Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Minka » 23. September 2012, 14:51

Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität
von Aaron H. Devor, Ph.D., Professor, Sociology Department, University of Victoria, Kanada
aus: Journal of Gay and Lesbian Psychotherapy , 8 (1/2), 41-67

Original in Englisch: http://web.uvic.ca/~ahdevor/14StagesBLOCK.pdf


Und hier die deutsche Übersetzung mit den typischen Übersetzungsfehlern (google-Übersetzer):

http://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=http://web.uvic.ca/~ahdevor/14StagesBLOCK.pdf&prev=/search%3Fq%3DWitnessing%2Band%2BMirroring%26hl%3Dde%26rlz%3D1W1ADFA_de%26biw%3D1024%26bih%3D561%26prmd%3Dimvnsb&sa=X&ei=uAJfUPeRHsb3sgbk14Bg&ved=0CCkQ7gEwAA

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Re: Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Rinkitink » 23. September 2012, 22:07

Finde ich ja voll witzig, dieses Stufenmodell. Also richtig gut! :!:

Wenn ich dazu noch meinen persönlichen Kulturbeitrag leisten darf...

Meine derzeitige Haltung sieht wie folgt aus:

Liebe Randgestalt meines Lebensumfeldes!

Ich sage dir nichts von meiner sozial-medizinischen Vergangenheit, weil ich meine Ruhe haben will, u. a. auch vor deiner "durchdachten" und "wertvollen" Meinung dazu (= komplett unqualifiziert).
Kümmer dich einfach um deinen Scheiß + komm wieder, wenn du mit deiner Menschwerdung weitergekommen bist.

Tschüss dann :teddy:
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Re: Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Charon » 25. September 2012, 01:15

Rinkitink hat geschrieben:
Liebe Randgestalt meines Lebensumfeldes!

Ich sage dir nichts von meiner sozial-medizinischen Vergangenheit, weil ich meine Ruhe haben will,


So in etwa halte ich es auch. ;) Von daher verstehe ich den Sinn der 14. Stufe in diesem Modell nicht. Erst integriere ich mich auf Stufe 13 und führe ein Leben, in dem meine TS nicht mehr sichtbar ist, um dann auf Stufe 14 wieder die Regenbogenflagge auszupacken und mich vor Kreti und Pleti wieder zu outen ? :suspekt:

Ich konnte auch mit diesem ganzen "Pride"-Gedanken nie was anfangen; dieses Schlagwort war es sogar welches mir ganz am Anfang meines Transweges bereits gezeigt hat, dass der Szene-Kram nicht so das Richtige für mich ist.

Und viel zu viele TS nehmen Stufe 14 gleich in Angriff, weil sie Stufe 13 igendwie nicht so recht in den Griff bekommen.

Aber mal abgesehen von dieser ominösen Sache mit Stufe 14 ist dieses Modell durchaus brauchbar.

lg,

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Re: Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Rinkitink » 25. September 2012, 06:05

Ich verstehe die Sache mit dem Pride schon. Dabei geht es nicht darum, es jedem unter die Nase zu halten. Es geht auch darum, an geeigneter Stelle gesellschaftlich aktiv zu sein und für TS als Person einzustehen. Die Sache ist dann bekannt und es ist dann eine Selbstbewusstseinsfrage, wie bei man dann selbst mit den Reaktionen umgeht. Wie sehr man sich verunsichern lässt. Stichwort überlegene Spielweise (nicht den Dackel/das Opfer machen).
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Re: Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Stanley » 25. September 2012, 09:50

Dabei geht es nicht darum, es jedem unter die Nase zu halten. Es geht auch darum, an geeigneter Stelle gesellschaftlich aktiv zu sein und für TS als Person einzustehen. Die Sache ist dann bekannt und es ist dann eine Selbstbewusstseinsfrage, wie bei man dann selbst mit den Reaktionen umgeht.


So verstehe ich Stufe 14 dieses Modells auch, auf der ich mich nach Selbsteinschätzung befinde. Für mich persönlich hat sich dieser Umgang in Stufe 14 für mein Selbstwertgefühl und mein Leben bislang bewährt. Es tut mir einfach nicht gut, einen sehr wichtigen Umstand in meinem Leben krampfhaft ausklammern zu müssen, damit mir keine möglichen Nachteile drohen. Damit würde ich meiner Transition eine derart negative Bewertung geben, dass ich mir denke, wie sollen mich andere positiv so annehmen, wenn ich selbst das noch nicht mal kann?

Was Stufe 13 angeht, so frage ich mich auch ob "transsexuality mostly invisible" wirklich von allen TS erreicht werden kann. Klar, alle können sich bemühen, ihrer sozialen Schicht und ihrer Altersstufe entsprechendes Verhalten bei passenden Vorbildern abzugucken und nachzuahmen, sie können sich um grundsätzlich zurückhaltendes Agieren bemühen, aber kann die medizinische Behandlung wirklich alle Kanten glätten? Ich finde, allein von den Grenzen der äußerlichen Veränderungsmöglichkeit bei einigen physiologisch-genetisch nachteilig bedachten TS her gedacht, muss man fragen, ob wirklich alle TS sozial unsichtbar werden können. Dies sage auch unter dem Aspekt, dass sich ja auch biografisch einiges anhäufen kann, was man auch nach der Transition nicht los wird - wie z.B. leibliche Kinder. Man kann a) nicht einfach so mit allem brechen und b) will man ja eigentlich auch neue soziale Kontakte in das bereits bestehende Netzwerk integrieren und im Laufe des Kennnenlernens spricht man ja in Phasen immer mal von verschiedenen biografischen Aspekten, um alles immer weiter zu vertiefen. Wie kann man dann bestimmte Aspekte der Vergangenheit einfach, langfristig gesehen, ausblenden?

Ich denke auch, dass von einigen Stufe 9 mit Stufe 14 verwechselt wird und das, was sie mi offen sien und Politaktivismus verbinden, schlicht einfach nur "von Transsexualität" erzählen ist.
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Re: Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Bianca » 25. September 2012, 12:35

Stanley hat geschrieben:Wie kann man dann bestimmte Aspekte der Vergangenheit einfach, langfristig gesehen, ausblenden?


Moin,

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt,z.B. bzgl. meiner vierjährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr.Damals gab es eben noch keine Frauen beim Militär.
Und ebenso der Umgang mit meinem Sohn,der sagt natürlich Papa,hab ich auch kein Problem mit, aber in der Öffentlichkeit gucken die Leute erstmal.

Gruß Bianca

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Re: Ein Vierzehn-Stufen-Modell der Transsexualität

Beitragvon Stanley » 25. September 2012, 20:21

@Bianca: Genau solche Beispiele wie die Deinen hatte ich u.a. auch im Hinterkopf. Wenn Du unsichtbar sein willst, dürftest du mit Deinem Sohn nicht mehr zusammen in die Öffentlichkeit gehen.
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