Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Stanley » 3. August 2013, 13:00

Huhu,

ich habe auf einer Seite einen ganz hilfreichen Leitfaden für TS gefunden, die "irgendwas mit Medien" machen wollen: http://www.hormonmaedchen.de/informatio ... index.html

Die Empfehlungen würde ich persönlich so unterschreiben. Ich dachte, ich poste das hier mal, obwohl hier der Schwerpunkt eher auf PSB liegt. Allerdings kann man auch niemanden abhalten, sich in die Welt der Medien zu wagen und so ist es besser, wenn sie zumindnst vorher die Chance bekommen, vernünftige Hinweise zu erhalten. Wie seht Ihr das?

Viele Grüße
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Elviera » 4. August 2013, 13:29

Endlich komme ich dazu mir das mal ein wenig genauer anzusehen, und nicht immer liegt in der Kürze auch die Würze.
Also irgendwie glaube ich dass diese Dame die wirkliche Tragweite einer Transition in ihrer gesamten Komplexität nicht wirklich erkannt hat.
Immerhin sind Ansätze vorhanden.

Aber das alles mal nur so einfach wäre.... . Oder habe ich da was überlesen das ein völlig falsche Eindruck bei mir entstanden ist?

L.G. Elviera

Nachtrag:
Ich habe gerade festgestellt dass auch Farah Zeiner dringenst dazu aufruft den Link weiterzuverbreiten. Die musses wissen :?
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Michaela » 5. August 2013, 22:02

Ich denke, dass es hier um einige durchaus wichtige Hinweise, Empfehlungen und Hilfestellungen im Umgang mit den Medien - nicht nur mit Reportern - geht. Wer an die Öffentlichkeit will, hat jedenfalls nicht die schlechtesten Empfehlungen und Denkanstöße bekommen - was jeder, der will, daraus macht, ist ein anderes Thema. Nirgends steht, dass es dadurch einfacher oder leichter wird / werden kann. Eine Superlösung für alle wird es sowieso nicht geben. ;)

LG Michaela
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Stanley » 7. August 2013, 22:37

Ich sehe das so wie Michaela: der Text gibt in Kürze wichtige Denkanstöße und kann dementsprechend eher gelesen werden, als eine ellenlange Auslassung darüber. Die hinweise können ja bestenfalsl bewirken, dass sich die Medienwilligen auch die Zeit für die langen Traktate nehmen und alles auf sich wirken lassen.

Was genau fehlt Dir denn, Elviera?
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Elviera » 7. August 2013, 23:25

Eigentlich nichts ausser den üblichen Hinweis dass man sich hormongesteuert sehr leicht dazu hinreissen lässt und sich den Hals brechen kann wenn man an die Presse geht.
Arbeitgeber und zukünftige Arbeitgeber z. B. wird's sehr freuen wenn sie es beim recherchieren über die pers. Verhältnisse ihrer Kantonisten so leicht gemacht bekommen.

Aber wir könnten ja mal darüber nachdenken welche Personenkreise sich überhaupt für solche Reportagen interessieren und warum sie sich wohl dafür interessieren mögen, wen man letztlich mit dieser Reportage erreicht und wen nicht.
So`n richtiges Thema für`n Giftschrank. :mrgreen:

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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Charon » 8. August 2013, 01:32

Hmm.......ich glaube wer noch in der Lage ist, halbwegs klar denken zu können, den könnten diese Zeilen eventuell davon abhalten an die Öffentlichkeit zu gehen. ;)

Und wer sowieso mit vernebeltem Verstand (i.d.R. aufgrund HRT) unterwegs ist und unbedingt ins Fernsehen will, der wird sowieso jede Warnung bzw. jeden kritischen Gedanken in den Wind schießen und vorpreschen Richtung Medien, egal ob er bzw. sie diese Zeilen hier gelesen hat oder nicht.

lg,

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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Elviera » 8. August 2013, 02:11

Ich würde zu gerne mal die Frage stellen: Was hast Du persönlich davon?
Und komme mir keiner mit dem Argument es ginge um den Kampf gegen Transphobie und für mehr Tolleranz.
Diese Argumente in allen Ehren, aber das will ich nicht wissen, denn dann würde ich die Frage anders stellen und überdies kann ich es vorwärts rückwärts quer beten was da gesagt werden würde
Nein das interessiert mich nicht!
Ich möchte wirklich wissen wo die persönlichen Vorteile sind, oder welchen Sinn sie darin sehen sich seelisch vor der Kamera auszuziehen und damit gesellschaftlichen Suizid zu begehen.
Nene ohne Ironie, ich möchte es wirklich wissen.
Naja gut manche begehen durch ihre Berufswahl ja auch keinen ges. Suizid, sondern da wird so was auch von einem erwartet. Aber das dürfte ja auch nicht die Regel sein, sondern die Regel ist, dass man Schlosser, Schweisser ist oder meinetwegen auch in der Verwaltung arbeitet. Und da dürfte man auf wesentlich weniger Verständnis treffen.
Und bei einer weiteren Personengruppe kommt ja darauf auch nicht mehr an.
Erstere und Letztere meine ich hier nicht, sondern ich meine die Personengruppe die Leute die Schlosser, Schweisser oder Verwaltungsangestellte sind. Ganz normale Durchschnittsbürger eben.
Die würde ich gerne fragen: Liebe Leute- was versprecht Ihr Euch davon?
Die Welt retten? Rettet Euch doch erst mal selber, denn man sollte nämlich immer mit dem Leichteren anfangen bevor man zu dem Schwierigen übergeht.
Um aber darauf zurückzukommen was die Gründe sind, also mir fällt dazu ausser dieser Weltrettungsgeschichte allenfalls noch Exibitionismus ein. Einen vernünftigen Grund den ich erkennen kann gibt es nicht.
Überzeugt mich eines Anderen, ich wills wirklich wissen, da ist nix mit Polemik oder so, ich verstehe es einfach nur nicht.
Sorry Henrik- Gebetsmühle.

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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Bianca » 8. August 2013, 09:42

Moin,

es gibt wohl einfach Menschen,die leicht extrovertiert unterwegs sind,sich selbst und ihre Meinungen in der Öffentlichkeit darstellen wollen,was zunächst mal nichts schlechtes ist,wenn es denn in der richtigen Form läuft.Als Beispiel sei hier mal die Reportage von B.B. oder auch der Fernsehfilm in der ARD letztens.Oder ich denke da an die Geschichte der Kim,die kam zwar von RTL, aber letztlich hat es da doch den Anfang genommen,daß das Thema einen größeren Bekanntheitsgrad bekommen hat.Wenn es diese Menschen nicht gäbe,die mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit gehen,wo wären wir?Ich denke nicht,daß es nur negative Auswirkungen auf uns TS hat.Wie sich das nun für die Darsteller auswirkt?Da glaube ich mal,daß die Gesichter schnell in der Vergessenheit versinken und nach ein paar Jahren keiner mehr weiß,daß du mit deiner Geschichte mal im TV warst.

LG Bianca
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Elviera » 8. August 2013, 10:32

Hallo Bianca,
genau das meinte ich nicht, und überdies hat der Bekanntheitsgrad von Ts und Transition auch seine Schattenseiten.
Eine davon ist das die Personaler inzwischen ganz genau wissen was so alles abgeht während der Transition und besitzen auch über genügend psychologisches Verständnis das so was in der Psyche so einiges an Kollateralschäden hinterlässt.
Folglich ist es dann wohl so dass wenn ne Ts sich bewirbt man wohl eher Abstand davon nimmt sie einzustellen und zwar von vorne herein, und nicht nur wegen der zu erwartenden Ausfallzeiten und geringerer Belastbarkeit.
Das heisst aber nicht das man sie nicht zur Vorstellung einläd, aber da geht es wohl mehr um ein bisschen Privat- Rtl.
Wie man sieht ist es nicht immer, ausschliesslich und nur nützlich zumal die Leute die da manchmal in unser aller Namen sprechen nun wirklich nicht immer als gutes Beispiel dienen können! (Vorsichtig ausgedrückt)
Über all dies sind die Personaler dank dieser Reportagen bestens informiert.
Und übrigens wir alle wissen auch das brauchbare Dokus doch eher selten sind. Ganz pragmatisch überlegt, und das machen Personaler meisst alleine schon aus Zeitgründen heisst das: Wenn 10 Ts Dokus 9 Ts vorgestellt werden die nur sehr schwer bis gar nicht mehr integrierbar sind wir Ts aus dem Rennen der Bewerbung raus sind sobald man sich zu erkennen gibt. Und wenn es dann noch eine Bewerberin ist die man aus so einer Doku bereits kennt? Besser als sie sich selber?
Personaler sind da nämlich wirklich recht ausgeschlafen, das ist ihr Job.

Doch das meinte ich nicht.
Was nämlich Kim Petras ( Die meintest Du doch) davon hat, das ist klar ersichtlich.
Huch und hach... ich bin ein 15 jähriges kleines Transmädchen mit grossen Kulleräugelchen und soooo niedlich. Ich möchte Model werden.
Nun inzwischen ist sie etwa Mitte 20 nicht mehr ganz so niedlich und mit dem Modeln wars auch nix. Derzeit versucht sie ihr Glück in England da in Deutschland offensichtlich jemanden wie Kim Petras nicht auf dem Catwalk sehen will?

Aber egal. Bei Kim Petras kann ich es verstehen sie har was davon, auch wenn es ein pubertäres Hirngespinst ist dem sie nachgejagt ist, unterstützt von Eltern die offensichtlich auch nie erwachsen geworden sind weil ihnen offensichtlich auch nicht klar war das diese Seifenblase normalerweise eigentlich immer zerplatzt.

Was ich meinte ist:
Was hat Ottilie normal Ts davon, die nicht davon träumt Model zu werden sondern eigentlich nur irgendwann einmal ganz normal als Frau leben möchte, eine Vorstellung die ja alle irgendwie haben.
Also wo ist der Sinn solcher Aktionen für die betreffende Person, wenn der Automechaniker eigentlich nur eine Automechanikerin werden möchte?
Warum also machen sie sich zu Märtyrern? Kann mir das jemand erklären?
Ist extrovertiert unterwegs sein nicht vielleicht einfach nur ein anderes Wort für Verhaltensauffällig?

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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Bianca » 8. August 2013, 12:39

Elviera hat geschrieben:Also wo ist der Sinn solcher Aktionen für die betreffende Person, wenn der Automechaniker eigentlich nur eine Automechanikerin werden möchte?
Warum also machen sie sich zu Märtyrern? Kann mir das jemand erklären?


Moin,

wo ist der Sinn,wenn ich mich neben meiner Arbeit politisch engagiere,ehrenamtlich in einer Organisation mitmische und da Öffentlichkeitsarbeit betreibe?Ich möchte etwas bewegen,mitreden bei lokalpolitischen Themen,einen Anteil an der Gestaltung meines Umfeldes nehmen.Und genauso sehen es wohl auch die jenigen unter uns,die sich im TV präsentieren.Etwas extrovertiert muß schon sein,aber Verhaltensauffälligkeit sehe ich da nicht. Schließlich sind Politiker nicht automatisch verhaltensauffällig.Es ist einfach nur der Wunsch dieser Menschen,Themen die sie bewegen,wo vielleicht auch was verändert werden sollte,öffentlich zu machen,um eben eine Veränderung zu bewirken(ein Sendungsbewußtsein haben).Um das an einem Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zu erläutern,denk doch mal an die GRÜNEN,anfangs wurden die belächelt,Aktivisten gebrauchten gar Gewalt,um ihre politischen Ziele,Gedanken öffentlich zu machen und heute?Aus und vorbei mit dem anfänglichen Revoluzzertum.Und hat jemand deswegen einen Job nicht bekommen?Einer wurde sogar SEC State....Wenn also alle so wie wir hier uns nicht öffentlich machen mit all den Problemen und Nöten,gäbe es dann eine Veränderung?Es steckt also m.M. nach immer etwas Großes dahinter,wenn die Automechanikerin an die Öffentlichkeit geht,selten aus egoistischen Gründen oder um sich selbst zu provilieren,vermute ich mal.
Märtyrer?Wieso?Wie in meinem vorigen Beitrag schon bemerkt,es kommt immer auf das Wie an,dann wird man auch nicht am Marterpfahl geröstet.
Und noch etwas zum Zeitpunkt: M.E. sollte so ein öffentlichkeitswirksamer Auftritt erst dann erfolgen,wenn man mit der Transition durch ist,siehe Balian Buschbaum.Dem hat es auch nicht geschadet,weil er nämlich alles richtig gemacht hat, m.M.
Ich hoffe,ich konnte es einigermaßen verständlich machen,was ich so meine.Und nein,keine Bange,ich will nur die Automechanikerin sein ;)

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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Elviera » 8. August 2013, 13:48

Wie kann man denn irgendwo überhaupt irgendwas bewirken wenn man noch nicht mal bei sich selber was bewirken kann?
Aber eigentlich sollte ich es aufgeben.
Übrigens Balian Buschbaum hat auch was davon Er vermarktet sich, und gar nicht schlecht noch dazu. Der ist ne ganz gut verdienende Berufstranse geworden wobei der Sport wohl recht förderlich war.

Davon ab ist das alles nicht neu, sind doch schon mal Minderheiten den Löwen vorgeworfen worden. Daraus wurde dann später zwar ne Weltreligion das war gut, aber zunächst nur für die Löwen, dem Löwenfutter hat es nichts genützt.
Im Übrigen habe auch ich in meiner pubertären Sturm und Drangzeit ordentlich demonstriert, aber irgendwann wächst man da raus und jungen Leuten verzeiht man das auch. Ist ja Normal. Aber wenn gestandene Leute auf einmal wieder mit so was beginnen?

Und schau Dich doch mal im Kollegenkreis um, was meinst Du wohl warum die sich so was angucken?
Was meinst Du? Ob die an irgendwelchen Veränderungen/Verbesserungen für uns Ts interessiert sind?
Oder ob sie andere Gründe haben sich das anzuschauen?
Was mögen das für Gründe sein?
Komm lass ma` hören, was meinst Du?
:hallo:
L.G. Elviera

@ Alle
Hat jemand ne Idee warum Otto Normalverbtaucher sich solche Dokus anguckt? Persönliches Interesse kanns ja im Normalfall nicht sein, und das es keine Alternativen gibt auch nicht bei 30 Programmen.
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Bianca » 8. August 2013, 14:29

Elviera hat geschrieben:Was meinst Du? Ob die an irgendwelchen Veränderungen/Verbesserungen für uns Ts interessiert sind? Nee,eher nicht,außer da ist einer bei mit ausgeprägtem sozialen Gerechtigkeitssinn,oder Geschäftssinn
Oder ob sie andere Gründe haben sich das anzuschauen?Nun,in meinem Fall,weil sie so eine Kollegin um sich haben,da wird automatisch die Neugier auf so ein Thema geweckt.Und andern Ort´s wird es schlicht Sensationslüsternheit,Neugier sein.



Moin,

Tja,Otto und Elfriede,wenn sie es denn angucken,sind sie irgendwo auf das Thema schon angefixt worden,sei es durch entsprechend aufgemachte Vorankündigung im TV,in der Zeitung und nun ist eben die Neugierde da,solche Typen im TV zu "bestaunen". "Boh ey"... Wie im Zoo.Und um den unbedarften Zuschauer wie Otto vor dem Bildschirm zu fesseln,bedarf es eben nicht solcher Reportagen á la Bettina Böttinger.Viel zu langweilig mit zuviel Tiefgang.Da geht so eine Doku soap wie im Winter auf RTL2 viel besser für.
Wie in der Blöd- reißerisch aufgemachte Berichte mit wenig Inhalt.

LG Bianca
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Stanley » 8. August 2013, 18:09

Ich steig auch mal ein:

Warum beschließt man, etwas sehr Privates öffentlich zu machen? Ich für meinen Teil kann mich diesbezüglich Bianca anschließen: bei mir war es definitiv dieselbe Motivation, die andere auf Demos treibt oder in politischen Gruppen aktiv werden lässt. Ich bin der Überzeugung, dass es sichtbare Menschen braucht, wenn man als Randgruppe was für sich bewegen will. Menschen, die sich öffentlich stellen und sagen: "Ich bin ..... und das ist gut so!" Indem ich vermittele, dass TS nichts ist, worüber man schamhaft schwiegen müsse, kann ich zu einem alltäglichen Umgang damit anregen.

Ich nehme an, dass es auch die meisten anderen antreibt. Ob diese aber die persönlichen Ressourcen dafür haben und je nach Typus dann unfreiwillig zum Vorführobjekt geraten, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Mit welcher Unbedarftheit sich viele auf dem Gynstuhl ablichten lassen oder sich in prekären sozialen Verhältnissen vorführen lassen, ist wirklich erschreckend. Solche Auftritte sind es nämlich, die die soziale Reputation gefährden.
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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Michaela » 8. August 2013, 22:38

Tja, was hat man persönlich davon – gute Frage. Die bereits von Elviera benannten Argumente hinsichtlich „Angstübertragung“ (Wer überträgt auf wen?) und Toleranz halte ich auch für die „Vorzeige“-Argumente.

Um sich in einer solchen Art und Weise der Öffentlichkeit zu präsentieren bedarf es keiner „leichten Extrovertiertheit“ – da ist schon ein erheblicher Geltungsdrang gegeben. Das ist wohl ein Teil, der befriedigt werden soll. Da nicht wenige aus unseren Kreisen berufliche Schwierigkeiten haben, könnte natürlich ein gewisser finanzieller Ausgleich erreicht werden. Aber ernsthaft: ist es das Wert, in aller Öffentlichkeit einen Seelenstriptease hinzulegen? Meiner Meinung nach nicht – aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Andere sehen das bestimmt anders.

Berühmtheit? – Das glaube ich eher auch nicht. Sicher es gibt Ausnahmen, aber die bestätigen letztlich nur die Regel. Diese Ausnahmen haben bestimmt auch Wert darauf gelegt, dass eben nicht der OP-Tisch oder der Besuch der klassischen Szene-Lokalitäten (sofern überhaupt noch besucht) im Mittelpunkt der Sendung ihres Wirkens standen.

Eines sollte man auch bedenken: in der Regel bekommt man bei solchen Aktionen ein Drehbuch vor den Latz geknallt, an das man sich zu halten hat oder man wird durch den unsensiblen Reporter durch Fragestellungen in eine ganz bestimmte Richtung gedrängt.

Der Vergleich mit Ehrenamt, politischem Engagement und auch durchaus mit Demonstrationen hinkt in meinen Augen, denn man ist dann nicht automatisch in vorderster Front und sofort auf dem Präsentierteller. Ehrenamt und Politik laufen in 99% der Fälle zunächst im Hintergrund ab und man muss sich seine Öffentlichkeit erarbeiten. Warum wohl gibt es so wenige Ehrenamtliche, die in der Öffentlichkeit stehen? Warum sind viele der Politiker bereits weit über 50? – Auch hier gibt es Ausnahmen. - Bei den Demonstrationen ist man nur ein Teil der Masse, in den seltensten Fällen in der 1. Reihe, denn die ist denen Vorbehalten, die den Rädelsführern vorbehaltlos folgen und deren Propaganda sehr eifrig verfechten und verbreiten. Nen Neuling da vorne, der beim ersten etwas heftigerem Gegenargument umkippt – Vergesst es! Schaut doch bei den aktuelleren Demonstrationen mal etwas genauer hin, dann werdet ihr feststellen, dass da nun eher die 30 – 45-jährigen rumlaufen, die Demos auch ruhiger geworden sind. Stuttgart 21 ist ein Paradebeispiel dafür, ebenso, dass die Polizei härtere Gangarten eingeschlagen hat.

Wie Stanley schon schrieb: Wer an die Öffentlichkeit geht muss stark motiviert und auch sehr davon Überzeugt sein, das in seinen Augen richtige zu tun. Wenn aber Motivation oder / und Überzeugung nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind, sollte man die Finger davon lassen. Zu schnell geht es sonst in die entsprechende H-4-Fernsehrichtung. Wenn das dann genug Menschen aus der eigenen Umgebung gesehen haben, bekommst Du manchmal zu hören: „Das war doch alles ein Fake in dieser Sendung, oder?“. Wie sollte Mann oder Frau dann darauf reagieren? – Selbst reagiere ich darauf nicht, höre aber mit offenem Mund und Ohren der einsetzenden Diskussion zu. Nett, was da manchmal so raus kommt.

Selbst an die Öffentlichkeit gehen? Ich hatte es einmal ins Auge gefasst, stellte aber recht zügig fest, dass ich nicht der öffentliche Typ bin. Letztlich bin ich öffentlich genug. Die Öffentlichkeitsarbeit überlasse ich lieber denen, die der Meinung sind dies tun zu müssen. Es sind auch genug dabei, die das in vernünftiger Art und Weise können. Das sind dann leider auch Sendungen, die zu einer Zeit kommen, wo Otto Normalverbraucher bereits längst Matratzenhorchdiest tätigt. ;)

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Re: Hinweise für TS und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragvon Charon » 9. August 2013, 02:04

Ich glaube, dass viele TS mit dem hehren Gedanken an die Öffentlichkeit gehen, die Menschen aufklären zu wollen, und Aufklärung ist im Prinzip nichts Politisches im engeren Sinne. Die TS haben da schon den Gedanken im Kopf, den Menschen durch Aufklärung die Angst vor dem unheimlichen und anrüchigen Thema TS nehmen zu wollen. Aufklärung beseitigt Ängste, daran ist ja gar nichts falsch........

.......ABER: Damit die Aufklärung was bewirkt, muss das Publikum auch mit der Intention eine Fernsehsendung anschauen, etwas Neues lernen zu wollen ! Und genau hier hapert es. Die Zuschauer sehen sich solche Sendungen nicht an, weil sie ein gezieltes Bedürfnis nach Wissenserwerb haben, sondern sie zappen durch die Kanäle, um sich von der Glotze unterhalten zu lassen. Die haben also das Denkorgan nicht - wie für eine erfolgreiche Aufklärung erforderlich - auf Empfang geschaltet, sondern den Computer bereits heruntergefahren, denn es ist ja Feierabend. Sie nuckeln an ihrem Feierabend-Bier und beim Zappen bleiben sie bei dem Kanal stehen, der ihnen was Unterhaltsames bietet........das kann eben u.U. eine Sendung über TS sein oder aber eine über kannibalistische Serienmörder. Bock auf Lernen und Nachdenken hat mensch in dieser Stimmung nicht. Von daher wird da auch kein noch so gut gemeinter Aufklärungsauftrag beim Publikum ankommen und die wenigen seriöseren TS-Sendungen werden mangels Unterhaltungswert vom Publikum zugunsten kannibalistischer Serienmörder weggezappt........

Das gutgemeinte Ziel wird also verfehlt, und der Dumme ist einzig und allein der Transmensch, dem der öffentliche Auftritt noch etliche Jährchen an den Hacken klebt.

lg,

Charon
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