Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Gemeint sind hier Dokumentationen genau so wie Spielfilme oder Theaterstücke, also alles was gesendet oder aufgeführt wird, und irgendwie mit Ts zu tun hat.
Und wer mag kan hinterher natürlich auch eine Kritik verfassen.

Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Stanley » 5. April 2012, 23:09

Moral ist, wenn man so lebt, daß es gar keinen Spaß macht, so zu leben. Edith Piaf
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Elviera » 6. April 2012, 01:14

Hallo Stanley,
trotz meiner allgemein bekannten Bedenken was mediale Karrieren betrifft muss ich doch schon sagen:
Gut geworden und Du machst auch ne gute Figur.

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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Rinkitink » 6. April 2012, 10:08

Ich finde den Beitrag wirklich unglaublich gut!

Mir hat die Offenheit über "unschöne" Wahrheiten wirklich gefallen und die persönliche Gesprächsführung statt einer belehrenden Stimme aus dem Off.

Till, du bist auch sehr sympathisch aufgetreten :D

Und endlich hat mal ein TM ein etwas anderes Selbstbildnis als Balian Buschbaum abgeliefert!
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon kiki1970 » 6. April 2012, 10:17

Hi Stanley oder eben Till ;)
Ein klasse Beitrag und vor allem sehr natürlich wie du da rüber gekommen bist. Am schönsten fand ich die Szene in der Uni Klinik Göttingen. Das hat Gefühle in mir geweckt weil das ja meine "Geburtstätte" war :D
Soll dir auch von Jana, die du vielleicht noch kennst, schöne Grüße ausrichten.

LG Kim
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Bianca » 6. April 2012, 10:57

Moin Till,

Schöner und gut gemachter Beitrag zum Thema.Besonders gefiel mir die sehr sympathische Reporterin,die nicht so distanziert sondern mitten drin rüber kam.

Gruß Bianca
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Stanley » 6. April 2012, 13:56

Es freut mich sehr, dass Euch der Beitrag gefallen hat! 1-thanx

@Elviera: Über Deine wohlwollende Bemerkung freue ich mich besonders, weil ich weiß, wie kritisch Du bist.

@Henrik: Danke auch Dir! Ich habe mir gedacht, dass nur ich selbst das Bild von TM erweitern und nicht von Buschbaum erwarten kann, dass er alle Männlichkeiten abbildet. Wobei mich aber auch schon Cis-Männer auf ihn ansprechen, dass sie seine Penis-Fixiertheit richtig nervt. Sie reduzieren sich mit ihrer MÄnnlichkeit jedenfalls nicht auf den Besitz eines Penis.

Wenn das Sendeformat mit Off-Kommentaren gewesen wäre, dann hätte ich das nicht gemacht. Sie wollten es bewusst auch nur über das Gespräch mit der schnuckeligen Moderatorin laufen lassen. Mit "das ist Till und er hat keinen Penis" hätte ich mich nicht ankundigen lassen wollen.^^

@Kim: Ich habe ja nur auf die erste Person gewartet, die die Ausstellung der Uniklinik zuordnen kann. :D Viele, die sich dort täglich aufhalten, nehmen die gar nicht wahru nd sind immer ganz erstaunt, wenn ich sage, wo die ist. Ich wollte jedenfalls mal zeigen, dass man in Krankenhäusern auch noch was anderes machen kann, als nur TS im Bett liegend zu filmen, wie sie in den OP gefahren werden. :lol:

Schöne Grüße an DIch und Jana zurück!

@Bianca: Das würde die Moderatorin bestimmt sehr freuen, wenn sie dies Feedback auch bekäme. Darf ich ihr das ausrichten? Vielleicht würde es aber auch helfen, wenn Du (und andere) direkt an Eins Festival - welches zur ARD-GRuppe gehört- schreibt, dassIhrm it dem Format insgesamt sehr zufrieden wart. Dann gäbe es seitens der ARD-Gruppe mehr Rückversicherung, dass das Geld in solche Formate gut investiert ist und die Moderatorin gut biem Pu
blikum ankommt.
Im Prinzip wollten Moderatorin und Produktionsfirma ein Format, wo sie mit echtem Interesse auf Menschen zugehen kann, die sie in ihrem eigenen alltäglichen Leben normalerweise eher nicht kennenlernen würde. Das habe ich sowohl biem Vorgespräch, als auch in jeder Drehminute gemerkt.
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Bianca » 6. April 2012, 18:32

Stanley hat geschrieben: Darf ich ihr das ausrichten?


Moin,

Das kannst du gerne an Sie weiterleiten!

LG Bianca
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Elviera » 7. April 2012, 12:16

Ihr Lieben,
ich wäre ja nicht ich wenn da nun nicht ein:
Ja aber... käme. :lol:

Es war da ja nicht nur von Stanley die Rede, sondern das Leben und derzeitige Verhalten von Personen ist ja in diesem Film Dokumentiert worden, und wie es so ist bei Dokumentationen ist es dokumentiert worden, d.h. es bleibt der Nachwelt erhalten.
Und wenn es was gibt was ich garantieren kann dann ist es das viele Leute diesen Bericht mitgeschnitten haben, das war schon immer so, sogar damals als es ausser Video noch keine anderen Möglichkeiten gab.
Und so kommt es vor das es Sammlungen solcher Dokumentationen gibt wo sogar noch solche Filmchen aus den 80er Jahren fein säuberlich archiviert sind.
Bei mir z.B., zwar nicht lückenlos, aber so doch von den Leute die ich persönlich kenne, und viele sammeln auch alles was zu bekommen ist.
Klar das man damit rechnen muss das so was auch Jahrzehnte danach immer wieder im Netz auftauchen wird.

Und nun stellen wor uns doch mal vor dass 10 Jahre ins Land gegangen sind und dieses Filmchen begegnet einem im Netz wieder einmal.
Das Leben ist inzwischen weitergegangen und hat vielleicht eine ganz andere Richtung genommen.
Ob man dann noch immer und in jedem Falle zu seiner damaligen Selbstdarstellung stehen kann?
Oder ist es dann vielleicht einfach nur noch peinlich wenn so ein Filmchen dann plötzlich im Familien, Freundes und/oder Kollegenkreis auftaucht?

Ich denke Stanley würde sich dann nicht schämen müssen, ganz besonders im Hinblick auf seine Berufswahl die ja in diese Richtung der Sozialwissenschaften geht.
Aber was ist dann mit der Anderen Person?

Na ja vielleicht dreht sie ja bis dahin ganz ab und/oder bekommt zu ihren Lebzeiten die Nase nicht mehr aus dem Flittermillieu der Travestiebühne herraus in welchem sie sich nun bewegt.
Und dann isses sowieso wurscht.
Wohin die Entwicklung auch noch gehen könnte ist nämlich leicht vorstellbar bei den Gegebenheiten ihres derzeitigen Alltages.

Jaja ich weiss, ich habe immer was zu unken, aber denken wir doch mal 10 Jahre weiter.....

Und davon mal abgesehen ist die Tf- Zunft in diesem Bericht mal wieder würdig vertreten worden finde ich, besonders im Hinblick darauf das sich viele Tf von dieser Dame inspiriert fühlen werden.
Schauen wir uns dóch mal die Grösse der Schmuddelseiten an, wo sich auch jede Menge Tf tummeln und sich dort ihre Infos holen. Dort wird das wohl auf fruchtbaren Boden fallen.
Dadurch wird die Breitenwirkung von Stanleys Aussagen nicht nur geschmälert, sondern vermutlich völlig zunichte gemacht!

Nein ich kann solchen Journalismus nicht gut heissen!
Das ist aber nur meine Meinung, und wer bin ich schon.

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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Michaela » 7. April 2012, 19:28

Hallo,

nun hab ich mir den Beitrag auch reingezogen und muss sagen, dass Stanley anständig rüber kam. Offene und ehrliche Ansagen zum aktuellen Stand, informativ und eben mal völlig anders, als das, was man sonst so vorgesetzt bekommt. Dass Nadja versuchte ein klein wenig nachzuvollziehen, was ein TM zu Beginn und eine gewisse Zeit lang betreibt, um eben die weiblichen Rundungen (Brustbindung) zu verstecken, ehrt sie zwar, aber mir persönlich fehlte hier ein wenig der nötige Ernst. Insgesamt ist es aber auch diese Lockerheit, die diesen Berichts- oder Dokumentationsteil interessant macht, man sieht, dass eben nichts gestellt wurde. Allerdings würde mich schon interessieren, wie viele Meter Film doch der Schere zum Opfer gefallen sind.

Zum Gegenpart, der Drag-Queen, bin ich schon ein wenig kritischer. Es mag schon jeder Mensch so leben, wie er selbst am Zufriedensten und Glücklichsten ist, aber musste denn am Abend ausgerechnet in einschlägige Lokalitäten gegangen werden? Mit Stanley ist man ja auch zum Bowlen gegangen. Obendrein wurde die Reporterin auch zur Drag verwandelt. Ich heiße diesen Teil nicht gut, denn er gibt genau das wider, wogegen ich selbst und auch einige bis viele andere Tf ankämpfen - wir donnern uns am Abend eben nicht auf und besuchen auch nicht die einschlägigen Szene-Lokalitäten. Da wird voll ein altes Klischee bedient.

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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Elviera » 7. April 2012, 19:55

Das es nicht zu unserem Guten Ruf beiträgt ist die eine Sache dass es gerade unter den Tf Nachahmer finden wird noch eine Andere.
Aber stellen wir uns doch mal vor, so einige Jahre Post Op, hat das Leben sich nomalisiert, so wie Kiki es vor kurzem erst beschrieben hat.

viewtopic.php?f=11&t=531&p=4971#p4971
viewtopic.php?f=48&t=343&p=4961#p4961

Man hat also zwangsläufigerweise sein Leben neu aufgebaut, neuer Bekanntenkreis, neuer Arbeitgeber usw.
Und plötzlich taucht so ein Filmchen auf.

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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Michaela » 7. April 2012, 20:15

Das wird dann bestimmt ein "Happy-Day" - Frei nach dem Motto: "Dont worry - be happy!" ;)

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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon kiki1970 » 7. April 2012, 21:59

Also da mein Name ja schon erwähnt wurde, melde ich mich auch noch mal zu Wort.
Das was die TF oder da so von sich gegeben hat empfand ich anfangs auch nicht so positiv. Aber im zweiten Gedanken, habe ich mich selbst revidiert. Beachtet man ihren Job und ihr Ansinn sich darstellen zu wollen. Lebt sie ihr leben schon richtig. Das die Medien das nun aufgreifen ist ja nicht verwunderlich.
Aber man muss auch dazu sagen es liegt ja an einem auch selbst wie man von seiner Umwelt und anderen Menschen wahr genommen wird.
Trotz aller medien Berichte habe ich noch nie so wirklich schlechte Erfahrung gemacht.
Natürlich wenn ich mich überschminke und auch noch auffällig kleide, dann entspreche ich natürlich dem klischee und werde auch als solche erkannt.

Ich habe nach den postings, die Elviera hier berlinkt hat folgendes dazu gelernt.
Bist du der Mensch der du bist und lebst du das auch kann dir kaum etwas passieren. Ich hatte innerhalb 2 Wochen drei Erlebnisse die mir das bestätigt haben.
Und diese erlebnisse hatte ich nur weil ich zu mir selbst gefunde habe. Mich selbst o azeptiert habe wie ich bin ohne wenn und aber, auch wenn dies wieder einmal einschneidene Auswirkungen auf mein Leben ( die Trennung von Jana als Lebensgefährtin ) zur folge hatte.
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Charon » 8. April 2012, 01:35

Nun, ja, bevor ich mir die Sendung angesehen habe, bin ich schon mal über den Titel "gefallen": Da ist von Gender Bendern und sogar von Drag die Rede. :suspekt: Till hat ja absolut zu Recht so genitalfixiertes Zeugs wie "Mann ohne Penis" etc. abgelehnt, aber ich finde "Drag" genauso wenig seriös wie Genitalkram. Und es sind eben jene schrillen Paradiesvögel, die uns TS den Ruf versauen, da wir immer und immer wieder mit solchen Leuten in eine Tonne gekloppt werden. Und jetzt passierts schon wieder ! whis_beisstischkante8kt

Als nächstes habe ich mir dann angesehen, was da so über die Sendereihe geschrieben wird, und da hats mir auch die Zehennägel hochgerollt.....ich zitiere: "Sie begibt sich dabei in aufregende Subkulturen......." (dieser Satz ist nachzulesen auf der Seite des Senders, zweiter Link in Stanleys Eingangsposting). Soso, aufregende Subkulturen bekommt man hier zu sehen, und immer im Zusammenhang mit "Liebe". Hier haben wir also die "Gender Bender - und Drag-Szene", wat bringt die gutste Nadia denn als nächstes ? Die Swinger-Szene ? Die BDSM-Szene ? Genau dat stellt man sich eben vor unter "aufregenden Subkulturen" im Zusammenhang mit "Liebe".

In der Beschreibung zu dieser Folge gehts dann munter in dieser Richtung weiter, Zitat: "Nadia taucht ein in die Welt der Gender Bender" (Selbe Quelle wie o.g. Zitat). Für Leute wie uns brauchts also so eine eigene Welt........also eine Subkultur bzw. eben eine "Szene". Genau DAS will man als TS eben nicht, diesen Szene-Kram !

Fazit: Die Beschreibung hätte recht gut zu einem jener gewissen Sender gepasst, die sich über kommerzielle Werbung finanzieren. :pfeif: Hast du das nicht bemerkt, Till ? Ich meine, du bist doch sonst so akribisch, was das Thema "TS und Medien" anbelangt.........

Aber nun gut, man denkt sich ja immer "die Hoffnung stirbt zuletzt" und ich habe mir die Sendung angesehen.

Und leider hat die TF alle Klischees fast schon übererfüllt, die sich mir beim Lesen der Beschreibung aufgedrängt hatten. Schmerz, lass nach ! Irgendwie hat sich mir gleich nach ihrem Auftreten dieses Liedchen in meinen Kopf geschlichen:

http://www.youtube.com/watch?v=sdYGVGf_sw4

Fast schon Ironie des Schicksals, dass diese "Dame" auch noch in Hamburg ihr Unwesen zu treiben scheint.

Schräge Fummel, Streifzüge durch gewisse Szene-Bars mit rotgestrichenen Wänden, eine peinliche Gesangsnummer dort und die Auskunft jener "Dame", dass sie sich natürlich bereits die gesamte Tonleiter rauf - und runtergevö**** hat........"vom Bauarbeiter bis zum Akademiker", um ihren O-Ton in etwa wiederzugeben. Und das soll eine vernünftige Repräsentantin für eine TF sein ?

Natürlich "passt" es irgendwie, dass sie in der Modebranche tätig ist, denn in dieser Branche sind die Leute oft schräg gekleidet und führen ein extravaganteres Leben. Ich versuche mir gerade vorzustellen, was denn mit dieser TF passieren wird, wenn die ihren Job verliert. Der Gedanke ist gar nicht so unrealistisch, denn Menschen mit ihrer Leibesfülle passen nicht in die Modebranche.....und zwar auch dann nicht, wenn sie dort "nur" nen Büro-Job haben. Was bleibt so einer TF als Alternative wenn sie sich nicht ändert, frage ich euch ?

Aber genau das isses eben, was diese Sendung will: Jene schrägen Nischen zu zeigen (z.B. die schräge Glitzerwelt der Modebranche), in welche die Transen eben "hingehören". Transen gehören in Subkulturen, das ist die Message, die sich einem da aufdrängt. Und die Gesellschaft bekommt einen Einblick in jene "aufregenden Subkulturen". Tja, man braucht keine nackten Genitalien oder blutige OP-Bilder, um aus ner Sendung über TS ne Freakshow zu machen.


Vor allem wirkt sich das verheerend auf Tills Beitrag aus, denn hier gilt so ein bisschen die Devise "mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen". Leider. Und das, obwohl Uni und Bowling natürlich ein ganz anderes Niveau hat als diese schmuddeligen Bars. Tills Part mit diversen recht brauchbaren Aussagen von seiner Seite wird durch diese unsägliche TF ziemlich "plattgewalzt". Nochmals leider. :(

Und auch bei Till hat diese Reporterin auf Biegen und Brechen versucht, in Richtung "lebt in einer Transen-Szene" (also das Subkultur - und Nischen-Image) zu arbeiten, um das Bild in der gewünschten Richtung zu verzerren. So intensiv wie da (selbstverständlich nur die "einschlägigen" !) Bücher oder bestimmte Bilder und Poster krampfhaft in den Fokus der Kamera gerückt worden sind, hatte das wieder diesen ungesunden Beigeschmack: Er lebt in der Parallelwelt der Transen-Szene, und da gehört er auch hin. "Aufregende Subkulturen" eben. Szene, Szene, und nochmals Szene :(

Deshalb meine Frage an Till: Hast du vorher nicht gewusst, mit welcher schrägen Gestalt du dir diese Sendung "teilen" würdest ? Denn ich hoffe ja nicht, dass du inzwischen nach diesem Motto lebst: Ist der Ruf erst uriniert, pisst sichs völlig ungeniert. Diese TF scheint das nämlich zu tun.

Nee, nee, als Aufklärungssendung über TS war das alles andere als gut.

lg,

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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Michaela » 8. April 2012, 08:50

Hmmm..., ja, da sind noch einige Punkte benannt.
kiki1970 hat geschrieben:Beachtet man ihren Job und ihr Ansinn sich darstellen zu wollen. Lebt sie ihr leben schon richtig. Das die Medien das nun aufgreifen ist ja nicht verwunderlich.

Wie schon gesagt, jeder Mensch so wie er sich am glücklichsten fühlt. Aber muss man sich oder sein Ansinnen denn wirklich "darstellen", sich selbst produzieren? Medien welcher Art auch immer, greifen das Extravagante auch sehr gerne auf. Sieht die Dame diese Sendung eventuell als Sprungbrett ... wofür auch immer? Ab und an soll so etwas ja auch funktionieren.
kiki1970 hat geschrieben:Aber man muss auch dazu sagen es liegt ja an einem auch selbst wie man von seiner Umwelt und anderen Menschen wahr genommen wird. Trotz aller medien Berichte habe ich noch nie so wirklich schlechte Erfahrung gemacht.

Richtig, es liegt an einem selbst, wie man Wahrgenommen werden will und wird. Selbst habe ich auch noch nicht so richtig schlechte Erfahrungen gemacht, aber es kam bei einigen telefonischen Vorstellungen schon vor, dass mein Gegenüber äußerte: "Da bin ich auf das persönliche Gespräch gespannt." Da ist doch ganz deutlich, dass in den Köpfen ein bestimmtes Bild vorgeprägt ist. Sicherlich nicht das, welches die Menschen dann zu Gesicht bekamen. Manchmal war ich schon der Ansicht, nun ein klein wenig Enttäuschung in den Augen gesehen zu haben. Oder war es doch Anerkennung, dass eben eine "normale" Frau erschien?

In gewisser Weise sehe ich die Selbstdarstellung als selbstgemachten künstlichen Leidensweg, gerade dann, wenn ein übertriebenes Bild projeziert wird. Dieses übertriebene Bild wird unterbewusst auf alle übertragen. Es ist doch wie mit den Ausländern (darf ich das überhaupt noch sagen?), wo einige wenige etwas anstellen und durch reisserische Berichterstattung wird dies im Unterbewusstsein auf alle übertragen. Ein solches Bild dann zu widerlegen ist eine verdammt schwere Aufgabe, auch wenn die Mehrheit eben nicht so ist. Ganz ehrlich: gestern hatte ich mir den Beitrag angeschaut und heute ist der extravagante Teil der Dame aus Hamburg präsenter, wie der dezentere Bericht über Stanley. Wie mir, wird es auch vielen anderen gehen - und das ist nicht gut.

Ich sehe es inzwischen auch so, wie Elviera und Charon. Die Glamourwelt ist verlockend und bestärkt sicherlich auch einige in diese Szene einzutauchen. Wir werden wieder in eine bestimmte Ecke gedrängt, sind eben die Außenseiter der Gesellschaft. Der Weg dort heraus wird schwer. Besonders für diejenigen, die nicht genügend Selbstvertrauen und innere Stärke haben.

Das "inzwischen" bezieht sich nicht auf eine kurzfristige Überlegung im Bezug auf diesen Strang, sondern auf meine eigenen Erfahrungen, die ich machen durfte.

LG Michaela
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Bianca » 8. April 2012, 10:27

Moin,

Warum hackt ihr denn nun alle auf dem Beitrag rum?Sind wir denn nicht erfahren genug,um die Unterschiede zwischen der Glitzerwelt, in der die Dame zeitweilig unterwegs ist und unserem
normalen Leben zu erkennen?Ich denke,die Nadia hat ganz bewußt mit dieser Grenzgängerin einen Gegenpol zu Till´s Person schaffen wollen,wie im richtigen Leben eben.Die Dame arbeitet
nun mal in der Modebranche,da ist schrilles Auftreten schon fast Bedingung für Erfolg,man denke da an den Herrn Glööckler.Gut,der Auftritt als Drag fand ich auch nicht so gelungen,aber es
ist nun mal ein Hobby,gehört zu ihrem Leben.Wir fordern für uns Normalität,warum geben wir uns nicht so(normal) und tolerieren auch schrille Formen der TS? Immer die Panik vor Augen,das
könnte auf uns negativ abfärben.Wenn ich mich in solch einen Fummel hülle und in einschlägigen Kneipen auftauche,hält mich wohl auch jeder für so eine,gehe ich aber ganz normal auf die
Straße,wird keiner so einen Gedanken haben.Ist eben immer abhängig von dem Bild,welches ich von mir nach draußen trage.Die Gefahr des Negativimage sehe ich dem Beitrag daher nicht so.
Meine Meinung....

LG Bianca


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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon kiki1970 » 8. April 2012, 14:07

@ Charon: Du hast da einige Interessante Thesen aufgestellt. Zum größten teil kann ich dem nur zustimmen.
Ich fand diese gegenpolige Berichterstattung eigentlich ganz gut, zeigt es doch das es zum Normalen Leben wie Till es lebt auch ein Gegenpol des Schrillen da ist.
Ich kenne genügend Bio Frauen und Männer die sich genau so schrill zurecht machen um um jeden Preis auf zu fallen. Packt man deswegen auch gleich alle Bio Frauen in diese Schrill Schublade? Weil eine das macht, machen das alle anderen auch?
Ich denke es ist an der zeit, das wir uns ganz bewusst damit abfinden das es eben Menschen gibt die ehr das Schrille verkörpern und einfach nicht normal Leben wollen und das sollten wir auch akzeptieren.
Es ist wichtig, das wir einfach unser da sein auf dieser Welt leben und das eben nicht in der Subkultur sondern draussen in der weiten Welt wo wir menschen unter ganz vielen anderer Menschen sind.
Ich mache einfach meine TS nicht mehr zum Thema und werde dadurch auch nicht mit solchen Berichten in verbindung gebracht. Wenn es später dann doch raus kommt, dann hat mich der oder die jenige schon kennen gelernt und gesehen das ich kein schräger Vogel bin sonderen eine Frau von nebenan.
Am Anfang hatten solche Berichte sicher einen größeren Einfluss auf die Meinung der Zuschauer als wie in der heutigen Zeit wo man sich mehr einen Kopf um die hohen Benzinpreise macht.
Ich denke wenn das jemand gesehen hat und sich Gedanken um schrille Männer im Fummel gemacht hat, dann hat er das spätestens übermorgen wieder vergessen und es ist kein Thema mehr für ihn.
Das schrille abnormale gehört auch irgendwie zum normalen Leben mit dazu.
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Charon » 9. April 2012, 01:26

Bei mir spielt die TS auch keine Rolle mehr im Leben und auch bei mir gibts Kegel-Abende statt Szene-Parties. Aber man sollte in einem Forum wie diesem hier auch an die Neulinge und an jene denken, die sich noch mitten in der Transition befinden. Und auch an Leute, die zwar schon mit allem "durch" sind, aber in der Szene klebengeblieben sind. ;)

Hier ist die Szene-Affinität unter den Leuten recht gering, aber dieses Forum ist doch recht klein und zudem unterschiedet es sich doch recht stark von anderen, insbesondere den großen Plattformen. Die haben nicht selten das X-fache an Usern im Vergleich zu hier und nicht selten wird in größeren Foren ein Szene-Lifestyle propagiert und sogar Werbung für entsprechende Veranstaltungen gemacht etc. Es kommt da auch häufig vor dass Personen, die dieser TF aus der Sendung nicht unähnlich sind tatsächlich glauben, sie könnten Neulinge kompetent durch die Transition coachen. :stupid: Und dort werden solche Personen wie dieses Beispiel aus der Sendung auch als Vorbilder gesehen. Und das, obwohl logischerweise nur ein verschwindend kleiner Bruchteil aller TS die Chance bekommt, z.B. in der Modebranche beruflich Fuß zu fassen. Wo landen also all jene Betroffenen, die stark "szene-verkorkst" sind, denen sich aber nicht die Glamour-Chance des Lebens bietet ?

Natürlich hast du recht Kiki, wenn du sagst, dass die Leute im Alltag eher an die Spritpreise denken als an seltsame Kerle in schrägen Fummeln. Aber wie Michaela schon sagte: Die Erinnerung z.B. an diese Sendung wird unbewußt in den Köpfen der Menschen hängenbleiben.........und es wird ganz sicher nicht Till sein, der da im Gedächtnis der Masse haften geblieben ist. ;) Die Folge: Es wird bei den Menschen sofort ein gewisses (negatives) Bild im Kopf aktiviert, sobald sie eines Tages mit TS konfrontiert werden. Und das kann für einen Betroffenen z.B. bei einem frischen Outing verheerende Folgen haben.

Nun, die schrägen Klamotten, die sind in der Tat recht häufig ein Markenzeichen der Modebranche. Und wären es bei dieser TF ausschließlich die Klamotten gewesen und hätte sie diesen Kleidungsstil auch noch als ihr berufliches Markenzeichen präsentiert, dann wäre es ja okay gewesen.........Mechaniker tragen nen Blaumann, und Modeleute eben schrille Outfits.

Sie hat aber ALLE Klischees bedient, d.h. nicht nur die Klamottenkiste sondern da war ja noch mehr. Und eben diese Kombination macht diese Tante so unmöglich. Und ehrlich gesagt wundert es mich ein bisschen, dass sich alle hier fast ausschließlich auf die Klamotten eingeschossen haben, aber etwas in meinen Augen doch recht schwerwiegendes übersehen haben: Dass diese "Dame" anscheinend für jeden x-beliebigen Transenjäger den Rock lupft und wohl ein Sexualleben hat wie ein Bonobo. Und das macht ein Harald Glööckler wohl nicht.......und wenn doch, dann wird er es ganz sicher nicht in der Öffentlichkeit breittreten, denn es würde seinem Ruf schaden, auch in der schrägen Modewelt.

Übrigens basiert auch vieles an Homophobie auf der falschen Ansicht, alle Schwulen würden rumfi**** wie die Bonobos. Wodurch kommt wohl gerade dieses Vorurteil zustande ? Man beantworte also diese Frage und dann ziehe man die Parallele zu den Transleuten. ;)

lg,

Charon
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon kiki1970 » 9. April 2012, 08:24

Sie hat aber ALLE Klischees bedient, d.h. nicht nur die Klamottenkiste sondern da war ja noch mehr. Und eben diese Kombination macht diese Tante so unmöglich. Und ehrlich gesagt wundert es mich ein bisschen, dass sich alle hier fast ausschließlich auf die Klamotten eingeschossen haben, aber etwas in meinen Augen doch recht schwerwiegendes übersehen haben: Dass diese "Dame" anscheinend für jeden x-beliebigen Transenjäger den Rock lupft und wohl ein Sexualleben hat wie ein Bonobo. Und das macht ein Harald Glööckler wohl nicht.......und wenn doch, dann wird er es ganz sicher nicht in der Öffentlichkeit breittreten, denn es würde seinem Ruf schaden, auch in der schrägen Modewelt.

Übrigens basiert auch vieles an Homophobie auf der falschen Ansicht, alle Schwulen würden rumfi**** wie die Bonobos. Wodurch kommt wohl gerade dieses Vorurteil zustande ? Man beantworte also diese Frage und dann ziehe man die Parallele zu den Transleuten. ;)


Ja da hast du sicher recht, das sie/er wirklich alle klisches bedient hat. Ich bin nur der Meinung das man nicht unbedingt darauf achten sollte welche Klischees bedient werden. Vielmehr sollte man in solchen Beiträgen dann wirklich darauf hin weisesn das es eben verschieden Ausdrucksformen der Transgender gibt. Nämlich die die ganz nomal leben wollen ( in dem Bericht war das Till) und eben das es welche gibt die das Schrille leben und sich auch Sexuell ausleben.
Sicherlich hast du auch recht das ein großteil der Homophobie darin begründet ist, das man diesen Menschen ein ungezügeltes Sexualverhalten nachsagt. Aber in Verbindung mit TS ist das ehr nebensächlich würde ich sagen. Denn da sind es ganz andere Gründe weswegen die Homophobie durchschlägt. Ich mache immer wieder die Erfahrung, das wenn ich mich einem Mann oute ich die Abfuhr bekomme mit den Worten " Nein Danke ich bin doch nicht schwul". Sehe ich wie ein schwuler Mann aus, das man auf den Gedanken kommen könnte mit einem Mann aus zu gehen oder ins Bett zu gehen?
Leider muss ich mich noch outen, da mein OP Ergebniss leider nicht so funktionell ist. Aber das ändert sich ja bald.
Also Fazit für mich. jeder hat seine Darseinsberechtigng und wenn die TransFrau da der Meinung ist das breit treten zu müssen ist das ihr Ding. Welche konsequenzen das hat wird sie schon noch merken.

Wie gesagt für mich wäre es viel wichtiger auf die Abgrenzungen hin zu weisen.
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Stanley » 9. April 2012, 18:28

Wow! Jetzt ist eine richtig ansprechende Diskussion in Fahrt gekommen, während ich über die Feiertage fort war.

Zunächst mal erzähle ich, wieviel ich vom Konzept wusste: geplant war, wie Kiki das richtig auf den Punkt gebracht hat, eine Darstellung vom Trans*-Spektrum. Von eben mir (recht normal) bis hin eben zu Kaey (schrill). Wie es nun im DEtail aussehen würde und wer genau die zweite Person, die mit mir in der halben Stunde zu sehen sein würde, ist, das wusste ich alles nicht.

Bin ich damit zufrieden? Für mich selbst ist es in Ordnung, weil ich mich selbst mit der anderen nicht gemein mache. Ich bin ich und sie ist sie. Wie sie rüber gekommen ist, hatte ich den Eindruck, dass sie zu sich selbst steht und das finde ich in Ordnung. Insofern bin ich mit dem Film einverstanden. Die Programmankündigung und der titel waren eher so lala, das stimmt wohl. Allerdings kann ich auch damit leben. Ja, die Beschreibung der Sendereihe mit den Stichwörtern" "Subkultur" und dergleichen war der größte Schnitzer, den ich meinerseits feststelle. Allerdings relativiert es sich, dass es dann wieder um die individuelle Eben geht und außerdem lebe ich in einer urbanen Subkultur - der Studentensubkultur in Göttingen. Es ist also nicht grundsätzlich unpassend. Auch Schützenvereinsklüngel und dergleichen ist eine Subkultur ;-) und nicht unbedingt eine bessere. Zudem falle ich irgendwo schon aus dem zu erwartenden bei der Bewertung "normal" heraus, weil ich eben nicht als Mann zur Welt gekommen bin und keinen Penis möchte. Andere stellen sich wie selbstversätndlich auf die OP's zugespitzt dar, was aber eben nicht die Vielfalt abbildet. Wie kann es Akzeptanz geben, wenn niemand das Andere" sein will, wenn wir immer nur über Phantome sprechen? Oder auch: wenn wir alle eine Fassade aufrecht erhalten, die aber Individuen gar nicht gerecht wird? Ich bin nun mal nicht der heteronormative Modeltyp mit pimmel und ich möchte respektiert werden, wie ich bin und dafür nicht rund um die Uhr eine Fassade aufrecht erhalten müssen, dass ich eben genau das wäre, was ich eigentlich nicht bin. Anderen hat es auch nicht geholfen, dass sie ihren besten willen gezeigt haben, sich dem Mainstream anzupassen. Nehmen wir nur mal muslimische Migrant*innen. Ich höre und lese oft von denen, die hochmotiviert waren, durchschnittlich deutscher zu werden, als die Deutschen selbst, aber sie von der Mehrheitsgesellschafts selbst immer darauf zurück geworfen wurden, dass sie ja doch eigentlich nicht von "hier" seien. Und da spreche ich gerade von Universitätsabsolvent*innen - also qualifizierten Leuten, die aus Frustration Deutschland verlassen.

Auch bei Homosexuellen liegt man falsch, denen die Schuld zu geben, die als zu schrill geschmäht werden. Es hilft auch nichts, sich nicht "so" zu verhalten oder "so" zu kleiden, wenn man nicht diskriminiert werden will. Im Übrigen hätte es nur mit Straight actors keine aufrüttelnden Ereignisse, wie den Aufstand im Stonewall Inn gegeben, der letztlich als Initialzündung neuer Emanzipationsbewegungen nach dem 2. Weltrkieg gilt. Wir schaffen die Diskriminierungen und Mythen aus der Welt, indem wir das Stigmatisierte in die Schmuddelecke verlagern. Alles, was wir verdrängen, kommt in unangenehmer Weise wieder.

Ob es nun individuell klug ist, sich so einem breiten Publikum zu präsentieren, das ist wiederum eine andere Frage. Da würde ich Elviera und Charon zustimmen, besonders behutsam zu sein. Im Falle Kaeys reden wir aber wiederum von einer Moderedakteurin. So jemand wird wohl eher nicht plötzlich Juristin werden wollen. So ein Glamour-Leben ist natürlich nicht für alle das Richtige, aber diese teilweise sehr schmerzhaft verlaufende Einsicht durchlaufen auch viele junge Frauen, die denken, dass Nacktaufnahmen und öffentliches Bekanntgeben von Schönheits-OP's heute selbstverständlich seien. Die stoßen dann auch an Grenzen, die sie nicht hätten, wären sie zurückhaltender in jungen Jahren gewesen.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass die meisten Menschen es langfristig honorieren, wenn sich andere Menschen ihnen selbstbewusst präsentieren - so wie Kaey es u.a. tut oder eben dann auch Balian Buschbaum. Was die richtige Präsentation von TS angeht, so kann Buschbaum z.B. nicht für mich und meine Männlichkeit sprechen er kann dies nur für seine eigene tun und das tut er unterm Strich (und für alle TM, die ähnlich denken, wie er). Ich kann nur für mich selbst sprechen und das habe ich auch getan und Kaey eben auch. Wenn Ihr Eure Auffassung von TS in der Öffentlichkeit repräsentiert haben wollt, müsst Ihr das selbst tun. Mittel und Wege gibt es - auch wenn man nicht selbst in Wort und Bild Rede und Antwort stehen möchte. Goldmarie hat es z.B. vorgemacht und dann gab es mal ein Radiointervifw, wo ich weiß, dass ein TM sich mit falschem Namen vorgestellt hat,um möglichst anonym zu bleiben.

Also ich denke eher, dass Kaey dem Image von TS weniger geschadet hat, als einige hier befürchten. Menschen wie sie gehören auch zu unserer Gesellschaft und haben das Recht, sich selbstbewusst zu zeigen. Auch heterosexuelle Macker haben das Recht, ihrem Kram im Fernsehen abzusondern. Und andere haben das Recht, ihre Meinung dazu zu äußern.

Es ist übrigens ganz, ganz wichtig, sich vor Augen uz führen, dass wir alle erstmal nicht mehr gemeinsam haben, als einen bestimmten Begriff aus dem Trans*-Spektrum zu benutzen oder auch nicht. Von da ab muss man akzeptieren, dass sich das Trans*-Feld extrem weit aufsplittet. Genauso siehts mit Homosexuellen aus. Die haben auch nicht mehr, als die Selbstbezeichnung gemeinsam. Es ist ein Trugschluss, dass alle Menschen mit derartigen Selbstbezeichnugnen auch automatisch dasselbe wollen.
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Re: Nadia auf den Spuren der Liebe - Gender Bender

Beitragvon Rinkitink » 9. April 2012, 20:24

Ich denke, bei Tills Studienrichtung kann es sehr wohl zu dem Fall kommen, dass er bei Arbeitgebern trotz oder gerade wegen dieses öffentlichen Statements mit fliegenden Fahnen besteht!
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