Wahlen in Europa

Es geht in diesem Bereich darum die pol. Entwicklung in Deutschland und Europa ab Januar 2016 zu dokumentieren

Re: Wahlen in Europa

Beitragvon jessica » 7. Mai 2017, 12:06

Ich wohne ja in Kiel, und heute sind in Schleswig-Holstein Landtagswahlen.
Ich war ja auch schon wählen, und das Wahllokal war echt überfüllt.
Nun frage ich mich nur noch, was das Ergebnis ist?!?

Als das erste türkische Referendum lief, habe ich mich gefragt, wieso den hier diese Türken wählen können.
Wenn jetzt nun über das Referendum über die Todesstrafe abgestimmt werden soll, frage ich mich allen Ernstes, wieso diese Türken überhaupt darüber hier in Deutschland über das erste und wenn mich nicht alles täuscht, über das Todesstrafenreferendum abstimmen dürfen.
Botschaften gehören ja zum Staatsgebiet eines bestimmten Landes, was ja wohl eine Tatsache ist.
Wenn also bei den Botschaften die Stimmen abgegeben werden, wird über das Todesstrafenreferendum doch abgestimmt, denn Tatsache ist ja nun einmal, dass Deutschland, oder andere Staaten keinen Einfluss haben.

Wenn ich nun über die Wahlen hier in Deutschland nachdenke, frage ich mich auch, was für einen Auswirkungen dieses Todesstrafenreferendum auf Deutschland haben wird?!?
Schon das erste Referendum hätte verboten werden müssen, weil nämlich die Türken Deutschland als Wahlheimat angenommen haben.
Demzufolge sind sie nach meiner Meinung keine Türken mehr, und hätten gar nicht über irgendwelche Sachen in einem für sie fremden Land abstimmen dürfen.
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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 8. Mai 2017, 01:25

Es ist entschieden, Macron hat die Wahl mit etwa 65% für sich entschieden und Le Pen ist mit 35% weit abgeschlagen.
[url]
http://www.msn.com/de-de/nachrichten/po ... id=UE07DHP[/url]

Doch wenden wir uns doch mal den Realitäten zu.
Unter den 65% von Macron sind viele Verhinderungswähler, ich schätze es ist gut die Hälfte, die nicht wirklich zu Macron und seiner Politik steht, weil sie ihn nur gewählt haben um Schlimmeres in Person Le Pen`s zu verhindern.
Bei den 35% von Le Pen ist das anders, sie stehen alle hinter ihrer Kandidatin.
Aber das ist ja noch nicht alles, denn die Parlamentswahl steht ja noch aus, und je nach dem wie die ausfällt, ich rechne mit ebenfalls über 30% für Le Pen wird es eine starke Fraktion werden die recht massiv mitmischen kann und auch wird.
Ich denke der Rechtsdruck in Frankreich drüfte trotz alllem ordentlich zugenommen haben.
Ich denke dass auch wenn Europa zunächst gerettet erscheint es wohl mit oder ohne Druck von Rechts starke Veränderungen in Frankreich geben wird. Und ob Europa wirklich gerettet ist, das wird sich erst noch zeigen müssen.
Ich persönlich rechne mit starken Veränderungen in der Gesellschaft Frankreichs, einem Umbau und Reformation Europas dass vieles nicht wiederzuerkennen sein wird. Und wehe wenn Macron mit seinen Reformen versagt, dann möchte ich gar nicht daran denken wie die Wahl in 4 Jahren ausfallen wird.
Dass das Gute gesiegt hat wird zwar sugeriert, aber ob es wirklichb so ist? Die Kunde hör ich wohl....

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 8. Mai 2017, 02:13

Macron hat als einen Punkt seiner Reformen bereits angekündigt, die Gewerkschaften entmachten zu wollen und selbst bestimmen zu wollen, wo der Hase in den Unternehmen langzulaufen hat. Ist ja logisch, hat er doch nicht nur als Investmentbanker im Hause Rothschild, sondern auch als Unternehmensberater gearbeitet bzw. geherrscht. Da ist kein Platz für rote Socken, ganz klar. Und das in Frankreich...mein Gott, da wirds scheppern. Und die Le Pen kann womöglich wirklich das tun, was ich in einem vorhergehenden Beitrag geschrieben habe: Sich einen grinsen und Macron beim grandiosen Scheitern zusehen, während die Menschen unter ihre braunen Rockschöße kriechen.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 8. Mai 2017, 02:39

Rote Socken sind mir immer sympatisch und Reaktionäre sind immer noch besser als braune Lumpen.
Obs aber bei den Auswirkungen einen so grossen Unterschied macht?
Bleibt übrig abzuwarten wie sich die Lage entwickelt. Mein Optimismus ist aber weitestgehend dahin denn Konservative und Rechte, das ist eine Kombination ( viel. wirds im französichen Parlament sogar ne Koalition? ) die mir nicht geheuer ist. Doch ob sie direkt koalieren oder nicht, Le Penn mit ihrer Truppe wird ne starke Opposition sein die in Frankreich und auch Europa noch für viel Verdruss sorgen wird.

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 9. Mai 2017, 01:45

Und nicht nur die Konservativen könnten sich auf die Seite Le Pens schlagen. Ich denke mal, auch von links könnten da Annäherungsversuche kommen. Erste Warnsignale dafür gab es schon vor der Stichwahl, denn die einzige Partei, die ihre Anhänger nicht dazu aufgefordert hat zur Vermeidung von Le Pen den Macron zu wählen, war eine linksgerichtete Partei. Und wie heißt es doch so schön, der Feind meines Feindes ist mein Freund ? Nun, der Erzfeind der Linken ist der Radikalkapitalismus. Aber auch die Le Pen hats nicht so mit den Konzernen, den Großbanken und deren Globalisierungspolitik. So schräg dat auch klingen mag, aber hier könnte sich sogar links mit rechts vereinen. Wäre ja auch kein Neuland, denn auch im verkrachten Griechenland gabs ja vor gar nicht langer Zeit ne Rechts-Links-Koalition.

Nee, nee, dat alles gefällt mir gar nicht und erst recht sehe ich keinen Anlass zum Jubeln....

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 9. Mai 2017, 03:06

Erste Widerstände von Links regen sich bereits seit heute Mittag, und das nach gerade mal 12 bis 14 Std. nach der Wahl.
Fehlt nur noch jemand der es koordiniert und sie formieren sich.
Und dann geht der Punk ab!

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 11. Mai 2017, 01:27

Ja, ja, das kann noch mächtig Ärger geben. Aber man könnte fast schon so böse sein und sagen: Liebe Leutz von ganz ultralinks außen, kriegt euch doch wieder ein, denn vielleicht bekommt ihr ja etwas, das euch gar nicht so gegen den Strich geht. Planwirtschaft zum Beispiel. :P

Macron hat nicht nur angekündigt, die Gewerkschaften absäbeln zu wollen, sondern er hat klipp und klar im Programm, *direkt* in die Unternehmenssteuerung und -führung eingreifen zu wollen. Ferner hat er prophezeit, dass seine Ministerriege fast keine Berufspolitiker enthalten wird, sondern primär Banker und Manager. Also im Endeffekt verschmelzen hier Staat und Unternehmen zu einer Einheit und man könnte hier schon fast provokant sagen, die Unternehmen werden verstaatlicht. Freie Wirtschaft sieht anders aus !

Wir haben schon des öfteren betont, dass Faschismus nicht nur von rechts, sondern auch von links kommen kann. Man sollte das erweitern indem man sagt: Bedenke, oh Mensch, dass Planwirtschaft nicht nur vom Kommunismus, sondern auch vom Kapitalismus ausgehen kann.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 11. Mai 2017, 02:30

Für mich ist das leicht vorstellbar denn ich frage mich wo denn das eiserne Gesetz dass Kollektivierung immer nur vom Proletariat ausgehen muss in Stein gemeisselt ist?
Der Spiess des Marxismus lässt sich bei näherer Betrachtung sehr leicht umdrehen dass eine ganz neue Form des Kommunismus entsteht, einem Kommunismus bei dem die Interessen des Proletariers keine Beachtung finden.
Eigentlich liegt das sogar auf der Hand mal darüber nachzudenken was man in Frankreich offensichtlich gerade macht.
Daraus könnte eine völlig neue Staatsform entstehen, eine Staatsform die man vielleicht als feudalistische Diktatur bezeichnen könnte?
Das Gleiche ginge aber auch auf demokratischer Grundlage, aber das setzt ein anderes Verständnis von Demokratie vorraus denn da würde sich die Wahl wohl so gestalten müssen dass das Stimmrecht unterschiedliche Wertigkeiten haben müsste, also je nach Wirtschaftskraft des jeweiligen Wählers mal mehr, mal weniger zählen?

Sollen wir diesen Gedanken wirklich zu Ende denken, so wie wir das immer tun, auch dann wenn wir uns noch weiter aus dem Fenster lehnen und dabei auch noch endgültig ins Philosohische abgleiten?
Ich glaube das würde viele unserer Leser verwirren, viell. sogar Angst machen, denn die Aussichten wären dann wohl übelst.
Doch wie auch immer, es könnte schon gut möglich sein sein dass Frankreich nun ein neues Kapitel in der Weltgeschichte aufgeschlagen hat, und immer wenn so was passiert wird es zu grossen gesellschaftlichen Umbrüchen kommen, und gesellschaftliche Umbrüche haben meisst einen Krieg zur Folge, das weiss die Geschichte zu berichten.
Aber ich glaube dazu braucht es Frankreich und Macron gar nicht.

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 13. Mai 2017, 01:44

In der Tat, um Kriege anzuzetteln, dazu braucht es Frankreich und Macron nicht.

Aber trotzdem frage ich mich, ob denn eine eventuelle "Feudalistische Diktatur" wirklich eine komplett neue Staatsform wäre oder ob da nicht doch viele bereits aus der Geschichte bekannte Mechanismen wiederkehren. Gewiss, die Neofeudalkaste ist ein Produkt des Industriezeitalters, aber was ist sonst so neu ? Und ist das nicht nur ein eigentlich oberflächlicher Unterschied ?

Blicken wir doch zurück in die Zeit als Rom fiel und auch ein neues Kapitel in der Weltgeschichte aufgeschlagen wurde, bekannt als das Mittelalter. Auch hier drängte sich etwas Neues in den Vordergrund und verschmolz mit der Staatsmacht, nämlich die christliche Kirche, und die brachte natürlich auch ihre entsprechenden Funktionärskader in Gestalt von Bischöfen, Kardinälen etc. mit. Religion und Staat also als untrennbare Einheit, und die Menschen sahen ihr Seelenheil darin, den von der Kanzel predigenden Pfaffen zu glauben, denn nur so kam man ins Himmelreich. Auch wenn das lebenslange Sklaverei bedeutete, natürlich zugunsten der Feudalkaste.

Nun könnte man fragen, was denn im modernen Westen die mittlerweile relativ bedeutungslose Kirche ersetzt hat, oder schlicht gesagt: Was ist denn die neue Religion ? Ist es denn nicht ein "Gott" namens Mammon, der die Menschen glauben läßt, dass man nur durch Anhäufen von möglichst viel Konsumgütern das Seelenheil erreichen kann ? Und sind dann unsere Neofeudalherrschaften nicht die Pfaffen dieser neuen Religion, denn die Konzerne produzieren ja den Konsumschrott, während die Banken es den Menschen durch Geldverleih ermöglichen, dem Seelenheil hinterherzujagen auch wenn man nicht die finanziellen Mittel dazu hat, d.h. man sich in die Abhängigkeit des Schuldners begibt ? Und die Menschen schuften sklavisch, um dieses Konsum-Himmelreich zu erreichen......und bemerken dabei nicht, dass sie damit nur der Feudalkaste den Wanst füllen.

Und da wäre sie wieder, die olle Einheit von Staat und Religion, und nichts ist so niegelnagelneu wie es auf den ersten Blick erscheint.

Und was wäre dann, wenn so eine feudalistische Diktatur sich etabliert und Dinge wie z.B. eine strikte Erbfolge für Führungsämter und Heiratsregeln für Angehörige der Feudalkaste entstehen würden ? Auch die Monarchien des Mittelalters sind ja nicht einfach so vom Himmel gefallen und jede Dynastie stellte irgendwann mal den ersten König.

Auch der demokratischere Weg mit Zensuswahlrecht ist da kein Exotikum für eine Variante der feudalistischen Diktatur. Die Staatsform der Monarchie ist da ein schönes Beispiel dafür, denn hier reicht die Palette bekanntlich vom absolutistischen Sonnenkönig bis hin zur politisch bedeutungslosen Grüßtante im heutigen England.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 16. Mai 2017, 00:45

In Österreich rumort es gewaltig und es riecht gewaltig nach Neuwahlen: http://www.focus.de/politik/ausland/neu ... 37022.html
Das wäre eine weitere Zitterpartie, bei der wir hoffen müssen, dass die Rechten nicht zu gut abschneiden.

Und wie wir aus dem Wahlergebnis in Holland bereits herausgelesen haben, sieht es da auch finster aus mit der Regierungsbildung und Wilders könnte ne neue Chance bekommen: http://www.br.de/nachrichten/tagesschau ... n-100.html

2017, das Jahr der Wahlkrimis.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 7. Juni 2017, 03:00

So kommet und seht, liebe Franzosen, wen ihr gewählt habt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 50622.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 50901.html

Der Nächstenliebe-Engel, der viele Flüchtlinge aufnehmen will, zeigt so schnell sein wahres Feudalherren-Gesicht ? Da bekommt man ja glatt das Gefühl, Frankreich hätte nicht "den Fortschritt", sondern das neue Gestern gewählt. Er wirkt auf mich wirklich wie ein Dinosaurier; mag auch die Rockmusik, zu der er im Wahlkampf sein Charisma (was anderes hat er doch nicht zu bieten !) hat wirken lassen, noch so fetzig und modern klingen. Alter Wein in neuen Schläuchen, so möchte man denken. Das gerade Deutschland ihn als neuen Messias bejubelt und er wohl auch Deutschland lobt, ist verständlich. Deutschland war gesellschaftlich im Lauf der Geschichte einfach immer zeitlich etwas hintendran und gewisse Ideen haben sich nie so richtig durchsetzen können (siehe Kirchensteuer ;) ), sonst wäre z.B. sowat wie H4 nicht so widerstandlos in DE durchsetzbar gewesen. Mir scheint es eher so, als wäre er unter der feudalen Käseglocke, unter der er wohl aufgewachsen ist, null mit der Realität im heutigen Europa konfrontiert worden........

Anyway.....das, was Macron vorhat, das macht man mit willigen deutschen Fleißdrohnen, aber mit Franzosen gibbet Krawall, und zwar gewaltig,.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 8. Juni 2017, 11:16

Auch bei den Briten wird gewählt : http://www.spiegel.de/politik/ausland/g ... 51094.html

Und in Italien könnte es angesichts der desolaten finanziellen Lage auch zu vorgezogenen Neuwahlen kommen: http://www.focus.de/finanzen/news/wirts ... 39911.html

Sieht so aus, als würde Europa in der nächsten Zeit ganz schön durcheinandergewürfelt und kein Stein mehr auf dem anderen bleiben.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 9. Juni 2017, 11:47

May hat wohl nicht mit einer Klatsche gerechnet, aber doch isses passiert. Nun droht als einziger Ausweg für die May eine Koalition mit der nationalkonservativen DUP, und das wäre ne "Haselnuss-Koalition", wie die Farbe jener Nuss in einem Volkslied beschrieben wird. http://www.spiegel.de/politik/ausland/g ... 51329.html

Und wieder würde sich ein Land bräunlich einfärben.......

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 9. Juni 2017, 14:53

Das nur als kurzer Nachtrag, wer dieser ominöse Koalitionspartner sein wird, nämlich eine Partei, die man wohl als religiös geprägte Rechtsaußen bezeichnen muss: http://www.spiegel.de/politik/ausland/d ... 51398.html

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 7. Oktober 2017, 00:31

Am 15. Oktober sind vorgezogene Neuwahlen in Ösiland, auch hier könnte es zu einer Haselnuss-Koalition kommen: http://www.focus.de/politik/ausland/kur ... 84218.html

Schwarz-Braun für Österreich......schön langsam wirds ungemütlich in Europa, da die rechte Flut immer mehr um sich greift.

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 7. Oktober 2017, 02:05

Eschreckenderweise greift die Rechtstendez schon geraume Zeit europaweit um sich, und mit diesem Problem steht sogar Deutschland da.
Irgendwie finde ich das aber schon ein wenig verwunderlich, denn nirgendwo hat es wohl in den Jahren nach 1945 eine derartig intensive antifaschistische Propaganda gegebeben.
Und das waren immerhin 70 Jahre beginnend schon in der Grundschule, und das all diese jahrzehntelangen Bemühungen so wenig Wirkung zeigen das finde ich schon erstaunlich.
Die zeitliche Verzögerung in der Entwicklung der neuen Rechtstendenz in Deutschland sollte eigentlich grösser sein dachte ich immer. Aber weit gefehlt, sie greift fast genau so schnell wie in den benachbarten Ländern wo diese Umerziehungsbemühungen wesentlich weniger ehrgeizig bis gar nicht durchgeführt worden sind. Es ist kaum einen Unterschied auszumachen, und es scheint gerade so als ob nie über den Nationalsozialismus gesprochen worden wäre.
Ich verstehe das nicht! Ist der deutsche Staatsbürger denn völlig erkenntnisresistent?

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 8. Oktober 2017, 01:04

Ich denke mal, es war erstens mal zu viel von der antifaschistischen Propaganda. Wenn statt niveauvoller und offener Diskussionen dauernd oberlehrerhaft der (moralische) Zeigefinger oben ist, dann denkt sich Mensch irgendwann mal: Jetzt erst recht(s) ! Wer lässt sich denn schon dauernd derartig von oben herab belehren ? Man sehe sich mal nur den letzten Wahlkampf an. Dauernd der moralische Zeigefinger der etablierten Parteien oben, d.h. "Wer AfD wählt, ist ein Menschenfeind !", statt die AfD argumentativ zu entlarven. Mutti war sich ja nicht mal zu schade dafür, für ihren moralinsauren Wahlkampf auch noch die Kirche mit ins Boot zu holen, und das im Europa des 21. Jahrhunderts.

Zweitens wurde viel zu wenig über die Mechanismen diskutiert, wie denn ein totalitärer Staat entsteht, d.h. es fehlt das "Wehret den Anfängen". So wird z.B. im Geschichtsunterricht sehr viel über den Holocaust gesprochen, aber recht wenig über die Weimarer Republik und wie es so schnell passieren konnte, dass aus dieser jungen Demokratie eine braune Diktatur wurde.

Tja, wenn ich eine dermaßen stümperhafte Präventionsarbeit in Sachen faschistoider Denke praktiziere, dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 16. Oktober 2017, 01:40

Österreich hat gewählt und wie bereits vermutet sieht es düster aus: http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1173011.html

Über 27% für die Rechten, damit dürfte die Haselnuss-Koalition besiegelt sein. Ein weiteres europäisches Land färbt sich braun uns es könnte z.B. schon bald der Fall sein, dass sich die Österreicher aus der EU verabschieden.

Und sollten bald wieder viele Flüchtlinge von Italien hoch nach Österreich kommen, dann werden dort sicherlich keine aufgenommen. Schon gar nicht, wenn neben dem braunen Österreich ein Nachbarland existiert, dessen neue und alte Kanzlerin eine "Weiter so"-Politik durchziehen will in Sachen Asyl. Das gibt weiteren Aufwind für die Rechten in Deutschland und es würde in diesem Falle nicht bei den 13% und den 4 Jahren Mutti bleiben.

LG,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 16. Oktober 2017, 01:54

Das die Asylfrage in Österreich neu überdacht werden wird das ist mal sicher.
Aber bei allen anderen Minderheiten wird in Zukunft wohl auch der Wind von Vorne kommen.
Hat mans vielleicht übertrieben mit dem was man Antidiskriminierung nennt, und hat der Bürger einfach nur die Schnauze voll von dem ganzen Genderwahnsinn der derzeit ja auch in Österreich betrieben wird?
Wenn es daran lag dann sehe ich schwarz für unsere Zukunft, denn dann ist es nur ne Frage der Zeit bis dieses Beispiel zu uns rüberschwappt.
Und wenn man ganz ehrlich ist, mit einem Staat der mit der Förderung von Lebenskonzepten die Grundfesten der Familien untergraben welche ja das Fundament einer jeden Staates bilden? Also mit dem Staat ist es wohl nicht mehr weit her.
Sind das alles Anzeichen dass wir in einer Endzeit leben?
Widerholt sich hier die Geschichte zum Xten Mal?

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 17. Oktober 2017, 02:31

Tja, die Endzeit (im Sinne von Ende einer Epoche, nicht "Ende der Welt") und die x-te Wiederholung der Geschichte, welche die Menschheit wieder mal nicht behirnt oder auch nicht behirnen will. Irgendwie muss ich da an einen Gastauftritt bei einem Römerverein diesen Sommer denken.

Ich war da in Toga und Sandalen gewissermaßen als untoter Cicero unterwegs. Cicero ist irgendwie sowas wie ein " um 2000 Jahre versetzter Zeitgenosse", d.h. er hat quasi den Absturz der Republik in die Diktatur, welcher den Niedergang Roms einläutete, live miterlebt. Er hat also zeitlich versetzt in der selben Entwicklungsphase seiner Kultur gelebt wie wir jetzt. Und ich habe mit den Leuten so ein bisschen über das olle Rom und mein früheres Leben dort geplaudert, natürlich gespickt mit mahnenden Worten in Bezug auf unsere Zeit.

Ich hatte das Gefühl, dass mich die meisten Zuhörer für einen schrägen Apologeten und Schwarzseher gehalten haben, aber sie zeigten durchaus Anzeichen einer gewissen Furcht, versteckt unter der Maske von Coolness. Und warum fürchten sie sich denn vor meinen Worten, wenn das sowieso nur Spinnereien sind ?

LG,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 17. Oktober 2017, 11:44

Die ollen Römer? Jaa aber das ist doch schon so lange her... .
Aber so weit bräuchte man eigentlich auch gar nicht zurückgehen, denken wir nur an die sog. wilden 20er Jahre.
Wer es sich leisten konnte, sei es durch Prostitution oder was auch immer, der tanzte mit Josephine Baker im Kabaret oder den Charlston auf dem Vulkan der 1933 dann hochging.
Fragwürdige Moral machte sich breit der Drogenkonsum explodierte, Pornographie, Suff und Puff hatten Hochkonjunktur usw. während die Mehrzahl aber hungerte. Und das war eine weltweite Krise, die aber Deutschland aufgrund des 2. Weltkrieges besonders getroffen hatte
Gerorg Grosz hat es in seinem Werk "Die Welt ist ein Lunapark" mit seinen Strichmännchen hervorragend dokumentiert. Dazu muss man nicht das einzelne Bild sehen das jedes Kind wohl genau so hätte zeichnen können, sondern das Werk als Ganzes betrachten, dann kommt man ganz von selber dahinter dass es ein geschichtliches Zeitdokument über den Aufstieg und Niedergang der Weimarer Republik ist!
Kultuell, besonders in den Jugend- und Randgruppenkulturen machten 2 Strömungen genau aus den gleichen Gründen wie die heutigen Subkulturen von sich reden. Das alleine als künstlerische oder politische Strömung abzutun das ist mir zu platt, da steckt viel mehr dahinter denn in beiden Subkulturen trafen sich die selben Personenkreise.
Die Eine gibt es eigentlich immmer noch, und das waren die Avantgardisten:https://de.wikipedia.org/wiki/Avantgarde ,
die andere war die Boheme Bewegung und auf die sollte man nun sein Augenmerk richten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Boh%C3%A8me
Und wenn man dort genauer hinschaut so wird man auch schnell dahinterkommen warum es die praktisch nicht mehr gibt.
Kommt es nur mir so vor dass an ihre Stelle die Queeren und/oder ähnliche Konzepte getreten sind die der Meinung sind dass sie unter dem Deckmantel der persönlichen Entfaltung völlig rücksichtslos tun zu können was sie wollen, nur um ihren teilweise recht exzessiven Vergnügen, die sie als Lebenskonzepte bezeichnen, frönen zu können? Wen wunderts denn das kaum jemand noch Zeit und Geld für Kinder hat und genau deshalb viele Paare kinderlos bleiben? Das ist aber vielleicht auch besser so, denn stabile Beziehungen und damt ein für Kinder geeignetes soziales Umfeld gibt es doch heute kaum noch, die Scheidungsstatistiken sprechen da ne klare Sprache! Nun gut-ich weiss das Manche nun sagen: Das ist doch alles ganz normal heutzutage! Nur frage ich mich jetzt ob es denn wirklich schon so weit ist dass niemand mehr merkt wie schräg das Alles oft genug ist?
Dagegen waren die römischen Saturnalien eine Sonntagsschule, und es waren auch nur wenige Tage im Jahr. In unserer Kultur jedoch hat es inzwischen eine gewisse Alltagsnormalität!
Und noch was frage ich mich: Kann so was denn richtig sein wenn man die Gebilde namens Gesellschaft, Kultur und Staat zusammenhalten will?
Kaum, und die weitere Entwicklung liegt nun wohl ziemlich klar auf der Hand.

Entweder gehts wie 1933, oder aber die zuwandernden und asylsuchenden Muslime gehen mit einem guten Beispiel voran und räumen mit unserer wohlstandsverwahrlosten. maroden und dekadenten Kultur ein für alle Mal auf indem sie unsere sog. Kultur im Laufe einiger Jahrzehnte schlichtweg verdrängen, einfach nur weil so was wie das was wir als die westliche Kultur bezeichnen auf die Dauer nicht wirklich überlebensfähig ist.
Und das soll man nun bedauern?
Ich weiss nicht wie es Euch dabei geht ich kanns nicht wirklich, und wenn ich an die braune Alternative denke schon mal gar nicht.
Denkt nach und schaut Euch die völlig intakten Familienstrukturen mal etwas genauer an, auch wenn manches daran verdammt archaisch ist, so hat diese Kultur eine bessere Überlebenschance als unsere.- wollen wir wetten?

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 22. Oktober 2017, 02:00

Und jetzt geht es Schlag auf Schlag mit dem Rechtsruck in Europa. Auch Tschechien hat gewählt und das Ergebnis verheißt nichts Gutes, denn gewonnen hat eine zwielichtige Gestalt mit rechter Gesinnung, die man wohl wirklich mit Trump vergleichen kann: http://m.focus.de/politik/ausland/recht ... 46996.html

Die Zukunft Europas dürfte gelaufen sein bei solchen Staatschefs, die eher zu einer Bananenrepublik passen würden.

LG,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 22. Oktober 2017, 12:23

Ich werte das auch als Zerfallserscheinung, aber dass ist nicht nur der Rechtsdruck, sondern die ganze Entwicklung in Europa deutet in diese Richtung.
Mit den Brexit eiert man rum und Mutti scheint offensichtlich zu glauben dass man das auch aussitzen könne, so wie sie es seinerzeit bei Birne gelernt hat.
Die Briten selber scheinen darüber auch nicht unglücklich sein, denn wie die Schotten sich verhalten werden, das wees ooch noch keener.
Das Referendum jedenfalls vor einiger Zeit wäre anders ausgefallen wenn den Schotten klar gewesen wäre dass der Entschluss zum Brexit schon in trockenen Tüchern war und fix und fertig in der Schublade lag als dieses Referendum durchgeführt wurde.
Die könnten sich beschissen und übers Ohr gehauen fühlen, und wie sie mit dieser Tatsache umgehen werden? Dass weiss derzeit auch kein Mensch.
Tatsache jedenfalls ist das der Konflikt zwischen England und Schottland schon Jahrhuderte vor sich hinköchelt und zweifellos irgendwann wieder hochkocht.
Wann wees ooch keener, aber er wird irgendwann überkochen, das ist gewiss.
Der Aufstand er Katalanen sollte auch dazu gezählt werden und blos weil man seit Jahren nichts davon gehört hat heisst das ja nicht dass es die ETA nicht mehr gibt.
Von je her war der Nordosten von Spanien ja ein Krisenherd und auch die Basken könnten sich durch die Vorgänge in Katalonien ermutigt fühlen einen neuen Versuch zu starten.
Das kann sich also leicht zum Flächenbrand entwickeln in dem dann auch Frankreich involviert wäre.
Auch bei uns in Deutschland gibt es Regionen die seit Jahrhunderten über Deutschland als einig Vaterland, und zwar von Bismarcks Gnaden, alles Andere als glücklich und zufrieden sind, das sollten wir nicht vergessen.
Nordirrland, Baskenland, Flandern die Walonie und auch Katalonien ist also näher als man denkt!

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 23. Oktober 2017, 01:36

Auch in Italien gibt es bereits Entwicklungen in Richtung Zerfall: http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1174163.html

Das Tempo der Veränderungen scheint zuzunehmen.

LG,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 24. Oktober 2017, 13:52

Immerhin strebt Norditalien derzeit noch nicht die völlige Autonomie an, sondern nur mehr Selbstständigkeit.
Allerdings nur derzeit, denn das der Norden praktisch den ganzen Süden miternährt das ist wohl jedem klar.
Ob das also so bleibt und wie die weitere Entwicklung sein könnte, dazu müsste man nur mal einen Blick auf Belgien werfen, da schwelt der Konflikt zwischen dem reichen Norden, den Flamen und den Wallonen schon seit langer Zeit.
Könnte also gut möglich sein dass dort inspiriert von Spanien und Italen im Rahmen des allgemeinen europäischen Zerfalls auch so was passiert.

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 25. Oktober 2017, 01:26

Allerdings nur derzeit, genau das habe ich mir auch gedacht bei den Italienern, denn die könnten ja nach der Salami-Taktik vorgehen statt wie die Katalanen mit der Hau-Ruck-Methode. Ich werde auch mal schauen, was die olle Bayern-Partei so macht, denn das ist die bayerische Separatisten-Partei. Bayern hat bekanntlich die Nase voll von Dingen wie dem Länderfinanzausgleich und könnte sich auch von den Katalanen inspiriert fühlen.

lg,

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Elviera » 27. Oktober 2017, 01:34

In der Tat scheint sich in Italien durchaus mehr zu tun als die Autonomiebewegung des Nordens, denn wie man sieht hat man von Seiten Roms schon Möglichkeiten geschaffen den Nordländern bei Bedarf in die Suppe spucken zu können.
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/italienisches-parlament-verabschiedet-neues-wahlgesetz/ar-AAu5sC1?li=BBqg6Q9

So viel gibt dieser Bericht ja noch nicht so viel her als dass man die Reichweite dieser neuen Rechtslage peilen könnte, aber alleine schon die Tatsache dass so ein Gesetzesänderung just in dem Moment wo Norditalien Autonomieforderungen stellt verabschiedet wird gibt doch schon zu denken.
Dass es auf spalte und herrsche hinzielt könnte noch das kleinste Übel sein.

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Goldmarie » 27. Oktober 2017, 15:08

Vielleicht wollen die Südtiroler auch wieder zurück nach Österreich. Die sprechen sowieso alle deutsch. Als ich in Südtirol in Urlaub war, habe ich gesehen, dass die ihre Verkehrs- und Hinweisschilder alle doppelt beschriftet haben, einmal deutsch und einmal italienisch, letzteres nur den aufgezwungenen "Landsleuten" zuliebe, die sie auch gerne wieder loswerden würden. So zumindest die Meinung von den Wirtsleuten, mit denen ich gesprochen habe.

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Goldmarie » 27. Oktober 2017, 18:09

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Re: Wahlen in Europa

Beitragvon Charon » 28. Oktober 2017, 02:02

Spanien reagiert mit der Härte, mit der ich auch gerechnet habe: http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1175157.html

Das riecht nach einem verdammt heißen Wochenende.

LG,

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