieb für mich zum Glück ohne Folgen. God Shave Amerika!

Tja, und den Tatort hab ich nun auch nicht gesehen - aber es gab wichtigeres und viiiiiiieeeeel schöneres, seid gewiss!

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Charon » 11. September 2011, 23:17

"Duzen" sich die Amis wirklich ? Im Englischen gibts ja nur "You" und keine zwei verschiedenen Anreden, entsprechend dem deutschen "Du" oder "Sie".
Förmliche Distanz und Höflichkeit drückt man ja im Englischen subtiler aus, so z.B. ein höfliches "Could you...?" anstelle eines jovialen "Can you...?". Amis können dadurch auch "siezen", wenn sie einen mit Vornamen anreden.

Mir ist bekannt dass es typisch USA ist, sich z.B. in der Arbeit sofort mit Vornamen anzureden, auch Vorgesetzte......und dass diese Sache in der Tat nach DE geschwappt ist, v.A. in den deutschen Zweigstellen von US-Unternehmen. Ein echtes New-Economy-Phänomen. Aber auch hier ist es nicht selten, dass trotz Anrede mit Vornamen noch gesiezt wird ("Michaela, würden Sie mal bitte....?"), also typisch amerikanisch.

Und ich denke mal, selbst die Amis reden einen Polizeibeamten nicht mit Vornamen an, wenn sie als Zeugen befragt oder gar als Verdächtige verhört werden.

So eine allgemeine "Duzkultur" im Deutschen ist mir echt in der heftigen Form nicht bekannt. Da bin ich fast mal wieder stolz drauf, Spießer zu sein. :D

lg,

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Michaela » 12. September 2011, 05:39

Charon hat geschrieben:z.B. ein höfliches "Could you...?" anstelle eines jovialen "Can you...?".

Das ist vollkommen richtig, Charon. Ich bin der Meinung, dass hier in DE aus Bequemlichkeit einfach mal auf diese Feinheiten nicht mehr geachtet wurde/wird. Die verschiedenen amerikanischen Slangs, die schon mal das ein und andere in der Aussprache "verschlucken", werden ein Übriges dazu beigetragen haben, um aus dem "you" ein einfaches, schlichtes "Du" zu fabrizieren. Und das Multi-Kulti hier in Berlin trägt ebenfalls noch einiges zu dieser Duzere bei.

Mit der "Duzkultur" gehe ich selbst sehr Unterschiedlich und Situationsabhängig um. Wenn mir diese vertraute Anrede unbehaglich ist, frage ich schon Mal mit einem lächeln: "Hatten wir schon Brüderschaft getrunken? Falls nicht, können wir das gerne nachholen!" - Viele wollen das nicht, kehren schlagartig zum förmlichen "Sie" zurück und nicht gerade wenige verzichten auf die Fortführung des Gespräches. Negative Erfahlrungen habe ich mit diesen Feststellungen noch nicht gemacht.

Also, Spießerin bin ich ebenfalls! Und ein wenig "Etikette" hilft nach meinem Dafürhalten immer zu einem guten Ende. :D

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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Bianca » 12. September 2011, 16:41

Hallöchen,

Zu der Duzerei kann ich mal ganz aktuell ein Beispiel beisteuern.Letzte Woche hatte ich die Felge von meinem Fahrrad zur Reparatur,eine neue Speiche einsetzen.Der Inhaber,geschätzt Ende
20-Anfang 30,redete mich automatisch mit Du an.Mir lag schon die Frage auf der Zunge,ob wir schon mal S... hatten,hab es mir aber verkniffen und bin beim Sie geblieben.Ich weiß nicht,ob
es am Blaumann lag oder ob er mich für wesentlich jünger geschätzt hat oder ob es einfach Masche war.Ganz glücklich war ich damit jedenfalls nicht,aber ich bin nun auch nicht der Typ,der
sich darüber aufregt.
Anderes Beispiel: Manche Kunden von uns denken auch,sie können uns Monteure einfach duzen und das unabhängig von deren Alter.Finde ich z.B. unmöglich,aber man will die Kundschaft ja nicht
verärgern.Wenn die GL in solchen Fällen wenigstens hinter einem stehen würde,aber das war einmal...

Gruß Bianca
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Michaele » 18. September 2011, 20:51

Hallo Leute,
nur ganz kurz, heute läuft wieder ein Tatort "zwischen den Ohren" mit Transthema, diesmal mit einem TM? .
Höre die Sendung nur im Hintergrund.

Gruß Michaele
Wenn ernst in fernen Tagen,
wird mein Name wo genannt,
sollst Du garnichts anderes sagen,
als Die hab ich gut gekannt.
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Re: Transfolge bei "Tatort", am 04.09., ARD

Beitragvon Stanley » 19. September 2011, 09:27

Hier könnt Ihr den Tatort 7 Tage lang sehen: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/ ... Id=8238246
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Re: Transfolge bei "Tatort"; SOFORT

Beitragvon Sophie » 5. Oktober 2013, 01:06

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