Was ist Transsexualität?

Was ist Transsexualität?

Beitragvon Minka » 21. Februar 2014, 00:58

Hier mal ein m. E. interessanter Beitrag aus Amerika von

Sander Breiner, M.D.
Psychoanalytiker und Professor für Psychiatrie an der Michigan State University und der Wayne State University in den USA. Er ist Distinguished Life Fellow der American Psychiatric Association, Mitglied des Scientific Advisory Committee von NARTH, Fellow der American Society of Psycho­analytic Physicians.

http://www.dijg.de/transsexualitaet-geschlechtsumwandlung/begriff-definition-transvestismus/

(c) Erschienen in: Bulletin DIJG, Herbst 2008, Nr.16, Was ist Transsexualität, S.6-10.


Der Beitrag endet mit diesem Satz: "Wir müssen lernen, die psychischen Probleme, die im Zusammenhang mit dem eigenen Geschlecht/der eigenen Geschlechtsidentität auftreten können, besser zu verstehen, statt sie zu leugnen."




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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 21. Februar 2014, 02:38

Die Schilderung des uns nur allzubekannten TS-Lebensweges, der in "OP-Sucht" und trotz aller OPs in Unzufriedenheit endet, ist hier absolut korrekt.

Aber die Schlüsse, die diese Dame aus diesen Fakten zieht, sind absolut falsch. Und brandgefährlich für uns. Ich meine, aus den derzeitigen Fehlern bei der traditionellen TS-Behandlung gleich Rückschlüsse auf die Ätiologie der TS ziehen ? Und damit die TS wieder für ballaballa halten, die Annahme einer biologischen Ätiologie für falsch erklären und darauf aufbauend wieder unverhohlen Werbung für reparative Therapie machen ? Reichlich vermessen, da stehen mir echt die Haare zu Berge. aliena_vampirshrek

Ist ja auch kein Wunder, denn hätte diese Dame aus den vorliegenden Fakten über TS-Lebensläufe die richtigen Schlüsse gezogen und darauf aufbauend vernünftige Therapievorschläge (z.B. individuelle Wege aufzeigen, mentale und körperbezogene Arbeit post OP) gebracht, dann wäre ihr Artikel niemals auf dieser religiös verseuchten Seite erschienen. ;)

Aber wie man sieht, haben wohl auch die Amis aufgrund mangelnder Behandlungserfolge streckenweise die traditionelle TS-Behandlung erstmal auf Eis gelegt, ähnlich wie in NL. Und das macht mir Angst, denn wenn vermehrt solche falschen Schlüsse aus den Fakten gezogen werden wie in diesem Artikel, dann könnte dies in Zukunft auch ohne religiösen Dogmatismus im Hintergrund zu einem fragwürdigen Revival der unseligen reparativen Therapie führen :!:

lg,

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Elviera » 22. Februar 2014, 02:29

Man mag ja darüber denken wie man will, aber mir sagt das das, dass man auch in Amerika die Problematik die sich auch uns in Europa stellt ebenfalls erkannt hat.
Und wie immer melden sich dann alle möglichen und unmöglichen Organisationen zu Wort. Seriöse und weniger Seriöse. Das ist amerikanisch, und amerikanisch ist manchmal eben :hammer:
Ist natürlich viel Unbrauchbares dabei, das liegt in der Natur der Sache.
Aber ziehen wir doch raus was brauchbar ist, und den Rest entsorgen wir.

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Goldmarie » 2. März 2014, 04:34

Charon hat geschrieben:Die Schilderung des uns nur allzubekannten TS-Lebensweges, der in "OP-Sucht" und trotz aller OPs in Unzufriedenheit endet, ist hier absolut korrekt.

Finde ich nicht. In vielen Fällen mag es ja stimmen, aber der Satz "Egal wie erfolgreich die Operationen waren und die andauernde Hormonersatztherapie ist, die Patienten sind alle der Auffassung, dass ihnen immer noch etwas fehlt." ist eine unzulässige Verallgemeinerung und trifft z. B. auf mich nicht zu.

"Er ist durchsetzungsfähig und erfolgreich." Auch das trifft auf mich nicht zu. Und auf viele andere ebenfalls nicht.
Da stand auch was von "sozial und beruflich erfolgreich". Beruflich erfolgreich war/bin ich weiß Gott nicht, im Gegenteil: Trotz bester Voraussetzungen habe ich meine Karrierechancen versemmelt. Und sozial erfolgreich bin ich erst nach der Transition.

"Die hier geschilderte Erfahrung wurde so häufig gemacht, dass schlussendlich das gesamte Programm an der Wayne State Universität eingestellt wurde. Auch an der medizinischen Fakultät der Johns Hopkins Universität in Baltimore wurde das wesentlich größere und umfangreichere Programm aus genau demselben Grund aufgegeben."

Ach ja? Der hierzu angegebene Link führt ins Nirwana.
Im Übrigen habe ich das dumme Gefühl, den Schwachsinn schon einmal irgendwo gelesen zu haben.

LG
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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 2. März 2014, 13:46

Darauf könnte man mit einer Frage antworten: Wie kommt es, dass du ausgerechnet hier zugegen bist, obwohl dieses Forum im Vergleich zu anderen TS-Plattformen so verschwindend klein ist ?
Und warum ist dieses Forum hier so klein ?

Ganz einfach, weil wir mit unserer Herangehensweise eine Minderheit unter den TS sind. Und vielleicht doch ein Zusammenhang bestehen könnte, wonach Leute, die uns hier längere Zeit treu bleiben, mit höherer Wahrscheinlichkeit eben nicht den in diesem Artikel beschriebenen Lebensweg gehen ?

Aber sieh dich mal in den TS-Massenveranstaltungen im Netz oder auch in SHGs um. Da wirst du feststellen, dass das im Artikel Geschriebene leider für sehr viele TS zutrifft. Nur "zufälligerweise" nicht in diesem Forum. ;)

Auf mich trifft der Artikel ja auch nicht zu, aber ich weiß auch, dass ich von mir nicht auf die Allgemeinheit schließen darf.

lg,

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Michaela » 3. März 2014, 00:56

Charon hat geschrieben:Ist ja auch kein Wunder, denn hätte diese Dame aus den vorliegenden Fakten über TS-Lebensläufe die richtigen Schlüsse gezogen und darauf aufbauend vernünftige Therapievorschläge (z.B. individuelle Wege aufzeigen, mentale und körperbezogene Arbeit post OP) gebracht, dann wäre ihr Artikel niemals auf dieser religiös verseuchten Seite erschienen. ;)


… und deshalb funtzt der Link vermutlich auch nicht. ;)

@ Charon: Verzeih die dusselige Frage, aber welche Fakten aus welchen TS-Lebensläufen? Die pre OP oder post OP?

Ich habe einige pre-OP-Lebensläufe gelesen und auch in den veröffentlichten Büchern kann ich kaum einen wirklich hilfreichen Fakt erkennen, jedenfalls keinen, der auf eine Krankheit hinweist. Viele, nicht alle, weisen eher auf eine soziologische denn biologische Ätiologie hin. Auf dem biologischen Sektor scheint die Wissenschaft, Forschung und Medizin noch keine halbwegs handhabbare Möglichkeit gefunden zu haben.

Und post-OP? Da gibt es doch nur sehr wenige bis überhaupt keine Berichte, geschweige denn Lebensläufe. Und was gibt dann noch Weltbewegendes in den Bericht oder sein Tagebuch einzutragen? Dennoch vermute ich, dass post-OP eher etwas zu entdecken und zu erforschen wäre, was einen wichtigen Hinweis auf den biologischen Ursprung geben könnte. – Aber wie schon in einem anderen Strang gesagt: Post-OP ist eben alles ganz schick und toll und supie, und man macht eher gute Miene zum bösen Spiel, wenn es nicht zum gewünschten oder erwarteten Ergebnis kommt.

Nun, ich bin keine Medizinerin und vermutlich sehe ich deshalb die Fakten nicht so deutlich, aber eventuell kannst du mich ein wenig Erleuchten.

Was mich allerdings erheblich erschreckt, ist die Tatsache, dass man bei den gegebenen Möglichkeiten lieber entsprechende Forschungen einstellt und wieder ins Mittelalter zurückfallen möchte. Das ist keine Lösung.
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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 3. März 2014, 01:33

Genau darin bestehen ja die falschen Schlüsse, die in diesem Artikel gezogen werden.

Man kann aufgrund hoher Unzufriedenheit bzw. Suizidrate post OP in keinster Weise Rückschlüsse auf die Ätiologie der TS ziehen, aber in diesem Artikel wird genau das gemacht und darauf aufbauend die olle reparative Therapie gefordert. Es wird aber nicht im Geringsten darüber nachgedacht, ob denn vielleicht z.B. bei der Begleittherapie, dem Alltagstest oder den Gutachten was unrund läuft.......

Tja, wo der religiöse Dogmatismus einzieht, ist die Vernunft bereits ausgezogen.

lg,

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Nina B » 28. April 2014, 22:15

Nun, da ich meinen eigenen kleinen Abschnitt, nämlich den des passings, abgeschlossen habe kommt nun der Teil der Psyche. Ich habe also angefangen zu lesen. Der Artikel hier hilft bei der eigenen Zuordnung, aber ansonsten kann ich den Worten nicht allzuviel abgewinnen. Anders gesagt, liest man den Artikel intensiv ist er eher Abschreckend als Aufbauend. Gerade wir (alle TV TS DWT wer auch immer) brauchen doch Hoffnung und Unterstützung. Man stellt die Behandlung ein, weil es da Menschen gibt die anscheinend nicht klar gekommen sind. Das müssen andere dann wieder ausbaden? Es ist wie in allen Bereichen, z.B. Rauchen in der Firma, was auch inzwischen fast überall verboten ist weil manche nicht mit der Freiheit klar kommen und übertreiben oder es ausnutzen. Hier sind bei den Studien auch alle über einen Kamm geschoren worden, die dabei waren genauso wie die, die noch kommen könnten. Das finde ich bedauerlich. Wir sind nicht alle gleich, haben nicht alle die gleiche Macke, sondern jeder ist anders. Wer weiss was für Patienten da waren??? Ich habe im Zuge meiner Gier nach Informationen auch mal in Facebook einen Account eröffnet (1Woche lang) und festgestellt das es wesentlich mehr Idioten und wirklich krankhafte Abarten der Sexualität gibt, als man verkraften kann. Solche Menschen, kann ich mir jedenfalls gut vorstellen, sind natürlich nie zufrieden, egal was auch gemacht wird. Selbst mit Busen DDDxxl muss da noch was gehen. Das sind genau die Menschen, die es uns (vernünftigen??) so schwer macht. Ich habe noch nicht soviel Kontakt mit meines Gleichen gehabt, aber was ich hier kennengelernt habe, ist in meinen Augen weder Gestört noch Abstossend, im Gegensatz zu anderen Gruppen (selber gesehen) oder denen in Facebook. Ja das Forum hier ist klein, aber Grösse ist nicht entscheidend, sondern wie ehrlich etwas gemeint ist. Was der Artikel allerdings sagt, das es zur OP-Sucht werden kann (nicht muss), sollte von uns als Warnung aufgefasst werden. Mir selber ist es ja auch schon passiert, das ich übertreiben wollte. Da brauche ich noch Grüne SChuhe und ein passendes Tuch und neue Ohrringe und und und... Wer etwas auf sich aufpasst erkennt schnell, hier ist eine Grenze die man nicht einfach so überschreiten sollte. Genau das sind die Dinge, die von den Profis (Psychos) aufgefangen werden sollten. Wer sagt uns denn, das die Behandlungsmethoden aus dem Artikel auch die richtigen waren? Wenn ich feststelle, das ich nach der Arbeit nicht das richtige Ergebnis habe, dann verändere ich etwas. Aber hier wird alles eingestellt. Warum versucht man nicht weiter zu kommen, anstatt aufzugeben?? Vergessen wird, das wir auf der Strecke bleiben. Wir können uns nicht alleine Therapieren und auch nicht alleine operieren, wir brauchen Hilfe!
Deshalb ist es mir wichtig, das Bild der Gesellschaft von TS,TV,usw als akzeptabel zu vertreten. Alles andere gehört in die eigenen vier Wände, das Bordell, auf die Bühne oder in die Geschlossene.
Ich lebe jetzt mein Leben weil es meins ist.
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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 29. April 2014, 02:36

Nina B hat geschrieben: Alles andere gehört in die eigenen vier Wände, das Bordell, auf die Bühne oder in die Geschlossene.


Damit hast du wohl Recht.

Aber hast du dir mal die Userzahlen auf Plattformen wie Facebook oder in den großen TS-Foren angesehen ? Da kommt man schnell auf stattliche vierstellige Zahlen und es kommen dort mitunter an einem Tag so viele neue User hinzu, wie wir hier insgesamt User haben.

Da kann man sich deshalb vorstellen, was so die Standard-Fälle sind, die in den Praxen der Therapeuten zu finden sind. Leute, die "keine Therapie brauchen" und demzufolge sehr uneinsichtig und unkooperativ sind, aber irgendwann dann am Fensterkreuz hängen. Und genau hier will man eventuell gegensteuern.

Aber ruhig Blut, ich denke nicht, dass es darum geht, den TS für immer und ewig die körperliche Behandlung zu verweigern. Ist zwar alles nur Spekulation, aber es wäre denkbar, dass in Zukunft mehr darauf geachtet wird, dass Betroffene in Sachen Alltagstest bzw. Neusozialisation ihre Hausaufgaben machen und über lebbare Alternativen zum "Komplettpaket" nachdenken, bevor sie ne OP genehmigt bekommen.

Der Verfasser dieses Artikels hier ist zwar schon der Meinung, dass körperliche Maßnahmen untersagt gehören, aber diese Ansicht basiert wohl nicht auf der Vernunft eines seriösen Wissenschaftlers bzw. Therapeuten, sondern auf einem religiös geprägten Welt - und Menschenbild. Wenn du dir diese Webseite näher ansiehst, dann wird dir auffallen, dass diese Seite ein Sammelbecken für christliche Fundamentalisten ist. Den Schuh, der diesem Autor passt, den wird sich die seriös arbeitende Therapeutenzunft ganz sicher nicht anziehen.

lg,

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Nina B » 29. April 2014, 10:50

Das mit den Zahlen ist tatsächlich eine irre Geschichte. Ob man in Facebook die Gruppen nimmt oder bei Ebay unter den Crossdresser Artikeln schaut.... es sind Tausende von klicks. Man könnte meinen das es eine Dunkelziffer von (andersartigen)
gibt die höher ist als die der Suchtkranken (in dem Thema kenne ich mich aus). Hätte ich niemals vermutet das bei BH-Einlagen aus Silikon, oder Perücken bis zu 4000 klicks auftauchen. Aber genau das ist ja was ich meine, was zeigt, das Thema ist akut. Es besteht anscheinend durch die Freiheit gerade hier in Deutschland, immer mehr bedarf. Ich selber hätte wahrscheinlich niemals einen Rock angezogen wenn ich woanders leben würde. Hier trauen sich immer mehr Menschen die Dinge, die sie belasten, wie TS oder Homosexualität oder oder.. anzugehen, auszuleben oder auch behandeln zu lassen. Gerade deswegen finde ich es ja so wichtig, das die Wege der "Behandlung" erforscht und verbessert werden. Allerdings muss ich auch wieder betonen, das meiner Einschätzung nach die Zahl derer, die wirklich TS sind und sich auch kooperativ zeigen, gegenüber der grossen Masse vermeindlicher, verschwindend gering ist. Liegt es nun daran, das sich nur wenige trauen ihr Geheimnis preiszugeben oder daran das die meisten in diesem Thema eher "Spinner" sind, kann ich natürlich nicht sagen.
Auf jeden Fall staunt man, wenn man sich die Zahlen mal genauer ansieht.
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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Nina B » 29. April 2014, 11:06

Zur Definition habe ich noch einen Interessanten link gefunden
http://www.endokrinologikum.com/fachbereiche/endokrinologie/transsexualitaet-und-intersexualitaet.html
Und was die Gesetzeslage betrifft finde ich dieses PDF ganz interessant.
http://www.tsgreform.de/wp-content/uploads/2012/06/Forderungspapier_AK-TSG-Reform_1.6.201211.pdf
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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 17. Juli 2014, 01:18

Vielleicht besteht ja noch Hoffnung, den schwarzen Schafen in der Therapeutenzunft in Zukunft doch leichter das Handwerk legen zu können ?

http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/bu ... 81401.html

lg,

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Elviera » 17. Juli 2014, 02:22

Ich meine davor zu warnen ist nicht genug besonders wenn sie unter dem religiösen Deckmantel vorgehen, und das ist leider oft genug der Fall.
Falsch verstandene oder längst überkommene Moralvorstellungen sind auch immer noch gute Aufhänger die immer noch genügend Anhänger finden.
Über 30 Jahre nach der Abschaffung des § 175 ist er offensichtlich immer noch in den Köpfen der Menschen verankert?
Da sollte der Politik mal zu denken geben meine ich, und hier sollte man ansetzen dann würde wohl mit diesem angeblich reparativen Unfug irgendwann automatisch Schluss sein.
Abschaffen alleine genügt nun mal nicht, da muss auch das Bewusstsein in der Bevölkerung vermittelt werden warum das notwendig bzw. sinnvoll ist.
Und hätte man das nach der Abschaffung des 175 gleich getan so wäre der Käse längst gegessen und wir alle müssten uns nicht mit dererlei Unfug rumärgern.

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 18. Juli 2014, 01:10

Natürlich, Toleranz läßt sich leider nicht durch Gesetze verordnen. Und selbst wenn ich reparative Therapie verbiete, dann kapieren sicherlich viele Leute nicht, warum man solche Therapien verboten hat. :roll:

Aber zumindest würde es die Betroffenen selbst vor solchen Scharlatanen schützen. Dazu müsste man allerdings härter durchgreifen und nicht nur warnen. Die Sache mit den religiösen Gründen könnte man eventuell aushebeln, genauso wie man das bei der weiblichen Beschneidung getan hat, die ist ja in DE bereits illegal. Hier wurden ja auch religiöse Gründe für diese grausame Prozedur angegeben und die Befürworter dieser Folter haben sich auf die Religionsfreiheit berufen. Aber hier hatte das Recht auf körperliche Unversehrtheit ein größeres Gewicht als die Religionsfreiheit, d.h. der Ober hat hier den Unter gestochen.......

lg,

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Elviera » 18. Juli 2014, 01:33

Da ist mir doch gerade passend zur Religiösität dieser Link über den Weg gehoppelt:
http://www.huffingtonpost.de/2014/07/16/kidnapped-for-christ_n_5591513.html?ncid=fcbklnkushpmg00000071

Aber körperliche Unversehrtheit- das ist ein Stichwort!
Aber was ist eigentlich mit der psychischen Unversehrtheit?
Wir alle haben schon mal von der Situation Mann schlägt Frau gehört oder in der Zeitung gelesen, und jeder denkt sich was für ein Drecksack.
Aber ist das wirklich immer so?
In der Psychiatrie weiss man schon seit ewigen Zeiten dass körperliche Gewalt ein Ausdruck grösster Verzweiflung ist. Und wenn man nun nach den Ursachen forscht dann erlebt man manchmal schon ne Überraschung denn man stösst auf eine Vorgeschichte die von psychischer Gewalt geprägt ist, eine Vorgeschichte wo "alle" beteiligten genau so Täter wie Opfer sind.
So einfach ist das mit dem Drecksack also nun auch wieder nicht? Aber was ich eigentlich sagen will ist: Wer fragt von Ausnahmen abgesehen (Mobbing z.B.) nach dem Recht auf psychische Unversehrtheit?
Kaum jemand.
Vielleicht weils nur schwer Nachweisbar ist?
Und ist das überhaupt ein Straftatbestand?

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Re: Was ist Transsexualität?

Beitragvon Charon » 20. Juli 2014, 01:19

Man kann sogar Amokläufe in einem ähnlichen Licht sehen wie Elvieras "Mann schlägt Frau"-Beispiel. Tja, so einfach isses wieder mal nicht mit den Gut versus Böse und m.E. existiert wohl kaum ein Amoklauf ohne vorausgegangene psychische Gewalt gegen den späteren Amokläufer.

Natürlich, schwerer nachweisbar ist psychische Misshandlung schon. Und man müsste dann auch genaue Definitionen finden, ab wann klare Verstöße gegen das Recht auf psychische Unversehrtheit vorliegen, die man dann auch strafrechtlich ahnden könnte.

Aber irgendwie scheint mir das nicht als Grund zu genügen, warum sich keiner Gedanken über ein Recht auf psychische Unversehrtheit macht.

Man denke allein mal darüber nach, wie sich heutzutage Hierarchien bilden und aufrecht erhalten werden: Durch körperliche Gewalt passiert das i.d.R. nur noch in kriminellen Banden, denn wir haben ja nicht mehr das offizielle (körperliche) Züchtigungsrecht. Wir haben aber trotzdem nach wie vor sehr viele Flaschen in führender Position, die sicherlich nicht aufgrund ihrer Eignung nach oben gekommen sind. Sicher, Vitamin B ist auch so ein Faktor......

.....aber ohne psychische Gewaltausübung hats wohl kaum einer geschafft, trotz geringer persönlicher Eignung in eine Führungsposition zu kommen. Die "herrschende Klasse" angefangen beim popeligen Filialleiter bei einem Discounter bis rauf zu Top-Managern und hochrangigen Politikern hat also ein reges Interesse daran, dass sich niemand Gedanken um ein Recht auf psychische Unversehrtheit macht. Denn würde so ein Recht eingeführt werden und relevante Taten auch strafrechtlich verfolgt werden, dann würden viele, sehr viele Köpfe rollen !

Und so kommts, dass man verbal z.B. den Begriff "soziopathische Züge" aufhübscht und als "gutes Durchsetzungsvermögen" bezeichnet. Und schon beschwert sich der Unterlegene nicht mehr wegen psychischer Gewalt.....weil er davon ausgeht, dass er sich eben zu wenig "durchsetzen" konnte, obwohl er realiter von einem Soziopathen psychische Gewalt erfahren hat.

Und während im alten Züchtigungsrecht wenigstens streng geregelt war, wer wen züchtigen durfte und wie heftig, läuft die psychische Gewalt hintenrum und ohne jegliche gesetzliche Einschränkung.

lg,

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