Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Es geht in diesem Bereich darum die pol. Entwicklung in Deutschland und Europa ab Januar 2016 zu dokumentieren

Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 8. Juni 2018, 12:16

Österreich hat jetzt durchgegriffen.
https://www.focus.de/politik/ausland/ankuendigung-von-kanzler-kurz-oesterreich-weist-mehrere-imame-aus-und-schliesst-moscheen_id_9060059.html
Allerdings ist die Begründung fragwürdig denn Maßnahmen gegen den "politischen Islam" bietet ziemlich viel Zündstoff den man im entsprechenden Kulturkreis wunderbar ausschlachten kann, denn
Wir haben ja öfter drüber geschrieben dass im Islam Politik und Religion nicht trennbar sind.
Die Antwort beispielsweise aus Ankara lässt auch nicht lange auf sich warten, Erdogan wettert bereits.
Und das eine der in Österreich betroffenen Gruppierungen, beispielsweise die Grauen Wölfe, die auch in Deutschland seit Jahrzehnten existent, wenngleich auch nicht sehr aktiv, nicht gerade seine Freunde sind, das spielt offensichtlich keine Rolle dabei.
Irgendwie amüsiert mich das jetzt, das hätten die Österreicher cleverer einfädeln sollen.
So wirkt das in der islamischen Welt als blinder und islamphobischer Aktionismus, und irgendwie scheint es auch so was in der Art zu sein.

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Charon » 9. Juni 2018, 00:35

Warst schneller als ich, Elviera, denn gerade wollte ich über das hier schreiben: https://www.welt.de/politik/ausland/art ... cheen.html

Natürlich fragt man sich an dieser Stelle, wie Erdowahn weiter reagieren wird, denn er hat ja schon mehrmals gedroht, dass in Europa Religionskriege ausbrechen könnten. Immerhin leben in Österreich auch etliche Leute mit türkischen Wurzeln und Deutschland mit seinen vielen Erdowahn-Fans ist ein Nachbarland. Mal sehen, was er nach seiner unmittelbar anstehenden Wiederwahl in Sachen potentieller Exilarmee zu tun gedenkt.

Und hinsichtlich Österreich sollte man sich fragen: Rollt die Kugel bereits oder rollt sie noch nicht ? Wohldosiert und mit cleveren Regeln versehen kann so eine Aktion durchaus sinnvoll sein, um den gemäßigten Islam zu fördern, den Radikalinskis aber den Saft abzudrehen.

Die vage Aussage "politischer Islam" aber ist dehnbar wie Gummi und recht beliebig ausweitbar.......das könnte daher auch in einen richtigen braunen Rundumschlag münden.

LG,

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 10. Juni 2018, 11:56

Die Antwort hat auch nicht lange auf sich warten lassen, und Erdogan ist auch ziemlich offen dabei, ist aber noch in der Phase weinerlich. Allerdings hat er auch schon angekündigt dass er nicht gedenkt diese weinerliche Phase übermässig auszudehnen.
[url]https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/erdogan-droht-österreich-wegen-moscheen-schließungen/ar-AAyr5T5?ocid=spartanntp[/url]
Wer die türkische, vom arabisch/ muslimischen Kulturkreis geprägte Seele kennt dem ist zumindest klar dass er in Betracht zieht die weinerlliche Phase mit den Klageweibern ggf. auszulassen.
Wir haben ja schon vor einiger Zeit mal über arabische Verhandlungstaktiken geschrieben.
Sollte er sich dabei zu weit aus dem Fenster lehnen bleibt ihm immer noch die Möglichkeit nach weinerlich zurückzukehren nach dem Motto: Ich wollte es wäre nie geschehen. Man erinnere sich nur an den Abschuss des rssischen Fliegers, und daran das Putin ihm sofort auf die Finger geklopft hat.

Nebenbei bemerkt:
Bei all dem lässt er aber völlig ausser Acht, dass er selber keine christlichen Kirchen, von denen die schon immer dort waren mal abgesehen, in der Türkei duldet. Aber auch die haben einen entsprechend schweren Stand. Z.B. die Kopten, Jesiden usw. Das dürfte auch hinlänglich bekannt sein dass ich mir entsprechende Links ersparen kann.
Z.B. in Antalya wo viele deutsche Ruheständler ihren Lebensabend verbringen ist man genötigt die Gemeinde als Verein zu tarnen. Sich offiziell als christliche Gemeinde, oder sogar Kirche zu bezeichnen ist nicht zulässig, und hätte wohl ebenfalls die sofortige Schliessung zur Folge.

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Charon » 12. Juni 2018, 01:38

Und während andere Länder durchgreifen, zerfleischt man sich in Deutschland gegenseitig. Jetzt stellt sich Mutti gegen Seehofers Asylpolitik...... Und das, obwohl sie noch zusätzlich den BAMF-Skandal am Balg hat : https://m.focus.de/politik/deutschland/ ... 79379.html

Die AfD dürfte ganz breit grinsen.

Vor allem würde mich auch interessieren, wie denn so ein europaweit einheitliches Asylrecht aussehen soll, wo doch etliche Länder bereits schwarz-braune Regierungen gewählt haben und daher ganz sicher keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Mutti scheint mal wieder in einem Paralleluniversum zu leben.....

LG,

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 13. Juni 2018, 01:55

Während Merkel heute Morgen noch verlauten liess das nur eine gesammteuropäische und keinesfalls nationale Lösung in der Asylsache in Frage käme habe ich mich gefragt wer denn Gesammteuropa nach Merkels Meinung sein soll.
Ausser Spanien, Frankreich und Deutschland haben sich doch alle von Merkels Asylpolitik abgesetzt und eigene und z.T. recht drastische Massnahmen ergriffen. Alle Anderen Mitgliedsländer haben sich schon lange manche soger von Anfang an abgesetzt, und machen diesbezüglich ihr ganz eigenes nationales Ding. Italien hat inzwischen auch den Kaffee auf und dürfte der nächste Kandidat sein der Konkret werden wird.
Und auch in Deutschland mehren sich die Stimmen dass man sich endlich den Realitäten stellen soll.
Die CSU dürfte so ziemlich geschlossen hinter Seehofer stehen, und die CDU in weiten Teilen vermutlich ebenfalls. Dazu kommen die Stimmen der AFD, und auch in den anderen Parteien dürfte bei vielen Abgeordneten inzwischendie Sozialromantik inzwischen der Vernunft gewichen sein.
[url]https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/merkel-und-seehofer-wollen-asylstreit-in-dieser-woche-ausräumen/ar-AAyxXjh?ocid=spartandhp[/url]
Wenn der Streit also bis ende der Woche beigelegt sein soll dann wird man der Kanzlerin wohl auf die Finger klopfen müssen wenn sie auch weiterhin an ihrer Position festhalten sollte dass Deutschland, Frankreich und Spanien alles Unrecht auf der Welt beseitigen könne.

Mal ehrlich, Grössenwahn ist doch gar nix bei dieser Vorstellung. Aber vielleicht hat Frau Merkel auch einfach nur keine Vorstellung wie gross der Rest der Welt, und wie klein Resteuropa ist, also der Teil der Merkels Asylpolitik noch unterstützt?

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Charon » 13. Juni 2018, 02:31

Sag ich ja, sie scheint in einem Paralleluniversum zu leben. Unterstützer scheint sie wohl selbst in der CDU nicht mehr viele zu haben: http://m.spiegel.de/politik/deutschland ... 12580.html

Wenn sie weiterhin die europäische und die deutsche Realität ignoriert, könnte ihr schon bald ein Misstrauensvotum ins Haus flattern. Es sollte ihr doch schön langsam klar werden, dass die Methode des Aussitzens hier nicht mehr funktioniert, sondern dass sie dringend einlenken muss !

LG,

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 14. Juni 2018, 02:36

Das ging ja schneller als ich dachte. Da ist sie das erste Mal, die Vertrauensfrage. Und dann auch noch aus den reihen der CDU.https://www.welt.de/politik/article177527908/Unionsstreit-um-Asylpolitik-CDU-Abgeordneter-bringt-Vertrauensfrage-von-Merkel-in-Spiel.html
Ob nun ein Misstrauensvotum zustande kommt bleibt abzuwarten und hängt ja auch davon ab wieviele sich dem Anschliessen werden. Aber ich rechne stark damit dass es geschehen wird, da Merkel bei der Frage ob wir das schaffen bereits von so gut wie ganz Europa eine klare Antwort bekommen hat. Und auch die Ratten aus den eigenen Reihen beginnen das sinkende Schiff zu verlassen wie es scheint.
Dabei wars doch von Anfang an eine illusorische unausgegorene Sozialromantik, bar jeder Realität.
Na ja die AFD hats gefreut, eierten sie vor Merkels Asylpolitik bei etwa 5% rum, so haben sie mittlerweile 15%.
Mit 18% ist Hitler gewählt worden und gerade mal ein halbes Jahr später war seine Diktatur in trockenen Tüchern. (Nur mal zur Erinnerung)
Sollte sich so was nun wiederholen bleibt doch nur noch zu sagen: Vielen Dank für die Kulturbereicherung, denn so was hat Deutschland doch wirklich noch oder wieder gefehlt!?

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 14. Juni 2018, 09:50

Während Merkel immer noch von einer gesammteuropäischen Lösung redet ist sie von den Tatsachen der selbstgemachten Kriese beriets überrollt worden.
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/merkel-im-asylstreit-unter-druck/ar-AAyztDx?ocid=spartandhp
Der Druck nimmt zu und kommt inzwischen aus allen Ecken Europas.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Fischer sagte zu Bild: "Seit 2015 diskutieren wir über dieses Thema. Irgendwann muss man Entscheidungen treffen, notfalls auch mit einer Vertrauensfrage."
Da schau mal einer an, offensichtlich war man auch in der CDU nicht besonders glücklich mit Merkels damaliger Entscheidung die Grenzen kompromisslos aufzumachen.
Während dessen hat Italien Tacheles gesprochen, aber das war nicht anders zu erwarten bei dem Ausgang der Wahl vor einigen Tagen.
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/aquarius-krise-eskaliert-zu-internationalem-streit/ar-AAyBYcm?ocid=spartandhp

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Re: Die Flüchtlin. Beides aber dürftgskrise nüchtern betrach

Beitragvon Elviera » 15. Juni 2018, 01:47

Jetzt haben wir den Salat, Merkel und Seehofer bestehen beide auf ihre Position, und zwar ohne Kompromisse, wobei Seehofer angekündigt hat dass er notfalls seinen Plan auch ohne Zustimmung der Kanzlerin umzusetzen gedenkt. Das dürfte dann Seehofers Rauswurf bedeuten was wiederum das Ende der uralten CDU/CSU Koalition sein dürfte was die sofortige Verbrüderung von Rot Grün Gelb bedeuten könnte Viel bleibt dann nicht mehr mit wem man noch koalieren könnte, d.h. wenn die CDU nicht in die Opposition geraten will. Oder aber Merkel tritt zurück, in dem Falle wird neugewählt werden, ebenso wie bei einem Misstrauensvotum. Die derzeitige Regierung ist also kurz davor auseinanderzubrechen, und die AFD lacht sich weg.
[flash=]https://www.huffingtonpost.de/entry/bewegung-im-asylstreit-union-will-bundestagsdebatte-fur-sitzung-unterbrechen_de_5b221687e4b0adfb827105f2[/flash]

Übrigens erfuhr ich heute dass Frankreich die Grenze an der Schnittstelle zu Italien auch schon lange kontrolliert. Offensichtlich sind inzwischen so gut wie alle Mitgliedsländer der EU zu nationalen Lösungen übergegangen.
Um was streiten sich Seehofer und Merkel überhaupt?
Um etwas was jedes Mitglied der EU schon lange tut, und zwar auch ohne die Merkel gefragt zu haben!?
Was läuft hier eigentlich? Was ist los mit unserer Kanzlerin? Warum ist denn da nix gekommen von ihr dass die anderen EU Staaten sich gezwungen sahen ihrerseits was zu tun, was natürlich nur ein Alleingang, also eine nationale Aktion sein konnte. Von der von Merkel vielbeschworenen Lösung auf EU-Ebene, redet von Merkel selber mal abgesehen, in der EU offensichtlich wohl schon längere Zeit keiner mehr.

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Charon » 15. Juni 2018, 02:36

Auch die FDP stellt sich gegen Merkel und unterstützt Seehofers Plan, Flüchtlinge an der Grenze zurückzuweisen: https://www.welt.de/politik/deutschland ... eisen.html

Überhaupt hat die FDP in der letzten Zeit einen gewissen Rechtsdrall gezeigt und streckenweise sogar mit der AfD gekuschelt.
.
Dass die FDP sich rot-grün zuwendet, halte ich eher für unwahrscheinlich. Der Rechtsruck der FDP ist ein schlechtes Zeichen, denn diese Partei verkauft sich bekanntermaßen immer an den aussichtsreichsten Partner, egal ob der rechts oder links ist. Die FDP sieht also die Zukunft Deutschlands rechts.

Mit etwas Stimmenzuwachs für AfD und CSU im Falle einer Spaltung der Union wäre also schwarz-braun-gelb möglich. Schauderhaft.

Die Spaltung der Union durch die Flüchtlingskrise habe ich vor 2 Jahren hier prognostiziert. Sollte das wirklich passieren, sollte ich über eine Karriere als Wahrsager beim Jahrmarkt nachdenken oder ne Sekte gründen.

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 15. Juni 2018, 08:50

Inzwischen haben andere Zeitungen auch reagiert dass ich einen vernünftigen Link einfügen kann.
Schnelligkeit geht oft auf Kosten der Qualität, das ist nicht neu.
Das Handelsblatt meint:
[url]https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/innenminister-vs-kanzlerin-was-passiert-wenn-seehofer-im-asylstreit-hart-bleibt-5-mögliche-szenarien/ar-AAyFIp7?ocid=spartandhp[/url]

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Charon » 16. Juni 2018, 02:17

Ich rechne eigentlich damit, dass man sich zu einem wackligen Kompromiss entschließt, wobei beiden Seiten von vorn herein klar ist, dass dieser nicht lange halten wird.

Aber darum scheint es Merkel ja gar nicht zu gehen. Vielmehr scheint es für sie furchtbar wichtig zu sein, das Ganze bis Ende Juni rauszuzögern, bis sie die Verhandlungen in Brüssel bezüglich gemeinsamer europäischer Asylpolitik durchgezogen hat.

Und falls sie noch nicht völlig neben der Spur ist, dann ist ihr klar, dass sie mit "Macht hoch die Tür" mittlerweile ganz alleine dasteht und keine Chance auf eine europäische Einigung besteht. Aber eine gemeinsame Linie muss ja nicht unbedingt linke Asylpolitik heißen, sondern man könnte sich auch auf eine gemeinsame strengere Zuwanderungspolitik einigen.

Mutti würde sich dann zwar über diesen kleinen Umweg auch zu Seehofer bekennen, aber sie würde dabei ihr Gesicht nicht verlieren, denn die kann behaupten: Meine Asylpolitik war die einzig richtige und ich bin eigentlich der Leuchtturm der Humanität, aber der Rest Europas wollte das eben nicht so sehen. So bleibt mir schweren Herzens nichts anderes übrig, als mich der Mehrheit zu beugen. Tja, so kann sie sich erstens den Heiligenschein aufsetzen und zweitens braucht sie nicht zuzugeben, dass sie 2015 Mist gebaut hat, d.h. sie käme noch relativ elegant raus aus der Nummer.

Das würde auch zu den zahlreichen Indizien passen, über die wir in Sachen Kriegsvorbereitungen geschrieben haben. Man rechnet wohl bereits mit der Möglichkeit eines Djihad gegen Europa, daher braucht man erstens europäischen Zusammenhalt und zweitens schadet es nicht, vorher schon mal potentielle gegnerische Kämpfer abgeschoben und möglichst wenige neue reingelassen zu haben. Ohne diese Vorbereitung wäre Europa im Falle eines Djihad von vorn herein chancenlos.

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Elviera » 19. Juni 2018, 01:42

Nach einem Kompromiss sieht es derzeit noch nicht aus, beide Fronten sind auch weiterhin verhärtet. Immerhin aber hat Mutti eine Galgenfrist eingeräumt bekommen um die Angelegenheit auf der von ihr bereits angekündigten EU- Basis zu verhandeln.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-und-horst-seehofer-der-countdown-laeuft-kommentar-a-1213664.html
Ich verstehe zwar nicht wirklich wozu das gut sein soll, denn längst handelt der Rest Europas nach eigenem Gutdünken, nicht zuletzt deshalb weil ja schon jahrelang verhandelt worden ist ohne dass man zu einem brauchbare Ergebniss kommen konnte.
Auch denke ich dass die Eu es leid war Merkels Aussitzmethode weiterhin hinzunehmen, weil die Problematik immer dringlicher wurde. Na ja, 2 Wochen darf sie noch rumsitzen, aber dann müssen klare Lösungen auf den Tisch.

Übrigens ist Trumps Kommentar zu dieser Angelegenheit auch nicht uninteressant. Wie das überseeische Ausland das wahrnimmt was im Moment in Deutschland abgeht, da sollte man wirklich auch mal drüber nachdenken.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_83958710/angriff-auf-merkel-trump-mischt-sich-via-twitter-in-deutschen-asylstreit-ein.html
Dass er sich aber in die europäische oder deutsche Politik gleich einmisst nur weil er bei Twitter mal ne verm. spontane Kurzmitteilung schreibt? :lol:

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Re: Die Flüchtlingskrise nüchtern betrachtet

Beitragvon Charon » 19. Juni 2018, 01:44

Seehofer hat sich doch noch breitschlagen lassen und Mutti diese 2 Wochen bis zu den EU-Verhandlungen Zeit gegeben. http://m.spiegel.de/politik/deutschland ... 13656.html

Nur frage ich mich, was Merkel da aushandeln soll, was Seehofers Forderungen zu seiner Zufriedenheit erfüllen könnte ?

Ich hoffe aber auch, dass Seehofer in 2 Wochen nicht wieder einknickt, alles nur heiße Luft war und Mutti wieder ihren Willen diktatorisch durchdrückt. Sollte das der Fall sein, dann bekommen wir in Bayern im Herbst wohl 30% AfD.

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